Handball

ASV in Dessau erstmals wieder vor Zuschauern - aber ohne Punkte

ASV Hamm in Dessau.
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Merten Krings

Dessau – Das erste Mal seit dem 21. Oktober durften die Spieler des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen wieder vor Zuschauern spielen. Diese Erfahrung war nach der 27:23 (13:15)-Niederlage beim Tabellen-14. Dessau-Roßlauer HV allerdings auch das Einzige, was das Team von Coach Michael Lerscht vom Gastspiel aus Sachsen-Anhalt mitbrachte.

Die personelle Lage bei den Gästen hatte sich nach dem Abschlusstraining wieder verschärft. Denn neben dem Langzeitverletzten Spielmacher Sören Südmeier und den bereits als angeschlagen angekündigten Rechtsaußen Jan Pretzewofsky und Rückraum Marian Orlowski, der sich nach gerade auskurierter Verletzung im Heimspiel gegen den EHV Aue erneut verletzt hatte (Oberschenkelprobleme), meldete Lerscht noch zwei weitere Akteure seines Kaders kurzfristig verletzt: Kreisläufer Alexander Engelhardt hatte sich eine Fingerverletzung zugezogen. Und Markus Fuchs war umgeknickt. Der Abwehrspezialist wärmte sich mit der Mannschaft auf, bekam aber zunächst nur einen Platz auf der Bank zugewiesen, ehe er später ins Spielgeschehen eingreifen durfte. Kreisläufer Melf Krause und Rechtsaußen Lars Gudat aus der zweiten Mannschaft waren wie zuletzt auswärts gar nicht erst mit angereist.

Diejenigen, die mit in den Bus gestiegen waren, wirkten in den ersten Minuten allerdings auch nicht wirklich anwesend. Dessau bestimmte deutlich das Geschehen auf der Platte – und da allen voran Spielmacher Vincent Sohmann. Der frühere ASVer wirkte einmal mehr gegen seinen Ex-Klub extrem motiviert und drückte der Partie zu Beginn seinen Stempel auf. Fünf seiner insgesamt neun Treffer gingen in der ersten Viertelstunde auf das Konto des Mittelmanns.

Sehr zum Unmut des Hammer Trainers: Lerscht zog schon nach acht Minuten beim Zwischenstand von 6:1 für die Hausherren die Notbremse, legte die Grüne Karte und machte seinem Ärger dem Team gegenüber in der 60-sekündlgen Pause lautstark Luft.

Zwar gelangen den Gästen danach zwei Tore in Folge durch Fabian Huesmann und Gerrit Genz zum 6:3, doch Dessau legte zunächst noch einmal zum 8:3 nach (13.). Erst danach – auch bedingt durch die Hereinnahme von Jan von Boenigk und Florian Schöße – leitete Huesmann per Siebenmeter die stärkste Phase des ASV ein. Mit einem 6:1-Lauf, den Jakob Schwabe mit dem Treffer zum 9:9-Zwischenstand krönte, gelang nach 20 Minuten der erste Ausgleich in dieser Partie. Zur Führung sollte es aber an diesem Abend nicht reichen. Dessau-Coach Uwe Jungandreas nahm ebenfalls seine erste Auszeit, und der Gastgeber stabilisierte sich in der Folge wieder. Tim Bielzer und Timo Löser (2) brachten ihr Team wieder mit drei Treffern in Front – zur Pause war es zumindest noch eine Hypothek von zweien, denen der ASV in Durchgang zwei hinterherlaufen musste.

Von Boenigk verkürzte nach dem Wechsel zwar direkt auf 15:14, kassierte im Gegenzug allerdings auch seine zweite Zeitstrafe – eine Gelegenheit, die der DRHV nutzte, um wieder auf drei Treffer wegzuziehen (18:15/36.).

Als dann auch der bis dahin zehn Treffern erfolgreichste Hammer, Fabian Huesmann, beim Stand von 19:16 (40.) nach einem Foul an Max Scheithauer Rot sah, fielen die Aktien der Gäste auf einen Punktgewinn deutlich. Zumal Dessau bis zur nächsten Hammer Auszeit (44.) noch weitere Treffer zum 22:16 nachlegte. Die Fans waren selig – der ASV bedient.

In der Folge stabilisierte sich das Team der Gäste zwar wieder, die Zeit lief jedoch gegen den Tabellenelften. Nach 50 Minuten betrug der Dessauer Vorsprung noch fünf Tore. Und die in blau gekleideten Gastgeber hatten es im Spielaufbau längst nicht mehr so eilig wie noch im ersten Durchgang – und fuhren ihren Sieg sicher nach Hause.

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