Der SVF Herringen will personell weiter nachlegen

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Beim SVF Herringen herrscht trotz der schwierigen Tabellensituation Zuversicht.

HAMM - Es ist ein Spiel auf Zeit. Aber eins, das ein positives Ende finden wird, da ist sich Reiner Fiebig sicher. „Wir stecken jetzt nicht den Kopf in den Sand“, sagt der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SVF Herringen. „Zur Rückserie sieht die Welt anders aus.“

Die Momentaufnahme allerdings ist äußerst bescheiden. 33 Gegentore, vorletzter Tabellenplatz, Abstiegskandidat. Das bittere 0:1 gegen den TSC Hamm am Sonntag war bereits die siebte Niederlage. Zugleich eine, die den SVF kalt erwischte, hatte doch das Remis in der Woche zuvor bei der SG Bockum-Hövel Mut gemacht. Dass sich die Herringer diesmal aber gegen den durch zwei Platzverweise dezimierten TSC keine Torchance erspielten und sogar den Gegentreffer kassierten, war auch für Fiebig kaum zu erklären. „Das Spiel war von der ersten bis zur letzten Minute schlecht. Es war einfach traurig, was die Mannschaft abgeliefert hat – und hatte mit Bezirksliga-Fußball nichts zu tun“, schimpfte der Coach nach dem Rückschlag. „So gut wir in Bockum-Hövel gekämpft haben, so schlecht haben wir es gegen den TSC gemacht. Ich dachte, wir hätten Auftrieb bekommen. Aber die Mannschaft war nicht wiederzuerkennen. Wir haben uns überhaupt nicht gewehrt.“

Trotz der Enttäuschung – allzu hart ins Gericht gehen wollte Fiebig nicht mit seinem Team: „Die Jungs machen das ja nicht extra.“ Den Verantwortlichen an der Schachtstraße war schon vor Saisonbeginn klar, dass die Herringer angesichts des zurückgefahrenen Etats und des personellen Umbruchs vor einer schweren Spielzeit stehen würden. Dass der ohnehin kleine Kader durch langwierige Verletzungen, Sperren und aus beruflichen Gründen bis zur Schmerzgrenze geschrumpft ist und gerade auf neuralgischen Positionen wichtige Leute fehlen, hat die Situation zusätzlich verkompliziert. „So viele Ausfälle kann keine Mannschaft verkraften“, meint Fiebig. „Das Team ist willig, die Trainingsbeteiligung ist gut. Aber wir bekommen es nicht auf den Platz, zumal wir auch keine richtigen Führungsspieler haben, die vorangehen.“

Beim SVF besteht kein Zweifel daran, dass nachgelegt werden muss. Nach der Niederlage gegen den TSC saßen der Trainer und der Vorsitzende Franz-Josef Krych zusammen und verständigten sich darauf, dass im Winter nach Rene Guboff (TuS Germania Lohauserholz) und Mustafa Harsit (BV 09 Hamm) zwei bis drei weitere Akteure den Kader ergänzen sollen. Am kommenden Wochenende sorgt die Rückkehr von Nico Schiller und Marvin Krause zumindest schon wieder für eine leichte Verbesserung der Lage. „Wir brauchen Alternativen“, weiß Fiebig. Zumal der ein oder andere Akteur, der zwangsläufig aufgrund der Personalmisere in der „Ersten“ aushelfen muss, mit der Situation (noch) überfordert sei.

Dass das Tabellenbild nicht gerade dazu beiträgt, das Selbstvertrauen zu fördern, versteht sich von selbst. Doch Fiebig gibt sich gelassen. Auch wenn die Fehlerquote in vielen Partien zu hoch war und diese den Herringern ein ums andere Mal das Genick brach – „wir haben in fast allen Begegnungen gut mitgespielt“. Und letztlich hat der Tabellenzehnte nur drei Zähler Vorsprung auf den SVF. „Wir sind nicht verzweifelt“, sagt Fiebig. „Wir holen bis zur Winterpause noch den einen oder anderen Punkt, da bin ich mir sicher.“ Was helfen würde, die Ausgangsposition für die Rückserie zu verbessern. - fh

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