Ganz bittere Schlussphase

Topspiel gegen Rimpar geht für ASV 26:28 verloren

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Der ASV stand nach 60 Minuten mit leeren Händen da.

HAMM - Eine mit 2.415 Zuschauern prall gefüllte Westpress-Arena, erstligareife Stimmung und ein Spiel, das an Dramatik alles zu bieten hatte – nur das Ergebnis drückte auf die Gemüter aller Beteiligten, soweit sie sich dem ASV Hamm-Westfalen verbunden fühlten. Mit 26:28 (16:16) unterlag das Team im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga der DJK Rimpar Wölfe.

Von Günter Thomas

„Letztlich waren es wieder einmal Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben“, sagte ASV-Coach Kay Rothenpieler. „Der vergebene Siebenmeter kurz vor Schluss war sicherlich eine Schlüsselsituation. Dann der Wechselfehler kurz danach. Vielleicht sind wir in solchen engen Situationen noch ein bisschen zu überhastet.“

Sein Rimparer Kollege war dagegen rundum zufrieden. „Das war ein Spiel auf sehr, sehr hohem Niveau“, sagte Jens Bürkle. „Zum Schluss hatten wir einen überragenden Max Brustmann im Tor, der die wichtigen Dinger hält. Ein bisschen Glück beim letzten Wurf, und dann ist das Ding auf einmal durch.“

Bis es soweit war, verlebten die überwiegend im Rot des ASV gekleideten Zuschauer in der Halle 60 nervenaufreibende Minuten, in denen es nur in zwei Situationen so aussah, als könne sich eine Mannschaft schon vorzeitig absetzen.

Video: ASV verliert unglücklich gegen Rimpar

Das erste Mal Mitte des ersten Durchgangs, als aus einer Hammer 6:5-Führung (10.) innerhalb von neun Minuten ein 8:12-Rückstand wurde. Die ASV-Torhüter Dennis Doden, der beginnen durfte, und Tomas Mrkva, der ihn ab der 13. Minute ablöste, bekamen bis dahin keine Hand an den Ball.

Zudem ließ die Hammer 6:0-Defensive die wendigen Gästeangreifer nach Herzenslust kombinieren und griff zu spät zu. Auf der anderen Seite fiel es sichtlich schwerer, zu Treffern zu kommen.

Kreisläufer Jan Brosch wurde vom Rimparer Innenblock fast bis an die Neunmetermarke herausgedrückt, Jan Gaubatz kam im rechten Rückraum nicht richtig ins Spiel, und so lag die Hauptlast auf Spielmacher Ondrej Zdrahala sowie den ab Mitte der ersten Hälfte in die Partie gekommenen Björn Wiegers am Kreis und Julian Possehl auf Halbrechts, die jetzt für mehr Dynamik und Aggressivität sorgten.

Nach 25 Minuten (13:13) war der Rückstand wieder egalisiert, kurz darauf gingen die Hausherren nach zwei Treffern in Unterzahl sogar erstmals selbst wieder in Führung (28./16:15), ehe Rimpar noch der 16:16-Ausgleich zum Pausengang gelang.

Nach dem Wechsel nahmen beide Trainer weitere Kurskorrekturen vor. Rothenpieler ließ Rimpars Rückraumakteur Steffen Kaufmann von David Wiencek kurz nehmen, auf der anderen Seite deckten die Wölfe wesentlich aggressiver gegen Zdrahala (Bürkle: „In der zweiten Halbzeit haben wir ihn aus dem Spiel genommen.“).

Was die Hammer zunächst ein wenig besser verarbeiteten. Denn nach 41 Minuten ergab sich erstmals für sie die Möglichkeit, sich einen entscheidenden Vorsprung herauszuspielen. „Da hatten wir beim Gegenstoß die Möglichkeit, auf 23:20 zu gehen, kriegen dann selbst einen Konter“, ärgerte sich Rothenpieler. „Und nach einer Minute gleichen die schon wieder aus.“

Handball 2. Bundesliga ASV Hamm - DJK Rimpar Wölfe 26:28

So fiel die Entscheidung einmal mehr in der Schlussphase, in der vor allem die Unparteiischen Jan und Manuel Lier in den Mittelpunkt rückten. Drei seiner sechs Zeitstrafen kassierte der ASV ab der 53. Minute und blieb so fast durchgehend bis zum Schluss in Unterzahl.

Waren die zwei Minuten gegen Björn Wiegers (53.) noch eine Kann-Entscheidung und der Wechselfehler von David Wiencek (58.), der zu früh auf das Feld lief, der Unerfahrenheit geschuldet, so waren die zwei Minuten gegen Lars Gudat kurz zuvor nach einem Nasenstüber gegen Stefan Schmitt (56.) die Aktion zu viel – die Emotionen auf den Rängen kochten.

„Ich glaube, dass wir zwei, drei Pfiffe mehr verdient gehabt hätten“, blieb Rothenpieler sachlich. „Und die zwei Minuten wären nur dann in Ordnung, wenn sie vorher bei einer Aktion gegen Zdrahala, der einen Schlag ins Gesicht bekommen hat, auch die zwei Minuten geben. Das war grenzwertig.“

Dennoch hatten die Hammer genügend Möglichkeiten, um die Partie auch in Unterzahl für sich zu entscheiden – angefangen beim Siebenmeter von Joscha Ritterbach, den Rimpars Brustmann beim Stand von 26:27 (58.) ebenso entschärfte, wie einige weitere gute ASV-Gelegenheiten in der Schlussphase. So aber lief den Hausherren die Zeit davon, und am Ende jubelten die anderen.

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