1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Aus dem Kreißsaal wieder ins Tor von Westfalia Rhynern

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Der frisch gebackene Vater Alexander Hahnemann wird am Sonntag im Heimspiel gegen die SpVg Vreden wieder zwischen den Rhyneraner Pfosten stehen.
Der frisch gebackene Vater Alexander Hahnemann wird am Sonntag im Heimspiel gegen die SpVg Vreden wieder zwischen den Rhyneraner Pfosten stehen. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Torhüter Alexander Hahnemann ist am Sonntag in der Oberliga-Partie gegen die SpVg Vreden wieder gesetzt.

Hamm - Es sind aufregende und nervenaufreibende Tage gewesen, die hinter Alexander Hahnemann liegen. Um so mehr freut sich der Keeper des SV Westfalia Rhynern, dass er am Sonntag in der Heimpartie der Fußball-Oberliga gegen die SpVg Vreden wieder zwischen den Pfosten stehen und er wieder das machen kann, was er in seiner Freizeit am liebsten tut: nämlich Bälle abwehren. „Wir wollen zuhause unsere Serie ausbauen, das Spiel gewinnen und weiter nach oben angreifen“, stellt der 29-Jährige klar, der den 3:0-Auswärtssieg seiner Teamkollegen am vergangenen Sonntag in Siegen allerdings nur von der Couch aus verfolgt hatte.

Denn seine Frau Lena war schwanger – und der ausgerechnete Geburtstermin der 4. Oktober. Also der Tag, an dem die Rhyneraner im Ortsderby mit 5:2 über die Hammer SpVg triumphiert hatten. Doch der Nachwuchs machte sich weder an diesem Sonntag bemerkbar noch im weiteren Verlauf der Woche. „Ich hatte beim Spiel gegen die HSV und auch beim Training immer jemandem mein Handy gegeben, so dass ich erreichbar war, um schnell nach Hause nach Ahlen fahren zu können“, sagt Hahnemann, der verständlicherweise bei der Geburt des ersten Kindes unbedingt dabei sein wollte.

Zur Ablenkung Spiel per Livestream verfolgt

Als seine Frau dann aber in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor dem Spiel in Siegen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, um die Geburt einzuleiten, meldete sich Hahnemann umgehend bei Trainer Michael Kaminski für die Partie bei den Sportfreunden ab. Allerdings durfte der Keeper aufgrund der Corona-Vorgaben anfangs nicht bei seiner Frau sein, sondern saß zuhause auf Abruf im Wohnzimmer und verfolgte den Auftritt seiner Kollegen und vor allem seines Stellvertreters Maximilian Eul im Leimbachstadion per Livestream. „Das war für mich natürlich eine gute Ablenkung“, erklärt Hahnemann. „Zumal wir auch noch ein richtig gutes Spiel gemacht, den ersten Auswärtssieg der Saison gelandet haben und hinten in der Abwehr richtig gut standen. Das hat mich natürlich sehr gefreut.“

Zusage für Sonntag vom Trainer

Allzu lange konnte er sich nach Abpfiff allerdings nicht mit dem Auftritt der Rhyneraner beschäftigen, denn am frühen Abend durfte er dann zu seiner Frau kommen. Als das Kind um 6 Uhr aber immer noch nicht auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickt hatte, wurde der Sohn um 6.37 Uhr per Kaiserschnitt geholt. „Das alles hat sich aber absolut gelohnt. Als ich das erste Mal seine Stimme gehört habe, hatte ich Pipi in den Augen“, verrät Hahnemann, der am Donnerstag seine Frau und den Sohn, der den Namen Anton erhielt, abholen konnte. „Das war an dem Abend auch die einzige Trainingseinheit, die ich in dieser Woche verpasst habe“, sagt er und bekam daher auch schon von Kaminski die Zusage, dass er am Sonntag wieder auflaufen wird.

„Hahne hat in den Wochen vor dem Spiel in Siegen immer gute Leistungen gezeigt. Daher wird er gegen Vreden auch wieder im Tor stehen“, stellte Kaminski klar, fügte aber auch hinzu: „Eule hat das im Pokal gegen Wiedenbrück und in Siegen richtig gut gemacht. Mit Jan Trahe haben wir noch einen weiteren Keeper. Auf dieser Position haben wir eine gute Leistungsdichte.“

Rhynern will Heimserie weiter ausbauen

Mit drei Siegen aus den drei bisher absolvierten Heimspielen weist der SV Westfalia Rhynern eine bislang perfekte Bilanz vor. „Jetzt wollen wir zuhause auch die SpVg Vreden schlagen“, sagt Trainer Michael Kaminski vor der Partie am Sonntag (15 Uhr, Viactiv-Arena), warnt aber davor, die Gäste zu unterschätzen. „Vreden hat zuletzt zwei Siege eingefahren und im Westfalenpokal den starken Bezirksligisten SC Greven mit 8:1 besiegt. Aber wir spielen zuhause und wollen nach dem Sieg in Siegen einen Dreier nachlegen.“ Verzichten muss die Westfalia neben Langzeitverletzten wie Lennard Kleine auch auf den erkrankten Finn Schubert. Dagegen sind die Sperren von Christopher Stöhr (Rot) und Mazlum Bulut (Gelb-Rot) abgelaufen. 

Auch interessant

Kommentare