Aufrüstung oder Neubau

Politik drängt: Bekommt Hamm bald ein reines Fußballstadion?

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Kai Hegemann und Dennis Kocker wollen die Voraussetzungen für höherklassigen Fußball in Hamm schaffen

Hamm - Die aktuelle Situation des SV Westfalia Rhynern hat allen Beteiligten die Problematik drastisch vor Augen geführt: Es gibt derzeit in Hamm kein Stadion, in dem höherklassig Fußball gespielt werden kann.

 „Aufgrund dieser Debatte um die mögliche Nichtzulassung der Rhyneraner für die Regionalliga haben wir jetzt einen Antrag an die Stadt gestellt“, erklären Dennis Kocker, Fraktionsvorsitzender der SPD, und Kai Hegemann, sportpolitischer Sprecher der CDU.

Ihre gemeinsame Anfrage an das Bau- und Sportamt ist dabei zweigeteilt. Zuerst einmal soll die Verwaltung damit beauftragt werden, zu prüfen, ob eines der bestehenden Hammer Stadien, vor allem die Evora Arena, der Sportplatz Am Papenloh oder auch das Jahnstadion für Fußball ab der Regionalliga aufwärts dauerhaft hergerichtet werden kann. „Es geht dabei aber nicht nur um das Stadion, sondern auch um den Parkraum und die ganze Infrastruktur drumherum“, betont Hegemann.

Sollte es keine befriedigende Lösung für diese drei bestehenden Sportstätten geben, dann soll die Stadt in einem zweiten Schritt „denkbare Standorte für einen Sportplatzneubau ausfindig machen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Und es sollen natürlich auch die voraussichtlichen Kosten für ein solches Projekt ermittelt werden. „Wir könnten dann mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn so ein Neubau möglich wäre“, sagte Hegemann. „Denn es gibt immer wieder Nachfragen, ob in Hamm nicht auch andere Events wie Konzerte, Kirchentag oder Landesturnfest ausgetragen werden können. Derzeit haben wir in Hamm keine Möglichkeit, so etwas zu realisieren.“

Das Stadion soll nach den aktuellen Vorstellungen Platz für 3000 bis 4000 Zuschauer bieten, nach einer Modulbauweise errichtet werden, um es im Laufe der Jahre ausbauen zu können, und vom Sportamt oder einer Betreibergesellschaft geführt werden. „Das heißt, es würde nicht einem Verein gehören, sondern ähnlich wie das Jahnstadion eine städtische Sportstätte sein, die von jedem Verein je nach Bedarf genutzt werden kann“, erläutert Kocker, und fügt hinzu: „Man müsste dann schauen, wie man das Geld zusammenbekommt. Aber es sollte dann so sein, dass man sich komplett auf diesen Neubau konzentriert und das Geld aus den Stadtteilen zusammenzieht.“

Über einen möglichen Ort des neuen Stadions haben sich die SPD und CDU noch keine konkreten Gedanken gemacht. „Der Standort muss gut erreichbar sein und die baurechtlichen Voraussetzungen erfüllen“, sagt Kocker. Dafür sind sich die beiden Parteien aber darüber einig, dass das Projekt nicht auf die lange Bank geschoben werden soll. „Das ist nicht mittelfristig angedacht, sondern muss noch in dieser Legislaturperiode angegangen werden und im nächsten Doppelhaushalt enthalten sein“, so Hegemann.

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