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Oberliga: HSV beendet Derby-Fluch dank Kurtovic

HAMM - Die letzten Minuten waren wie eine kleine Ewigkeit. Zumindest für die Fußballer der Hammer SpVg. Seit der Anfangsphase führten sie im Oberliga-Derby gegen den SV Westfalia Rhynern durch ein Tor von Damir Kurtovic mit 1:0. Doch Schiedsrichter Oliver Topp pfiff und pfiff nicht ab. Fast neun Minuten ließ er wegen langer Verletzungspausen nachspielen. Erst dann erlöste er die HSV.

Auch vom Derby-Trauma: Nach zwei Pleiten und vier Unentschieden in den vergangenen drei Spielzeiten feierte sie ihren ersten Sieg über Rhynern, das durch die Niederlage den Sprung auf einen Aufstiegsplatz verpasste.

Es war kein hochklassiges Spiel, das die 1960 Zuschauer in der Evora Arena gesehen hatten. Aber ein spannendes, hektisches – und verlustreiches. Rhynerns Thanh-Tan Tran und Miguel Dotor Ledo trugen nach einem Zusammenprall (54.) Kopfverletzungen davon. Torschütze Kurtovic hatte wegen der Nachwirkungen einer Lungenentzündung nach einer halben Stunde den Dienst quittiert.

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HSV-Trainer Oliver Gottwald, der das ganze Spiel über nervös in der Coaching Zone – und nicht nur dort – herumgetigert war, war nach dem dritten Heimsieg in Serie und drei eminent wichtigen Punkten im Kampf gegen den Abstieg erleichtert. „Ein Riesenkompliment an meine Jungs. Wir haben nach dem 1:0 förmlich nach dem Ausgleich geschrien, aber ich denke, dass das ein verdienter Sieg war“, sagte der Wittener. Diese Meinung teilte Rhynerns Coach Björn Mehnert nicht: „Wir hatten fünf klare Chancen, die HSV zwei. Aber wir waren nicht in der Lage, ein Tor schießen. Wir hätten noch länger spielen können und keins gemacht.“

Sein Team zeigte nur vier Tage nach dem elektrisierenden 2:1-Sieg im Spitzenspiel gegen Ahlen über weite Strecken des Stadtduells eine blutleere Leistung. Immer wieder versuchten es die Rhyneraner – untypisch für sie – mit hohen Bällen auf das Sturmtrio Lennard Kleine, Tran und Philipp Hanke. Doch die abermals umgestellte HSV-Abwehrkette – mit den Rückkehrern Kurtovic und Dotor Ledo in der Mitte sowie Dursun Akdag und Michael Kaminski auf den Außenpositionen – hatte damit wenig Mühe. Zumindest meistens. Nicht aber in der vierten Minute. Thorben Menne hatte nach einem Freistoß von Felix Bechtold das 0:1 auf dem Fuß, stocherte den Ball jedoch ins Aus.

Fußball Oberliga: HSV schlägt Rhynern 1:0 im Stadtderby

Auf der Gegenseite hatte Christoph Hunnewinkel kleinere Probleme bei einem Fallrückzieher von Serafettin Sarisoy. Der anschließende Eckball fand den aufgerückten Kurtovic frei am langen Pfosten. Der schoss den Ball zum 1:0 ins lange Eck (10.). Feuer brachte dieser Treffer allerdings nicht in diese seltsam zahme Partie, in der sich die HSV vor allem auf ihre Defensivordnung konzentrierte. Glück hatten die Gastgeber, dass Bechtold im Strafraumgewühl am Bein von Kurtovic scheiterte (22.). „Kämpfen, Rhynern, kämpfen“, schallte es aus dem Fanblock der Gäste. Nur kurze Zeit später hatten die Fans den Torschrei auf den Lippen, als Hanke nach einer der wenigen schnellen Kombinationen über Bechtold und Tran übers Lattenkreuz schoss (27.).

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Gesamtbild. Die Rhyneraner wussten gegen eine gut stehende HSV wenig mit dem Ball anzufangen. Nur hin und wieder blitzte die Gefährlichkeit des Tabellendritten auf. So etwa in der 54. Minute, als Michael Wiese Tran bediente, dessen Kopfball HSV-Keeper Manuel Lenz jedoch parierte. Tran verletzte sich bei dieser Aktion. Erst nach fünfminütiger Behandlung konnte er vom Feld und später ins Krankenhaus begleitet werden.

Die zweite und letzte gute Tormöglichkeit für die HSV vergab Danny Radke, dessen Schuss aus gut zehn Metern gegen den Innenpfosten (66.) prallte. Auf der anderen Seite vergaben Bechtold (Kopfball auf die Latte/76.) und vor allem Hanke nach einem Fehler des eingewechselten Dennis Jungk (88.) Chancen zum 1:1. Auch Rhynerns Schlussoffensive in einer Partie, in der nur kleinere Rangeleien kurzzeitig so etwas wie Derby-Emotionen aufkommen ließen, verpuffte.

Rubriklistenbild: © Mroß

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