SVF hofft auf Klassenerhalt

Bezirksliga Ausblick: Rhynern II will Spitze verteidigen

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Die Reserve des SV Westfalia Rhynern – hier im Hinrundenspiel gegen den TSC Hamm – würde gerne auch in der Rückrunde den Ton in der Bezirksliga angeben.

HAMM - Langweilig? Nein, das ist die Fußball-Bezirksliga aus Sicht der Hammer Vereine in der Saison 14/15 nicht. Die Situation der Teams im Überblick:

Von Patrick Droste

Der SVF Herringen steht auf dem letzten Platz, will aber unbedingt den Abstieg vermeiden. An der Spitze thront SV Westfalia Rhynern II. Die SG Bockum-Hövel, TuS Wiescherhöfen, TuS Germania Lohauserholz und TSC mischen oben mit.

Thomas Schneider.

Obwohl Rhynern II als Primus in die Rückrunde geht, ist der Landesliga-Aufstieg nicht das vorrangige Ziel für Trainer Thomas Schneider. „Wir genießen den Platz an der Sonne und wollen auch so lange es geht da oben bleibt“, sagt der Coach. „Aber wir wären auch zufrieden, wenn wir am Ende unter den ersten Fünf landen. Wichtiger ist, dass wir weiter Spieler an die Oberliga-Mannschaft heranführen.“ So haben mit Kevin Messner, Andrei Lorengel, Mergim Deljiu und Jan Kleine vier Akteure aus dem Reserve-Kader die Vorbereitung bei der Ersten bestritten. Sie werden pro Woche an ein oder zwei Trainingseinheiten des Oberliga-Teams teilnehmen. Die Reserve würde sich laut Schneider „natürlich nicht gegen einen Aufstieg wehren". Dies sei ein langer Weg für seine Elf, die am Sonntag bei Vorwärts Ahlen startet: „Ahlen gehört zu den spielstärksten Teams der Liga. Das wird eine Standortbestimmung.“

Markus Matzelle.

Die SG Bockum-Hövel war am Sonntag (8. März) beim 4:2-Sieg über den TSC Hamm im Nachholspiel ins neue Meisterschaftsjahr gestartet. „Das war ein wichtiger Sieg für uns“, sagt Trainer Markus Matzelle. „Bei einer Niederlage wäre wir ins Mittelfeld abgerutscht. Jetzt haben wir auf den Ersten fünf und auf den Zweiten nur drei Punkte Rückstand. Da macht es doch mehr Spaß zu trainieren und zu arbeiten, wenn man Kontakt nach oben hat.“ An den Aufstieg denkt bei der SG aber niemand. Matzelle würde es reichen, Rang fünf zu behalten oder ein, zwei Plätze zu klettern. In den nächsten Wochen duelliert sich die SG mit fünf Gegnern, die die Matzelle-Elf in der Hinserie alle bezwang. „Für uns ist es also gut möglich, oben dran zu bleiben“, betont Matzelle, der vor dem nächsten Gegner warnt. „Soest hat einen neuen Trainer und auch ein paar Spieler dazugeholt. Aber ich bin trotzdem guter Dinge, dass wir das schaffen“, so der SG-Coach.

Steven Degelmann.

Für den TuS Wiescherhöfen ist der Start in die Rückrunde eine Reise ins Ungewisse. „Wir haben ordentliche und nicht so prickelnde Testspiele absolviert. Daher weiß ich gar nicht so genau, wo wir stehen. Wichtig ist, dass wir die einzelnen Mannschaftsteile zusammengefügt bekommen“, sagt Spielertrainer Steven Degelmann und gibt zu, dass sein Team die Abgänge von Hüseyin Kücük, Julian Rohlmann und Erkan Baslarli noch nicht aufgefangen hat. Dennoch ist der Coach zuversichtlich, dass seine Schützlinge am Sonntag die drei Punkte im Heimspiel gegen die Warendorfer SU behalten werden. Seinen Teil dazu beitragen soll der neue Keeper Christoph Hankus. „Er ist ein lauter Torwart, hat viel Ausstrahlung und ist für die Mannschaft ein guter Rückhalt“, betont Degelmann, der zudem auf eine andere Taktik als in den vergangenen Jahren setzt: „Wir wollen kontrollierter und reservierter agieren, mehr aus einer kompakten Ordnung spielen.“

Michael Scheffler.

