Zweite Handball-Bundesliga

ASV fährt Kantersieg gegen chancenlose Wikinger ein

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Hatte gegen die Rhein Vikings nur kurz Grund zur Sorge: ASV-Coach Kay Rothenpieler

Was noch zu Beginn nicht danach aussah, wurde letztlich zum Festtag für die Handball-Zweitligisten des ASV Hamm-Westfalen und dessen heimischem Publikum, als sie mit 35:22 den Tabellenletzten nach Hause schickten.

Hamm – ASV-Coach Kay Rothenpieler hatte bereits vor der Partie gewarnt, den krassen Außenseiter und bereits feststehenden Absteiger HC Rhein Vikings nicht zu unterschätzen. „Wir wollen abliefern gegen einen guten Gegner, der mit seinen ständig wechselnden Abwehrformationen schwierig zu bespielen sein wird", so der Trainer. 

Rothenpielers Einschätzung traf zu - allerdings nur in den Anfangsminuten, als die Gäste zwar einen 0:2-Rückstand nach Tempogegenstößen von Lukas Blohme (4.) und Vyron Papadopoulos (7.) hatten hinnehmen müssen, den ambitionierten Hammern in der Folge jedoch das Leben schwer machten. Torhüter Mikkel Moldrup parierte glänzend gegen die völlig frei stehenden Jan von Boenigk und Lars Gudat und trieb dem ASV-Coach erste Sorgenfalten auf die Stirn. Auszeit Hamm. 

ASV-Übermotivation war der Grund für den Stotterstart

Gewirkt hatte die zunächst nicht, trieben Moldrups Rettungsaktionen doch seine Vordermänner zu Top-Leistungen an: Tobias Middel brachte die Wikinger nicht unverdient in Front (12.). "Ich glaube nicht, dass wir sie unterschätzt haben", erklärte der ASV-Trainer den zwischenzeitigen Rückstand seiner Mannschaft. "Ich glaube eher, dass wir etwas überhastet waren. Wir haben hinten gut gedeckt und die Bälle erobert. Wir wollten über das Tempospiel zu leichten Toren kommen und sind deshalb so überdreht nach vorne gegangen, sodass wir technische Fehler gemacht haben", fügte Rothenpieler an.

Verpufft war die HC-Führung allerdings innerhalb eines Wimpernschlags, glich Vincent Sohlmann im direkten Gegenzug aus und leitete damit die wohl stärkste Phase der Hausherren ein. Hamms Lars Gudat stellte mit zwei Treffern die Drei-Tore-Führung für sein Team her (19., 20.) gegen sichtlich verunsicherte Rhein Vikings. In der HC-Offensive funktionierte in der Folge kaum noch etwas, zu ideenlos und mutlos agierte doch der Tabellenletzte. Und in der Defensive standen sie offen wie ein Scheunentor: Stefan Lex (23.), Sören Südmeier (25.) und Gudat bestraften das gnadenlos – 12:6. Auch den Schlusspunkt des ersten Durchgangs setzte der 29-Jährige zur bereits überaus deutlichen 15:8-Halbzeitführung.

Der ASV begann zu zaubern in Halbzeit zwei

Ein einseitiges Ergebnis, das in Halbzeit zwei vom nun deutlich konzentrierter zur Werke gehenden ASV weiter ausgebaut wurde, weil die Gäste vom Rhein immer wieder den siebten Spieler zugunsten des Überzahlspiels auf das Feld brachten und den Ligavierten zu schnellen Gegenstößen einluden. Konsequent genutzt hatte die Rothenpieler-Truppe das aber nicht, landeten viele der Würfe aus der eigenen Hälfte neben dem HC-Kasten. "Da waren wir wieder zu hastig und haben die Chancen einfach weggeworfen", haderte der Coach, der dennoch mit ansah, wie sein Team auf anderen Wegen zu Erfolgen kam - und das durchaus attraktiv.

Stefan Lex war Nutznießer der mustergültigen Vorlage von Sören Südmeier, der seinen Teamkollegen von links im Fallen im Zentrum bediente – 23:14 (38.). In der Folge entwickelte sich ein Schaulaufen für beide Mannschaften: Während die Hammer immer wieder ohne viel Aufwand zum Abschluss kamen und durch Gudat auf 31:22 (54.) erhöhten, waren die Vikings lediglich um Schadenbegrenzung bemüht.

Huesmann machte es zweistellig 

Zweistellig wurde es letztlich trotzdem. Linksaußen Fabian Huesmann verwandelte einen Siebenmeter fünf Minuten vor dem Ende zum 32:22. Sören Südmeier machte mit Hamms Treffer Nummer 35 die Lichter aus.

Vor allem die Art und Weise des haushohen Erfolgs stimmte den ASV-Coach froh: "Solche Spielen muss man erst einmal so spielen. Jeder erwartet, dass man hier einen hohen Sieg schafft. Es war keinesfalls einfach, aber wir haben es zum Ende hin souverän runtergespielt", zeigte sich Rothenpieler hochzufrieden und blickte voraus: "Wir wollen seriös weiter arbeiten. Es macht Spaß momentan, trotzdem wissen wir, dass auf uns in den kommenden Wochen noch harte Arbeit wartet."

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