1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Auch Oberligist Westfalia Rhynern hat die Vorbereitung wieder aufgenommen

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Trainer Michael Kaminski begrüßte seinen Kader am Montagabend zum ersten Training in diesem Jahr.
Trainer Michael Kaminski begrüßte seinen Kader am Montagabend zum ersten Training in diesem Jahr. © Frank Bruse

Seit Montagabend rollt auch am Papenloh wieder der Ball. Michael Kaminski, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern, hatte seine Akteure zuerst zu einer Besprechung und anschließend zur ersten Trainingseinheit im neuen Jahr um sich versammelt.

Hamm - „Es geht erst einmal darum, dass sich die Jungs wieder an den Ball sowie den Platz gewöhnen und Spaß haben“, sagt der Coach. „Bis zu unserem ersten Spiel am 20. Februar gegen Holzwickede haben wir noch genug Zeit und werden daher nichts überstürzen. Wir werden in dieser Woche schon fokussiert arbeiten, wollen aber die Belastung noch in Grenzen halten.“

Über die Feiertage komplett frei

Über die Feiertage hatte der Trainer der Papenloh-Elf seinen Schützlingen komplett frei gegeben, sie sollten den Kopf frei bekommen und sich keine Gedanken über Fußball im Allgemeinen und die Westfalia im Speziellen machen. In der vergangenen Woche mussten sie allerdings einen Laufplan, der ihnen von Kaminski und Co-Trainer Julian Stöhr überreicht worden war, abarbeiten. „Ich denke, es tat allen mal gut, als sie abschalten konnten. Aber jetzt geht es wieder los, zuerst mit dem Laufplan und nun auf dem Platz“, betont der Chefcoach.

20 Feldspieler und drei Torhüter reichen

Verzichten muss er dabei allerdings auf Fabian Hellmich (zum SV Hilbeck) und Dennis Gutsche (SVE Heessen) sowie aktuell noch auf die Kleine-Brüder. Lennard Kleine, der sich am dritten Spieltag in Wattenscheid das Syndesmoseband gerissen hatte, befindet sich in der Reha. Und Jan Kleine muss nach seiner Lungenverletzung erst wieder langsam herangeführt werden. So darf er noch keine Zweikämpfe bestreiten. An Verstärkungen, um die Abgänge und die verletzungsbedingten Ausfälle zu kompensieren, denken die Rhyneraner Verantwortlichen aber nicht. „Unser Kader ist groß genug. Ich denke, 20 Feldspieler und drei Torhüter reichen“, sagt Kaminski und fügt hinzu: „So etwas wie in Herne brauche ich aber nicht nochmal.“ Im letzten Spiel des vergangenen Jahres beim SC Westfalia hatte dem 37-Jährigen aufgrund zahlreicher Ausfälle nur noch eine Rumpftruppe zur Verfügung gestanden, die beim Tabellenletzten überraschend mit 0:2 unterlag.

Trotz dieser Niederlage haben die Rhyneraner in den bisher 15 absolvierten Partien mit 27 Punkten und Rang sechs die Grundlage dafür gelegt, um nach der Hinserie den Sprung in die Aufstiegsrunde der besten zehn Teams zu schaffen. „Wir haben uns eine gute Ausgangsposition verschafft“, sagt Kaminski. „Wir haben es jetzt selbst in der Hand und werden in den noch fünf ausstehenden Begegnungen alles dafür tun, dass wir am Ende oben dabei sind.“ Zu den beiden Aufstiegsplätzen beträgt der Rückstand derzeit acht Punkte, zu Rang elf hat der SV Westfalia ein Polster von sieben Zählern. „Wir hängen irgendwo dazwischen. Und die Jungs haben es selbst in der Hand, wohin der Weg geht und ob es vielleicht für ganz oben reicht.“

„Müssen nicht krampfhaft Siege einfahren“

Unter Druck setzen wird Kaminski seine Mannschaft jedenfalls nicht. Wenn die Aufstiegsrunde erreicht sei, könne sie befreit aufspielen, alles, was dann noch folgen würde, sei keine Pflicht, sondern nur noch die Kür. „Im Gegensatz zu einigen anderen Teams, die unten drin stehen, müssen wir ja nicht krampfhaft die Siege einfahren“, stellt er klar. Dennoch ist der Westfalia-Coach zuversichtlich, dass seine Spieler an die guten Vorstellungen des bisherigen Saisonverlaufs anknüpfen werden. Trotz eines eher übeschaubaren Starts in die Spielzeit 2021/22 mit einer anfänglichen Auswärtsschwäche und unglücklichen Punktverlusten in der Nachspielzeit trumpften die Rhyneraner stark auf, steckten die zwischenzeitlichen Rückschläge weg und zementierten ihren Platz im vorderen Drittel der Oberliga-Tabelle. „Die Jungs haben immer wieder Charakter bewiesen, haben sich nicht beirren lassen und haben neben viel Qualität auch eine Menge Mentalität mit auf den Platz gebracht“, betont Kaminski. „Da sieht man, dass sie schon lange zusammen spielen und dass sich da jeder auf den anderen verlassen kann.“

Die Offensive ist das Prunkstück

Vor allem in der Offensive zeigte sich die Elf vom Papenloh enorm stark – und das, obwohl mit Lennard Kleine der jahrelange Toptorjäger schon frühzeitig aus dem Spiel war. Dafür sprangen Mittelfeldregisseur Hakan Sezer und der junge Eduard Probst in die Bresche, die zusammen die Torschützenliste der Oberliga anführen und zusammen mehr als die Hälfte der Westfalia-Treffer erzielt haben. „Ich bin natürlich froh, dass die beiden Jungs da oben stehen. Aber letztlich ist das auch ein Verdienst der gesamten Mannschaft, die einfach immer wieder einen tollen Offensivfußball gezeigt hat“, so Kaminski.

Test gegen Team von Kevin Großkreutz

Bis zum ersten Pflichtspiel des neuen Jahres wartet eine Reihe interessanter Testpartien auf die Westfalia. So treffen die Rhyneraner mit dem TuS Bövinghausen (unter anderem mit Kevin Großkreutz, dem Weltmeister von 2014) oder den Sportfreunden Niederwenigern auf Teams, gegen die sie bislang noch nie angetreten sind. „Wir haben das bunt gemischt. Die Jungs werden da gefordert und müssen sich auf Gegner einstellen, die sie nicht kennen“, erklärt Kaminski, der hofft, dass die Corona-Pandemie nicht erneut für einen Abbruch der Saison sorgt: „Ich bin schon mal froh, dass es bei uns aufgrund der mehr als der Hälfte absolvierten Partien zu einer sportlichen Wertung kommen würde. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Saison zuende bringen können, denn Fußball wird an der frischen Luft gespielt.“

Erstes Spiel am 19. Januar gegen SC Neheim

Die Testspiele der Westfalia bis zum Pflichtspielstart am 20. Februar: 19. Januar gegen SC Neheim (19.30 Uhr), 29. Januar beim FC Brünninghausen (16 Uhr), 30. Januar beim SV Westfalia Soest (11.30 Uhr), 2. Februar gegen IG Bönen (19.30 Uhr), 6. Februar gegen ETB SW Essen (15 Uhr), 9. Februar beim TuS Bövinghausen (19.30 Uhr), 13. Februar bei SF Niederwenigern (15 Uhr).

Auch interessant

Kommentare