Jakob Macke nach Pokalerfolg „wahnsinnig stolz“

+
Rundum glücklich: Jakob Macke.

HAMM/FLENSBURG - Jakob Macke war auch am Montag noch überwältigt von den Eindrücken. „Das war einfach super“, sagt der 26-Jährige, als er, noch hörbar mitgenommen von der ausgiebigen Feier des Vorabends, das Wochenende Revue passieren lässt. Pokalsieger darf sich der 26-Jährige nun nennen. „Das kann mir keiner mehr nehmen“, sagt der Kapitän des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen und fügt mit Blick auf seinen um einen Titel ergänzten sportlichen Lebenslauf grinsend hinzu: „Ich denke, das liest sich ganz gut.“

Seit Februar ist Macke an die SG Flensburg-Handewitt ausgeliehen. Und die Norddeutschen sicherten sich beim Final Four in Hamburg nach denkwürdigen Begegnungen (24:23 im Halbfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen, 32:31 nach Siebenmeterwerfen im Endspiel gegen den SC Magdeburg) den Cup. „Das waren wirklich zwei extreme Krimis – zum Glück jeweils mit einem guten Ende“, erinnert Macke an den dramatischen Verlauf der Partien und die anschließende Explosion der Emotionen. „Natürlich bin ich wahnsinnig stolz, dabei gewesen zu sein“, erzählt der Kreisläufer. „Aber in erster Linie war ich einfach nur glücklich und unglaublich euphorisiert.“ Wie seine derzeitigen Teamkollegen. Denn den Titel hatte der Verein nach vier vergeblichen Anläufen in Folge und einer schwierigen Spielzeit mit großen Verletzungsproblemen, die der Grund für die „Verpflichtung“ Mackes bis zum Saisonende war, förmlich herbeigesehnt. Was auch die Tatsache bewies, dass knapp 2000 Anhänger das Team am Sonntagabend in der Flens-Arena begeistert empfingen. „Wir hatten schon richtig Spaß in der Kabine und auf der Rückfahrt“, erzählt Macke. Doch in der heimischen Halle erreichte die Stimmung ihren Siedepunkt. „Die Fans waren völlig außer Rand und Band“, sagt der Student.

Macke selbst saß beim Endspiel zwar „nur“ auf der Bank, war aber im Halbfinale zum Zuge gekommen. Es war kein langer und noch dazu ein mit einer Zwei-Minuten-Strafe „garnierter“ Einsatz, doch das war dem ASV-Kapitän egal. „Das ist überhaupt nicht wichtig. Ich wäre auch nicht traurig gewesen, wenn ich überhaupt nicht gespielt hätte. Es ist doch klar, dass ich nicht 60 Minuten durchspiele, wenn ich aus der 2. Liga komme“, erzählt Macke. „Ich habe meinen Job gemacht, habe ein bisschen Entlastung gegeben. Insofern ist alles gut.“

Was insgesamt für seine „Weiterbildung“ im hohen Norden gilt. Das steht für den Hammer Abwehrchef, dessen Ausleihe beim ASV „sportlich und auch außerhalb des Feldes eine große Lücke hinterlassen“ hat (Trainer Kay Rothenpieler), bereits vier Spieltage vor Saisonende fest. Der Pokalsieg ist dabei nur das vorläufige i-Tüpfelchen. „Ich lerne hier auf vielen Ebenen. Nicht nur handballerisch, auch für die Persönlichkeit gibt es so viele Sachen, die man mitnimmt. Das Training, das ganze Drumherum – das ist ungemein wertvoll für mich“, sagt Macke. „Es macht richtig viel Spaß.“ Kein Zweifel: Macke hat bei seinem zweiten Aufenthalt in der Eliteklasse nach dem mit der HSG Ahlen-Hamm 2010/11 Blut geleckt. „Es wäre ja auch komisch, wenn nicht“, sagt er – und freut sich doch auch auf die Rückkehr. In Münster warten die Pflichten im Studium auf den angehenden Grundschul-Lehrer, beim ASV die sportlichen Herausforderungen auf den bis 2017 an die Hammer gebundenen Mannschaftsführer. „Wir wollen was bewegen, wir möchten oben angreifen“, sagt Macke mit Blick auf die kommende Spielzeit.

Doch noch gilt die volle Konzentration Flensburg, auch mit der SG hat der 26-Jährige noch sehr konkrete Ambitionen: Tabellenplatz drei, Qualifikation für die Champions League. „Die Saison ist jetzt nicht abgehakt“, erklärt er. Am Montag allerdings ließen Macke und Co. für einen kleinen Moment alle Ziele Ziele sein, Trainer Ljubomir Vranjes hatte dem Team frei gegeben. „Training“, sagt Macke lächelnd angesichts der langen und ausgelassenen Feier nach dem Pokaltriumph, „hätte auch nicht so viel Sinn gemacht.“ - fh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare