Fußball

Der SVE Heessen wechselt im Sommer den Trainer

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Rouven Meschede (hinten)

Mit zwei Punkten Vorsprung bei einem weniger absolvierten Spiel führt der SVE Heessen die Tabelle der Fußball-Kreisliga A an. Dennoch wird das Team  mit einem neuen Trainer in die kommende Saison gehen. 

Hamm – Die Gründe für den Wechsel im Sommer erklärt Jens Heusener, der Sportliche Leiter des SVE.

Jürgen „Tülle“ Welp, der im Dezember 2017 beim SVE Heessen die Nachfolge von Patrick Hund angetreten hatte, kann die Entscheidung seiner Demission zum Saisonende nicht so ganz nachvollziehen. 

„Nach dem Gespräch, als mir das mitgeteilt wurde, habe ich erst einmal überlegen müssen, was ich falsch gemacht habe“, sagt der 59-Jährige. „Denn ich wurde geholt, um mit der Mannschaft Meister zu werden und aufzusteigen. Jetzt sind wir Tabellenführer und haben beste Chancen, den Sprung in de Bezirksliga zu schaffen. So viel kann also nicht verkehrt gelaufen sein. Verstehen kann ich das nicht, aber wenn der Verein das so möchte, dann akzeptiere ich diese Entscheidung.“ 

Kein leichter Entschluss

Für Jens Heusener, den Sportlichen Leiter, war es kein leichter Entschluss, im Sommer eine Veränderung auf dem Trainerposten vorzunehmen. 

„Als Tülle damals das Amt von Patrick übernommen hatte, hatten wir uns auf einen Vertrag über eineinhalb Jahre geeinigt und uns darauf verständigt, dass wir schauen wollen, wie sich das alles entwickelt. Im Sommer endet also die Vereinbarung“, erklärt Heusener. „Und jetzt wollen wir eben auf ein neues Konzept mit einem Spielertrainer setzen. Rouven wollen wir die Chance geben, in dieses Geschäft einzusteigen. Er ist selbst aktiv, ist ein Führungsspieler bei uns, er wird viele neue Impulse mitbringen und genießt unser vollstes Vertrauen. Ich habe damals sehr gute Erfahrungen gemacht, als ich bei der Hammer SpVg in gleicher Funktion tätig war und Lars Müller Spielertrainer geworden ist.“ 

Bis zum Saisonende soll aber Welp die sportlichen Geschicke am Marienstadion leiten. Das steht für Heusener außer Frage. „Als ich Tülle im Dezember 2017 zum SVE geholt habe, herrschte eine Menge Unruhe im Verein und der Klub war nicht so aufgestellt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Er hat da Vieles auf den Weg gebracht“, sagt der Sportliche Leiter. „Daher wäre es für uns jetzt das Schönste, wenn wir unsere Zusammenarbeit damit beenden, dass wir aufsteigen und das wir auf tolle eineinhalb Jahre zurückblicken können.“ 

Weiter den Aufstieg im Visier

Welp selbst will auch nicht vorher aufgeben, sondern sein Engagement in Heessen nur zu gerne mit der Meisterschaft und der Rückkehr in die Bezirksliga krönen. „Ich bin da absolut motiviert und werde nach dem Motto handeln: Jetzt erst recht“, stellt er klar, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: „Wenn wir mal ein oder zwei Spiele verlieren sollten, möchte ich kein Alibi für die Mannschaft sein. Von daher muss man abwarten, wie sich das alles entwickelt.“ Und auch über das Angebot von Heusener, dem SVE in der neuen Saison in einer anderen Funktion weiter zur Verfügung zu stehen, hat er noch nicht endgültig entschieden. „Ich glaube nicht, dass ich das machen werde. Da bin ich mir noch nicht ganz schlüssig“, sagt der Coach, der viel lieber bei einem anderen Verein weiter als Trainer arbeiten würde. 

Rouven Meschede wird neuer Spielertrainer

Rouven Meschede freut sich derweil sehr auf die Aufgabe, die für ihn ab Sommer anstehen wird. „Dass ich mit meinen 28 Jahren diese Chance und auch das Vertrauen bekomme, ist eine tolle Sachen für mich“, sagt der Heessener Mittelfeldspieler, der in seiner Karriere für die Hammer SpVg in der Oberliga und für RW Ahlen sogar schon in der 3. Liga sowie in der Regionalliga aktiv war. „Und ich bin auch optimistisch, dass ich diese Doppelfunktion gut ausfüllen kann.“ 

Am liebsten möchte er seinen neuen Posten dann als Coach einer Bezirksliga-Mannschaft übernehmen. „Wir wollen hoch. Und derzeit sieht es ja auch gut aus, wobei man am Ende bei dieser Aufstiegsrunde nie weiß, was da herauskommt. Da entscheidet meist die Tagesform“, gibt der Industriekaufmann zu bedenken, dem zur neuen Saison ein Co-Trainer zur Seite gestellt werden soll. 

Derzeit hat beim SVE Marlon van der Sander diesen Posten inne. „Wir haben mit ihm schon gesprochen und würden ihn gerne behalten. Aber die Entscheidung steht noch aus“, sagt Heusener, der den Zeitpunkt der Bekanntgabe des Trainerwechsels bewusst gewählt hat: „Wir haben das extra so früh gemacht. Das ist nur fair für alle Beteiligten. Tülle kann sich darauf einstellen. Und auch die Spieler aus unserem Kader und die potenziellen Neuzugängen wissen dann, wohin bei uns die Reise geht.“

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