Handball

ASV-Spieler geben sich nach Essen-Pleite selbstkritisch

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Fabian Huesmann war mit fünf Treffern bester ASV-Schütze in Essen.

Nach der verlorenen Toppartie bei Tusem Essen waren Ratlosigkeit und Enttäuschung über den Spielverlauf bei den Akteuren des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen deutlich zu spüren.

Hamm - 30 Minuten lang hatten sie die Begegnung beim Nachbarn offen gehalten, zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren geführt. Dann sorgte der Start in die zweite Hälfte für enorme Verunsicherung und schließlich auch für die deutliche Niederlage der Gäste.

In der Schlussphase der deprimierenden 21:28 (11:12)-Pleite hatten sich die Hammer Fans längst darauf festgelegt, mit David Spiekermann einen Spieler zu feiern, der zwar in der ersten Mannschaft mittrainiert, ansonsten aber vornehmlich im Oberliga-Team zuhause ist. Und der als einziger des ASV-Kaders positive Erinnerungen an diesen Abend zum Vergessen mitgenommen haben dürfte. „Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich am Ende noch reingekommen bin“, sagte der 21-Jährige, der 2017 vom HSC Haltern-Sythen zum ASV gewechselt ist, fast schon verlegen, angesichts der Sprechchöre, mit denen der Hammer Fanklub ihn gefeiert hatte. „Und darüber, dass ich mein erstes Tor in der 2. Liga gemacht habe. Auch wenn das Ergebnis natürlich nicht so toll ist.“

Der Rückraumlinke blieb der einzige Hammer an diesem Abend in der mit 2 578 Zuschauern ausverkauften Sporthalle „Am Hallo“, dem nach der Partie ein Lächeln über das Gesicht huschte. Denn dass er seine Einsatzminuten und damit den Lohn für seinen Trainingsfleiß bekam, war auch ein Zeichen dafür, dass zuvor viel im Hammer Angriff schief gelaufen war. Denn statt der zuvor erhofften „einfachen Treffer aus dem Rückraum“, die ASV-Trainer Kay Rothenpieler im Vorfeld der Partie gefordert hatte, musste er konsterniert feststellen, dass „unsere Angriffsleistung desolat war“.

Zu wenig für ein Topspiel

Ganze sechs Tore aus 23 Versuchen von den Halbpositionen weist die Statistik aus – deutlich zu wenig, um in einem Topspiel bestehen zu können. „Die Abwehr war eigentlich gut“, befand Kreisläufer Jan Brosch. „Erst als wir zum Schluss aufmachen, kriegen wir nochmal drei, vier freie Bälle. Aber es hat halt vorne gehakt.“ Was er selbst und sein Kreisläufer-Kollege Jakob Schwabe zu spüren bekamen. Denn das Kreis-Spiel – ein Garant für ASV-Treffer – kam nicht in Gang. So standen am Ende nur vier Tore von dieser Position auf dem Hammer Konto. Was Brosch nicht der Abwehrarbeit der Essener zuschreiben wollte. „So gut gedeckt haben die nicht“, sagte er selbstkritisch. „Wir haben einfach scheiße gespielt.“

Was vor allem auf die zweite Halbzeit zutraf. „Ich glaube, wir haben kaum noch ein Tor gemacht, und sind hinten auch nicht mehr so den Zugriff bekommen“, analysierte Linksaußen Fabian Huesmann. „Ich finde, in der ersten Halbzeit haben wir sehr viel richtig gemacht – waren in der Abwehr gallig, sind Gegenstöße gelaufen, hatten einen guten Torwart und haben unsere Bälle reingemacht. In der zweiten haben wir es aus mir unerklärlichen Gründen nicht wieder auf die Platte gekriegt.“

Zu viele Gedanken gemacht

Zwei schnelle Essener Treffer zum 14:11 nach dem Wechsel bedeuteten den Anfang vom Ende. Die Mannschaft wurde nervös, agierte zu hektisch. „Unsere Angriffe waren nicht mehr 100-prozentig vorbereitet, wurden vorschnell abgeschlossen“, monierte Huesmann. „Da müssen wir ein bisschen cooler vor dem Tor sein und uns nicht so viele Gedanken machen, wie wir es vielleicht schon nach fünf Minuten der zweiten Halbzeit getan haben. Als wir gemerkt haben, dass es nicht so gut läuft.“

Letztlich gelang es den Gästen nicht, die für ein Topspiel nötige Leistung abzurufen. Am Ende ging es für Huesmann angesichts der kommenden schweren Aufgaben zuhause gegen Rimpar am kommenden Sonntag und in der Woche danach in Coburg darum, die Köpfe wieder hoch zu bekommen. „Nach so einem Spiel muss man de Einstellung reinkriegen, dass es ein verlorenes Spiel war, was scheiße ist“, sagte der Linksaußen. „Das wird jetzt mit Sicherheit ein, zwei Tage weh tun – zu Recht. Aber wir müssen das abhaken. Denn es warten noch ganz viele andere wichtige Partien auf uns. Jetzt bringt es nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir müssen weiter machen. Jetzt beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spitzenspiel. Am Sonntag gegen Rimpar.“

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