In der Fußball-Oberliga

Aufregung um rechtsextremes Plakat beim Spiel der Hammer SpVg

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Abseits des Sportlichen sorgte beim 1:1 der Hammer SpVg im Gütersloher Heidewaldstadion ein kurzer Moment auf den Rängen hinter dem Hammer Tor für Aufregung.

Gütersloh - In der zweiten Halbzeit wurde dort ein Plakat mit der Aufschrift „Freiheit für U. Haverbeck“ hochgehalten. Zudem brannten die daran Beteiligten Pyrotechnik ab und hielten Reichsfahnen in die Höhe. 

Mit „U. Haverbeck“ dürfte Ursula Haverbeck gemeint sein, eine mehrfach verurteilte Rechtsextremistin und Holocaust-Leugnerin, die derzeit in einer Bielefelder Justizvollzugsanstalt eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt.

Der Ordnungsdienst und die Polizeibeamten vor Ort sorgten dafür, dass das Plakat umgehend abgehängt wurde. Wie ein Sprecher der Gütersloher Polizei am Abend mitteilte, laufen die Ermittlungen zu dem Zwischenfall. Es sei eine Anzeige wegen des Abbrennens von Pyrotechnik und wegen des Banners geschrieben worden, hieß es. 

Wer genau die Aktion durchgeführt hat, war vorerst unklar. Allerdings äußerte der Polizeisprecher: „Es wird stark vermutet, dass es sich dabei um Leute aus dem Fanblock der Hammer SpVg gehandelt hat.“ Die Polizei gehe von sechs bis acht Personen aus, die beteiligt gewesen seien. Diese seien dunkel gekleidet gewesen und hätten sich anschließend aus dem Stadion entfernt. „Darum haben die Kollegen sie aus den Augen verloren“, betonte der Sprecher. Von mehreren Personen, auf die eine entsprechende Beschreibung gepasst habe, seien aber die Personalien festgestellt worden. 

Der HSV liegen keine Informationen vor

Vorfälle mit Personen aus der rechten Szene hatte es bereits bei den Hammer Auswärtsspielen in Lippstadt im vergangenen Jahr gegeben. Zuletzt war im Oktober eine rund 20-köpfige Gruppe gemeinsam mit Anhängern und Offiziellen der HSV in einem Bus nach Lippstadt gereist.

Ob diese Vorfälle mit dem Plakat in einer Reihe zu sehen sind, ist bislang offen. HSV-Pressesprecher Ulli Gruszka gab gegenüber dem WA sowohl unmittelbar nach Spielschluss als auch telefonisch am Abend an, dem Verein lägen keine Informationen darüber vor, ob Personen aus Hamm oder mit Bezug zur HSV hinter der Plakatierung steckten.

Sportlich war das Ende aller Aufstiegsträume nach dem Remis in Gütersloh das beherrschende Thema rund um die HSV. Mannschaft und Offizielle wirkten überwiegend wie in Schockstarre. Einige, wie Mittelfeldspieler Mike Pihl oder der Sportliche Leiter Chiquinho, wollten sich nach der Begegnung nicht äußern.

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