Fußball-Oberliga

HSV benötigt Sieg gegen Siegen - und keine Lobeshymnen

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Lobeshymnen der Gegner möchte René Lewejohann nicht mehr hören. Die HSV benötigt dringend Punkte.

Letzte Chance? So weit möchte René Lewejohann noch nicht gehen. Die Tabellenkonstellation ist dem Trainer des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg vor dem Spiel gegen die Sportfreunde Siegen aber bewusst.

Hamm - „Gewinnen wir, ziehen wir Siegen ganz tief unten rein“, sagt der 35-Jährige vor dem Duell am Sonntag (14.30 Uhr, 24nexx Arena). Denn: Die Sportfreunde haben auf dem letzten Nichtabstiegsplatz neun Zähler mehr als die HSV, die den Abstand auf sechs Punkte verringern könnte. 

Den aktuellen Rückstand aufs rettende Ufer sieht Lewejohann als aufholbar an: „Das hat Westfalia Herne vergangene Saison auch geschafft in der Oberliga. Es ist machbar.“ Aber: „Dafür musst du irgendwann auch anfangen, die Punkte einzufahren.“

Vor allem Siege wären hilfreich für das Tabellenschlusslicht. Auf einen solchen wartet die Mannschaft nach 13 Begegnungen nämlich immer noch. Lewejohann ist überzeugt: „Wir spielen nicht wie eine Elf, die auf Tabellenplatz 18 steht. Die gegnerischen Trainer warnen immer vor uns, betonen, dass es unangenehm ist.“ 

"Gezeigt, dass sie Charakter haben"

Das stellten die Hammer auch vergangene Woche unter Beweis, kamen nach einem frühen 0:3-Rückstand bei der U21 des SC Paderborn auf 2:3 heran, hatten Chancen aufs 3:3, um in der Nachspielzeit doch das 2:4 zu kassieren. „Jede andere Mannschaft wäre nach dem 0:3 zusammengebrochen, hätte sieben oder acht Stück kassiert. Da gibt es ja auch in der Bundesliga genug Beispiele für. Meine Jungs haben aber wieder gezeigt, dass sie Charakter haben. Wir lassen uns in keinem Spiel abschlachten. Das macht mich stolz“, so Lewejohann.

Der HSV-Trainer weiß aber auch, dass es für Charakter nicht zwangsläufig Punkte gibt: „Die Lobeshymnen der Gegner, die es Woche für Woche gibt, bringen nichts. Wir müssen trotzdem weitermachen.“ Nämlich am Sonntag gegen Siegen. Für den Hammer Coach ein Wiedersehen mit der Vergangenheit. Von 2011 bis 2013 bestritt er 58 Partien (13 Tore) für die Sportfreunde, mit denen er 2012 den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Viele bekannte Gesichter erwartet Lewejohann aber nicht: „Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft.“ 

Trainerwechsel in Siegen interessiert Lewejohann nicht

Was sich gerade besonders in Siegen zeigt, wo Trainer Dominik Dapprich nach einem enttäuschenden Saisonstart entlassen wurde. Das Interims-Duo Marco Beier/Frank Dalwigk verlor zur Premiere 1:3 gegen RW Ahlen und wird auch am Sonntag in Hamm den Gast betreuen. „Wir brauchen Geduld und werden in Ruhe einen Trainer suchen“, sagte Siegens Sportlicher Leiter Andreas Krämer der „Siegener Zeitung“. Entwicklungen, die Lewejohann nicht weiter tangieren: „Das interessiert mich null.“

Ihn beschäftige nur die eigene Elf, die im Winter dringend, „aber ohne Aktionismus“ verstärkt werden soll. Einige Kandidaten hätten sich bereits im Training vorgestellt. Überhaupt ist die Kabine wieder deutlich besser gefüllt. Bis auf den letztmals gesperrten David Loheider kann Lewejohann „aus dem Vollen schöpfen. Ich habe einen starken 18er-Kader.“

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