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ASV: Niederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen in der Crunch-Time

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Von: Günter Thomas

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Hoch her ging es im Topspiel zwischen Nordhorn und dem ASV.
Hoch her ging es im Topspiel zwischen Nordhorn und dem ASV. © Bültmann

55 Minuten lang hatte der ASV Hamm-Westfalen im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga bei einer 22:20-Führung alle Karten für den doppelten Punktgewinn in der Hand - dann jubelte doch der Gastgeber. Mit einem 5:0-Lauf drehte die HSG Nordhorn-Lingen das Spiel und feierte ausgelassen einen 27:24 (12:12)-Sieg.

Lingen - Wie in alle Sportstätten des Landes begann auch die Partie in Lingen mit einer Schweigeminute gegen den Krieg in Osteuropa: „Wir sind solidarisch mit der Ukraine“, hieß es im Statement, das der Hallensprecher verlies.

Personell hatten sich die Unklarheiten, die im Vorfeld der Partie in beiden Lagern herrschten, gelichtet: Bei den Gästen hatte Kapitän Fabian Huesmann vorab Entwarnung signalisiert. Der Linksaußen war beim Spiel in Aue noch kurzfristig wegen Übelkeit ausgefallen, machte sich aber am Sonntag in der EmslandArena mit den Kollegen warm. Auf der anderen Seite waren der Ex-Hammer Julian Possehl auf Rückraumlinks und Linksaußen Lasse Seidel wieder an Bord – nur Kapitän Alex Terwolbeck fehlte weiter.

Und das Spiel begann so fulminant und intensiv wie es die Tabellensituation verspochen hatte. Und es stellte sich schnell heraus, dass beide Mannschaften für den Kampf bis zur letzten Minute bereit waren.

HSG-Rechtsaußen Robert Weber eröffnete den Torreigen in einem Spiel, in dem beide Kontrahenten zunächst auf 6:0-Deckungen setzten, dabei aber sehr aggressiv auf den Halbpositionen herausrückten. Dani Baijens und Gerrit Genz drehten das Ergebnis anschließend zur ersten ASV-Führung (5.).

Nach zehn Minuten schien der Tabellenzweite dann Oberwasser zu bekommen. Nordhorn setzte zu einem 5:1-Lauf zwischen der 8. und 12. Minute an. Und spätestens, als Possehl per Gegenstoß das 9:6 erzielt hatte, schrillten die Alarmglocken bei den Gästen.

Baijens verkürzte zwar auf 9:7, sorgte aber dennoch mit seiner Aktion für einen Schreckmoment. Der Spielmacher zog sich dabei eine Verletzung am linken Arm zu und blieb vorerst mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf der Bank. Für ihn kam Sören Südmeier.

Und das wirkte sich auf die Spielweise des ASV aus. Fortan ging es bedächtiger und strategischer vor dem HSG-Tor zu – aber auch wieder erfolgreicher – auch weil defensiv nun der frisch ins Spiel gekommene Mateij Mikita die Kreise von Georg Pöhle besser eingrenzte und Vladimir Bozic sich in der 16. Minute mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Pöhle einführte und mehrere Paraden folgen ließ.

Hamm gelang es so sich wieder zu stabilisieren – und Nordhorn elf Minuten ohne Tor auf Distanz zu halten. Das Resultat: Nach 23 Minuten lag der Gast wieder vorne – sogar mit zwei Toren (9:11).

Die eine oder andere Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen folgte, doch als die Unparteiischen eine Szene von Benjamin Meschke am Kreis weiterlaufen ließen, statt mit einem Siebenmeter zugunsten des Hammers zu ahnden, nutzte Nils Torbrügge den folgenden Konter eiskalt zum erneuten Ausgleich. Mit 12:12 ging es entsprechend leistungsgerecht in die Pause.

Ein verworfener Siebenmeter von Huesmann gegen Bert Ravensbergen, der nun im HSG-Tor stand, und ein frei verworfener Ball durch Jan Brosch ließen die Gäste schlecht in den zweite Durchgang starten. Als dann auch Marian Orlowski am HSG-Keeper scheiterte hatte Nordhorn die Phase zur Zwei-Tore-Führung genutzt (12:14).

Doch der ASV blieb dran. Dank der bärenstarken Deckung, Bozic und nun wieder besserer Chancenverwertung hieß es nach 42 Minuten 17:16 für Hamm.

Zudem wurde es hektisch, nachdem Norhorns Dominik Kalafut wegen einer Aktion gegen Jan von Boenigk Rot gesehen hatte (40.).

Es blieb eng bis zur Schlussphase, in der mittlerweile Dani Baijens zurück auf dem Feld war. Der sorgte auch nach 52 Minuten erstmals wieder für eine Hammer Führung - und als Gerrit Genz kurz drauf nachlegte (20:22/54), sah HSG-Coach Daniel Kubes die Zeit zum Timeout gekommen..

Genz hatte danach noch einmal die große Chance zum 23:20 - Ravensbergen hielt, und auf der anderen Seite machte Nordhorn drei Tore in Folge zum 23:22 (58.). Eine Zeitstrafe gegen Benny Meschke ließ die Hammer Chancen auf einen Punktgewinn weiter sinken. Am Ende gelangen den Gästen nur noch zwei Treffer in den letzten Minuten.

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