Gelassenheit beim SSV trotz des verfehlten Saisonziels

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Vladimir Docenko (rechts) im Kreise seiner Spieler.

HAMM - Es ist ein sportliches Leben jenseits von gut und böse. Und damit ein etwas anderes, als es sich Vladimir Docenko vor Saisonbeginn erhofft hatte. „Aber“, sagt der Trainer des Basketball-Oberligisten SSV Hamm, „dass Ziele ausgegeben und dann nicht erreicht werden, das ist im Sport doch normal.“

Zumal es deftige Gründe gab, warum es für die Südener – derzeit Tabellensechster – nichts mit dem erhofften Eingreifen in den Meisterschaftskampf wurde. In erster Linie die eklatante Personalmisere, die nicht nur die erste Mannschaft erfasste und die den SSV nach vielversprechendem Saisonstart ins Mittelfeld abrutschen ließ. „Wir haben alles auf die Karte Aufstieg gesetzt. Das war auch völlig okay“, sagt Docenko mit Blick auf das vor der laufenden Spielzeit forsch formulierte Ziel, das den nächsten Entwicklungsschritt des Teams dokumentieren sollte, das aber gegen die enorm verstärkten Teams aus Schwelm und Gerthe ohnehin schwer zu realisieren gewesen wäre. „Aber letztlich hat uns die Kadergröße im gesamten Verein einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Das weiß auch Gerhard Westermann. „So schlimm hatten wir es noch nie, und das quer durch alle Mannschaften“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die vielen Ausfälle, die auch dafür sorgten, dass die Verantwortlichen gar nicht erst in die Versuchung kamen, die erste Garnitur auf Kosten des Unterbaus zu stärken.

Das wäre für Docenko mit Blick auf das große Ganze ohnehin nicht in Frage gekommen. „Dann hätten wir die erste Mannschaft als Aushängeschild gehabt, aber den Verein insgesamt vielleicht zerstört“, erklärt der Coach. Und die 2. Regionalliga war ohnehin nie ein Muss. „Natürlich hätten wir uns riesig gefreut, wenn wir den Aufstieg geschafft hätten, aber das wäre höchstens das Sahnehäubchen gewesen“, betont Westermann. „Viel wichtiger ist es, dass wir eine Basketball-Kultur etablieren, die mindestens Oberliga-Niveau hat. Und dass wir uns nicht von unserem Konzept abbringen lassen.“ Das sieht in erster Linie vor, im Nachwuchsbereich ein breites Fundament zu schaffen, von dem die Seniorenteams zehren können.

In denen ist Docenko ein Fixpunkt durch seine Tätigkeit bei der ersten, zweiten und dritten Mannschaft. Ob der Coach seine vierjährige Aufbauarbeit auch in der kommenden Saison fortsetzen wird, ist derzeit aber noch fraglich. Was keine sportlichen Gründe hat. Vielmehr steht für den angehenden Lehrer Ende März das zweite Staatsexamen an, alles weitere hängt dann vom künftigen Arbeitsplatz Docenkos ab. Daher ist die Trainerfrage für ihn im Moment „ein Tabu-Thema“, auch wenn er „sehr gerne“ beim SSV bleiben würde. Ebenso gerne sähe Westermann den 32-Jährigen weiter in Diensten der Südener. „Wir müssen mal schauen, wo für Vladimir beruflich die Reise hingeht. Aber für uns ist und bleibt er erste Wahl, weil er ein guter Trainer, vor allem aber ein super angenehmer Mensch ist, mit dem man toll zusammenarbeiten kann“, lobt der Geschäftsführer, der den Klub angesichts von sieben noch ausstehenden Spieltagen noch längst nicht unter Handlungsdruck sieht. „Ich empfinde es nicht als dringend, jetzt schon Weichen stellen zu müssen.“ - fh

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