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Oberligist Rhynern sagt Teilnahme am SVE-Turnier ab

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Von: Patrick Droste

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Mannschaften aus Rhynern werden in den kommenden Monaten die Hallen meiden.
Mannschaften aus Rhynern werden in den kommenden Monaten die Hallen meiden. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Oberligist SV Westfalia Rhynern sagt die Teilnahme am großen Hallenfußball-Turnier zwischen Weihnachten und Neujahr in der Heessener Sachsenhalle ab. Gastgeber SVE ist jetzt auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz, sowohl bei den Senioren als auch bei den Alten Herren.

Hamm – Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass beim Anton-Rehbein-Gedächtnis-Turnier des SVE Heessen in der Sachsenhalle die besten Fußball-Mannschaften Hamms antreten. „Ich finde das immer wieder aufs Neue cool, dass mit dem SV Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg die höchstspielenden Vereine dabei sind“, sagt Konstantin Rühl, Geschäftsführer des SVE. Doch in diesem Jahr wird die Elf vom Papenloh weder mit ihrer ersten Mannschaft noch mit den Alten Herren bei dem prestigeträchtigen Hallenturnier am Start sein. „Das ist sehr bitter, dass das seit Jahren erfolgreichste Team unserer Stadt abgesagt hat“, meint Rühl, fügt aber auch hinzu: „Ich kann den Schritt der Rhyneraner nachvollziehen.“

Die Verantwortlichen des SV Westfalia hatten vor wenigen Tagen aufgrund der Corona-Situation beschlossen, dass der Verein in diesem Jahr mit keiner Mannschaft bei irgendeinem Hallenturnier teilnehmen wird. Auch um das Warsteiner Hallenmasters und um die zahlreichen Jugendturniere, die in der Winterpause in der Halle stattfinden, werden die Rhyneraner einen großen Bogen machen. „Das ist keine Entscheidung gegen den SVE oder einen anderen Ausrichter eines Hallenturniers. Klar würden wir gerne spielen, da sind doch alle heiß drauf. Und es tut uns auch leid für den SVE. Aber uns geht es um den Schutz unserer Spieler und Betreuer“, erklärt Westfalia-Geschäftsführer Daniel Spilker, der bei einem Hallenturnier eine weitaus größere Durchmischung der Akteure und Zuschauer sieht als bei einem Handball- oder Eishockeyspiel, wo die Fans fast durchgehend auf ihrem Sitzplatz verharren. Anders ist das bei einem Hallenturnier, wo die Anhänger einer Mannschaft meist schnell die Tribüne verlassen, wenn das Spiel ihres Lieblingsvereins beendet ist, und sie dann wieder Richtung Zuschauerränge drängen, wenn ihr Team wieder an der Reihe ist. „Natürlich sind im Seniorenbereich fast alle Spieler genauso wie die Trainer und Betreuer geimpft. Aber auch die Geimpften können das Virus ja übertragen“, gibt Spilker zu bedenken. „Das ist nun mal etwas anderes, wenn man sich den ganzen Tag in einer Halle aufhält als am Wochenende, wenn die Meisterschaftsspiele unter freiem Himmel stattfinden.“

Ein Aushängeschild verloren

Für die Verantwortlichen des SVE bedeutet diese Absage, dass sie nicht nur ein Aushängeschild verloren haben, sondern dass sie auch adäquaten Ersatz finden müssen. „Leider waren unsere Bemühungen bislang nicht von Erfolg gekrönt“, sagt Rühl, der unter anderem beim Regionalligisten RW Ahlen angefragt hat. „Am liebsten hätten wir eine ähnlich spielstarke Mannschaft wie Rhynern, die dann auch mit einer Senioren- und einem Alt-Herren-Team kommt. Denn die Parallelität ist uns wichtig.“ Sollte kein annähernd ebenbürtiger Ersatz gefunden werden, würde der SVE einen weiteren A-Kreisligisten aus Hamm einladen, um das Zehnerfeld zu vervollständigen. Bislang haben Oberligist Hammer SpVg, die beiden Landesligisten SG Bockum-Hövel und der TuS Wiescherhöfen, die zwei Bezirksligisten SVE Heessen und TuS Germania Lohauserholz sowie die Kreisligisten TuS Uentrop, BV 09 Hamm, VfL Mark und SVF Herringen gemeldet. Bei den Alten Herren ersetzt Yunus Emre die HSV, die kein AH-Team stellen kann.

Um für eine möglichst hohe gesundheitliche Sicherheit aller Beteiligten auf und neben dem Spielfeld zu sorgen, haben sich die Heessener Verantwortlichen in den vergangenen Tagen und Wochen eine Menge Gedanken gemacht. So geht es vor allem darum, eine gute Aufteilung in den verschiedenen Räumlichkeiten zu finden. Daher wird es in diesem Jahr einen separaten Ein- und Ausgang geben. „Wer also einmal die Halle verlassen hat, muss auf der anderen Seite wieder reinkommen“, erklärt Rühl, dem allerdings die aktuellen Umbaumaßnahmen ein wenig Probleme bereiten. Das Foyer der Sachsenhalle sowie die dort befindlichen Toiletten können in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester nicht genutzt werden. „Mit dem Foyer hätten wir mehr Platz gehabt, um das alles zu entzerren. Aber das bekommen wir auch über den Bürgersaal abgewickelt. Und dass uns weniger Toiletten zur Verfügung stehen, bedeutet, dass die anderen WCs häufiger gereinigt werden müssen.“

„Wir werden kein Geld verdienen“

Im großen Bürgersaal sollen nun die Verkäufe von Getränken und Speisen stattfinden. Dies erfolgte sonst im langen Flur. Der Raucherbereich wird im Innenhof eingerichtet. Die Spieler dürfen sich nur auf der Kabinenseite aufhalten und sollen sich während der Begegnungen nicht mit den Zuschauern auf den Rängen vermischen. Zudem überlegt der SVE noch, ob er die Besucherzahl reduziert und ob der Einlass über 2G oder 3G erfolgt. „Wir schauen schon genau, was ist machbar und was ist sinnvoll“, sagt Rühl. Fest steht, dass die Einlasskontrollen nicht durch Ehrenamtler erfolgen, sondern durch ein professionelles Security-Unternehmen. „Das wollen wir nicht Laien überlassen“, betont der Geschäftsführer und stellt klar: „Wir werden das Turnier aber nicht auf Teufel komm raus durchziehen. Wir machen das nur, wenn es moralisch vertretbar ist und wir nicht in einem finanziellen Desaster enden. Wir werden dieses Jahr kein Geld verdienen, sondern hoffentlich bei einer Null landen.“

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