Handball

ASV: Nachholspiel in Bietigheim ist das Duell zweier Enttäuschter

Merten Krings überzeugte zuletzt auf der Spielmacherposition. Mit ihm will der ASV in Bietigheim punkten.
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Merten Krings überzeugte zuletzt auf der Spielmacherposition. Mit ihm will der ASV in Bietigheim punkten.

„Wir müssen zusehen, dass wir die PS auf die Straße bringen“, sagt Michael Lerscht vor dem Auswärtsspiel am Freitagabend um 18.30 Uhr bei der SG BBM Bietigheim. 

Hamm - Doch der Trainer des ASV Hamm-Westfalen weiß auch, dass das Woche für Woche zu den schwierigsten Aufgaben für ihn und seine Akteure zählt – und dem Handball-Zweitligisten in dieser Spielzeit zu oft nicht gelungen ist. Dem Gastgeber aus der Nähe von Stuttgart geht es allerdings ähnlich, war er doch wie der ASV mit höheren Zielen in die Saison gestartet. Derzeit stehen beide auf einem unbefriedigenden zweistelligen Tabellenplatz.

„Da treffen zwei gute Mannschaften der Liga aufeinander“, sagt Lerscht vor dem Kräftemessen mit dem ehemaligen Erstligisten, der 2019 nur um Haaresbreite wieder abstieg und in der vergangenen Saison als Dritter nur knapp die Rückkehr in die Eliteklasse verpasste. Bietigheim war für ihn einer der Favoriten, bevor es losging, allerdings brachte Corona den Spielplan der Süddeutschen gehörig durcheinander. Die Hinrundenbegegnung gegen Hamm, die nun am Freitag nachgeholt wird, war im November bereits der siebte Spielausfall der SG. Damals befand sich das Team in Quarantäne. Auch deshalb hat sich das Thema Aufstieg für die Bietigheimer bereits jetzt erledigt. Mit 18:18 Punkte steht die SG nur unwesentlich besser da als der ASV.

Das heißt aber nicht, dass Lerscht nicht um die Qualitäten des Gegners weiß. „Die Mannschaft spielt schon lange zusammen, und das merkt man ihr an“, sagt Hamms Coach. Viele „kleine Automatismen“ würden bei der SG ineinandergreifen. Nach vorne agiert Bietigheim mit viel Geschwindigkeit, hinten setzt Trainer Hannes Jón Jónsson auf eine 6:0-Deckung.

Eine lange Pause vor vielen englischen Wochen

Neun Tage Zeit hatte Lerscht nach dem Spiel gegen den TV Großwallstadt, um sein Team auf den Kontrahenten vorzubereiten. Im nach der WM-Pause vollen Kalender eine ungewöhnlich lange Phase – Bietigheim hatte sogar zwei Tage mehr. Ohne die Nachholbegegnung wäre die Pause für den ASV sogar noch eine Woche länger gewesen, bis sich ab dem 20. März die englischen Wochen aneinanderreihen. „Diese Saison ist nicht genau zu kalkulieren“, sagt Lerscht, der letztlich die Partie als Möglichkeit sieht, im Rhythmus zu bleiben. „Ich bin nicht unglücklich, dass wir spielen. Und die Jungs wollen im Grunde eh immer lieber spielen als trainieren.“ Die „eine oder andere Idee“ für das Freitagspiel und die kommenden Begegnungen hat Lerscht aber in den vergangenen Tagen versucht im Training einzubauen.

Der ASV hat sich für die Partie viel vorgenommen, will nach dem nur einem Zähler aus den beiden Krimis gegen den Wilhelmshavener HV (31:32) und Growallstadt (30:30) mit einem Sieg das Polster auf die Abstiegsplätze wieder vergrößern und mit Bietigheim gleichziehen. Die bisherige Punkteausbeute ist zu wenig. Auch für Lerscht: „Ich sehe die Jungs jeden Tag im Training, und ich denke, wir machen unsere Arbeit im Training gut“, sagt der Coach. Das müsse das Team aber eben auf die Platte bekommen.

Südmeier muss weiterhin passen

Fehlen wird in Bietigheim weiter Sören Südmeier, der noch immer an seinem Knochenödem leidet. Wann eine Rückkehr des Rückraumakteurs möglich ist, wagt Lerscht nicht vorherzusagen. „Das ist eine schwierige Prognose. Er muss Geduld haben“, erklärt er aufgrund der Art der Verletzung. Daher freut sich der Trainer, dass Merten Krings auf der Spielmacherposition gut drauf ist. Dahinter soll die Last auf den kurzfristigen Neuzugang Mikkel Junggaard Beck Jörgensen und Florian Schöße aus der Drittliga-Mannschaft verteilt werden. Beiden hätten die zusätzlichen Trainingstage mit der Mannschaft gut getan. „Sie stehen Gewehr bei Fuß, wenn Merten eine Pause braucht, und scharren mit den Füßen“, sagt Lerscht.

Der ASV-Coach erwartet in Bietigheim übrigens eine rasante Partie. Wegen des Zuschauerausschlusses trägt die SG ihre Heimspiele derzeit in der Sporthalle am Viadukt aus, die nur 1300 Plätze bieten würde. Die EgeTrans Arena würde über 4500 Besucher fassen. „Das ist eine kleine Halle, in der es auch mal hoch hergehen kann. Das wird eine schnelle Sache.“

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