Wasserball

Berg bleibt an Bord - Rote Erde setzt auf den Nachwuchs

Carsten Berg wird die Hammer Zweitliga-Wasserballer wohl auch in der Saison 20/21 coachen.
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Carsten Berg wird die Hammer Zweitliga-Wasserballer wohl auch in der Saison 20/21 coachen.

Es sind keine großen Wünsche. Doch die Wasserballer des SC Rote Erde Hamm würden sich damit schon mehr als zufrieden geben.

Hamm - „Wir wären sehr froh, wenn wir einfach mal wieder ins Wasser springen dürfen und quer mit Abstand durchs Becken schwimmen“, sagt Christian Müller, der Abteilungsvorsitzende der Wasserballer im TuS 59 Hamm, und hofft, dass dies demnächst wieder möglich sein wird, wenn die Hallen- und Freibäder in Hammer nach der langen Corona-Pause ihre Türen auch für die Vereine öffnen.

Kurz vor der Zwangsunterbrechung aufgrund der Pandemie hatte der SC Rote Erde noch völlig überraschend mit 13:8 gegen den Aufstiegsaspiranten SV Blau-Weiß Bochum gewonnen und dabei die mit Abstand beste Vorstellung dieser Spielzeit absolviert. „Ich war an diesem Abend selbst nicht in der Halle. Aber alle haben gesagt, dass das richtig ordentlich war“, erinnert sich Müller an diesen 11. März, als die Wasserballer des SC Rote Erde dachten, durch diesen Überraschungscoup wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga eingefahren zu haben.

Wenige Tage später wurde aber wegen des Coronavirus auch die Wasserball-Welt auf den Kopf gestellt und wenige Wochen später auch die Saison abgebrochen, so dass die Hammer durch die Entscheidung am grünen Tisch vor dem Abstieg bewahrt wurden und die Saison als siebte von zehn Mannschaften abschlossen. „Neben uns kämpften auch Iserlohn, Uerdingens Reserve, der Stolberger SV und Lünen um den Klassenerhalt. Jetzt aber wissen wir, dass wir auch in der nächsten Saison in der 2. Liga spielen werden“, sagt Müller.

Externe Lösung war angedacht

Und in diese Spielzeit 2020/2021 wird der SC Rote Erde Hamm wahrscheinlich weiter mit Carsten Berg als Trainer gehen. Zwar hatten die RE-Verantwortlichen zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, auf dieser wichtigen Position einen Wechsel vorzunehmen und durch eine externe Lösung frischen Wind in die Mannschaft zu bringen. Doch nach kurzen Überlegungen wurde von dieser Idee wieder Abstand genommen. „Für das Geld, das wir zur Verfügung haben, können wir keinen Coach von außerhalb holen“, sagt Müller.

Dennoch beschäftigen sich der Abteilungsleiter und seine Mitstreiter intensiv damit, wie sie Berg entlasten können. Denn der Coach des Zweitligateams trainiert auch noch Mannschaften im Jugendbereich des Hammer Traditionsvereins. „Carsten und auch Mathias Brinkmann machen bei uns einen richtig guten Job“, lobt Müller die Arbeit von Berg, sagt aber auch: „Sie sollen Unterstützung bekommen, daher befinden wir uns auf Trainersuche.“ Daher sucht der SC Rote Erde derzeit einen Coach in den eigenen Reihen, der die beiden Trainer entlastet, wobei es laut Müller noch offen ist, ob derjenige dann verstärkt im Jugend- oder im Herrenbereich eingesetzt wird. Ebenfalls äußerst schwierig gestaltet sich die personelle Situation. So wird das Team in der nächsten Saison wahrscheinlich ausschließlich aus Eigengewächsen bestehen. Denn der SC Rote Erde will seine Ausländerstelle, die in der vergangenen Spielzeit Ogi Radulovic inne hatte, nicht mehr besetzen. „Wir werden uns diesbezüglich nicht mehr bemühen“, sagt Müller. „Der finanzielle Aufwand und all das, was man drumherum im organisatorischen Bereich noch leisten muss, sind uns zu groß geworden.“

Zudem ist es auch noch fraglich, ob alle Akteure aus dem aktuellen Kader auch in der kommenden Saison wieder ins Wasser springen wollen. „Wir haben einige Spieler, die schon ein gewisses Alter erreicht haben, und die jetzt während der Corona-Pause viel zuhause bei der Familie waren. Vielleicht haben die sich da ja daran gewöhnt und wollen das nicht mehr missen“, meint Müller und will daher in nächster Zeit mit allen Spielern das Gespräch suchen und die Bereitschaft im Hinblick auf die nächste Saison abklopfen. „Derzeit sagen aber noch alle, dass ihnen das Wasser und das Training fehlen“, weiß er.

"Vielleicht läuft uns einer in die Arme"

Daher setzen die Hammer zum einen auf das Prinzip Hoffnung. „Vielleicht läuft uns ja wieder einer in die Arme“, meint der Abteilungsleiter und erinnert an den US-Amerikaner Ben Hauschild, der in Bielefeld studiert hatte und vor zwei Jahren urplötzlich auf der Matte stand.

Zum anderen sollen aber auch die starken Jugendspieler ein wichtiges Faustpfand sein und schon in der nächsten Saison im Seniorenbereich ihre ersten Erfahrungen sammeln. „Wichtig wird sein, dass wir die im Verein halten und über die Pubertäts- und Abiturschwellen bringen“, erklärt Müller, denn: „Die Zeiten, dass Spieler von außerhalb kommen und Fahrzeiten von einer Stunde auf sich nehmen, sind vorbei. Wir müssen unsere eigenen Spieler integrieren und bei uns halten.“

Und um mit den Nachwuchsakteuren sowie den Spielern aus dem aktuellen Zweitliga-Kader wieder entspannt in Kontakt zu kommen, setzen die RE-Verantwortlichen auf die Zeit nach dem 8. Juni, wenn auch die Sportvereine wieder die Frei- und Hallenbäder für Trainingszwecke nutzen können. „Die Jungs brennen ja alle darauf, dass sie wieder ins Wasser springen können. Und wir können dann mit denen nach dem Training in Ruhe alles besprechen”, sagt Müller, und: „Wir sind jedenfalls sofort am Start in der kommenden Woche. Wir scharren schon mit den Füßen.”

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