Der TuS Germania Lohauserholz hat nach Aussage von TrainerMichael Scheffler eine gute Vorbereitung hingelegt, gewann drei seiner vier Testspiele und verlor lediglich gegen den Landesligisten SV Herbern. Als gutes Omen will er das aber nicht sehen. Denn auch im vergangenen Sommer lief bis zum Saisonstart alles optimal, dann aber holte das Team aus den ersten fünf Spielen lediglich drei Punkte. „Das muss jetzt besser werden“, sagt der Coach, der hofft, dass sich seine Mannschaft im Derby am Sonntag beim Tabellenletzten SVF Herringen gleich von ihrer besten Seite zeigt: „Für den SVF ist jede Partie ein Endspiel. Wir dürfen uns nicht durch den Tabellenplatz ins Bockshorn jagen lassen, sondern müssen direkt bei 100 Prozent sein.“ Große Hoffnung setzt der Trainer des Siebten (24 Punkte) dabei auf seine torgefährliche Offensivreihe mit Timo Hilse, Felix Hennig und Daniel Riemer. „Vorne sind wir schon klasse besetzt“, erklärt Scheffler und hofft, dass auch seine Abwehr ein wenig stabiler geworden ist als in der Hinserie.

Erdal Akyüz.

Weiter mit großen Platzproblemen für einen geregelten Trainingsbetrieb hat der TSC Hamm zu kämpfen (der WA berichtete). Dennoch zeigte das Team von Trainer Erdal Akyüz, das derzeit 22 Zähler auf dem Konto und damit sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat, bei der Niederlage in Bockum-Hövel Moral. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem 0:2-Rückstand schaffte der TSC den Ausgleich, ehe er in der Schlussphase doch noch mit 2:4 unterlag. „Da hätten wir eigentlich was mitnehmen müssen“, sagt der Coach. „Aber egal, ob wir in Bockum-Hövel gut, mittel oder schlecht spielen, wir verlieren da immer.“ Die Aufgabe am kommenden Sonntag mit der Partie gegen den Tabellenvierten SV Drensteinfurt wird aber ebenfalls keine leichte sein, zumal Enes Akyüz nach seiner Gelb-Roten Karte, die er im Adolf-Brühl-Stadion sah, gesperrt ist. „Natürlich ist das auch wieder eine hohe Hausnummer. Aber wenn wir von Beginn an so spielen wie in Bockum-Hövel in der zweiten Halbzeit, dann werden wir am Sonntag die Punkte behalten“, stellt Erdal Akyüz klar.

Reiner Fiebig.

Mit großen Erwartungen im Hinblick auf die Rückrunde, aber mit eher kleinen Zielen für das Derby am Sonntag gegen den TuS Germania Lohauserholz startet der SVF Herringen. Denn Trainer Reiner Fiebig fehlen mit Nico Schiller, Jan-Philipp Faros, Thomas Wilczek (alle 5. Gelbe Karte), Neuzugang Rene Guboff (erst ab der zweiten Rückrundenpartie spielberechtigt), David Oles (Schädelbasisbruch) und Hamza Laoudi (Bänderdehnung) gleich sechs Spieler. Zudem steht hinter dem Einsatz von Routinier Oliver Jahncke ein Fragezeichen. „Es wird also ganz schwer für uns gegen Lohauserholz, zumal Hölzken meiner Meinung nach zu den besten drei Teams der Liga gehört“, sagt Fiebig, der sich aber keineswegs kampflos geschlagen geben will: „Es ist immer was möglich, zumal wir durch unsere Winterneuzugänge auch einen größeren Kader haben und dadurch Ausfälle besser auffangen können.“ Dennoch sieht er die Partie gegen den TuS Germania als ein Bonusspiel an, wichtig sind für Fiebig die beiden danach anstehenden Begegnungen gegen Sassenberg und Lippstadt II. Da muss der SVF unbedingt punkten, um nicht schon vorzeitig den Klassenerhalt aus den Augen zu verlieren.

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