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ASV II vor Saisonstart - Kreuzbandriss bei Kölsch drückt Stimmung

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Von: Günter Thomas

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Niklas Kölsch beim Wurf
Fällt lange aus: ASV-Allzweckwaffe Niklas Kölsch. © Robert Szkudlarek

Durchwachsen dürfte die richtige Bezeichnung sein für die Vorbereitungsphase des ASV Hamm-Westfalen II, die am Samstag mit dem Saisonauftakt in der 3. Handball-Liga West beim Topfavoriten TV Emsdetten (19 Uhr/Emshalle) endet.

Hamm - Während die Mannschaft auf der einen Seite in den zahlreichen Einheiten konzentriert gearbeitet, teilweise starke Ergebnisse in den Testspielen eingefahren und eine gute Zeit im Trainingslager verbracht hat, steht auf der Sollseite eine Serie von Verletzungen, die am Wochenende in der Partie gegen die TSG Altenhagen-Heepen mit der Verletzung von Niklas Kölsch ihren traurigen Höhepunkt fand. Die Allzweckwaffe, die zuletzt eine überragende Saison im ASV-Dress gespielt hat, zog sich bei der 29:32-Niederlage einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Riss im Innenmeniskus zu und wird über Monate ausfallen.

Immer wieder Verletzungspech

„Eigentlich sind wir gut in die Vorbereitung gestartet“, sagt Trainer Dirk Schmidtmeier, der mit dem Team in der Spielzeit 2019/2020 den Aufstieg in die 3. Liga geschafft hat. Dann aber schlug das Verletzungspech immer wieder zu. Dass Noah Moussa (Rückraum) nach einer Meniskusoperation noch im Aufbautraining sein würde und der aus Hagen gekommene Neuzugang Niko Bratzke (Rückraum und Linksaußen) aufgrund eines Syndesmosebandrisses anfangs fehlen wird, war bekannt. Dass es bei Linkshänder Moussa so lange dauern würde nicht. „Mit ihm haben wir längst gerechnet, aber er macht nur langsam Fortschritte“, sagt der Trainer. „Ich hoffe dass er in ein paar Wochen dabei ist, aber das habe ich im Mai auch schon gesagt. Er fehlt uns auch in der Abwehr.“

Niko Bratzke überzeugt

Neuzugang Preben Barthold (Patellasehnenentzündung) erhielt zudem ein dreimonatiges Sportverbot. Und nach dem schmerzenden Ausfall von Kölsch fehlt zudem ein Linksaußen. „Langsam schwinden mir die Spieler“, sagt Schmidtmeier, der zudem nur kurz Spaß an den Handballkünsten Bratzkes hatte. Der Mittelmann und Linksaußen gehörte zuletzt wie Kreisläufer Lars Kooij zum Kader des Erstliga-Teams, das ebenfalls massive Verletzungssorgen beklagt. Und machte seine Sache da sehr gut. Beim Pokalspiel in Wilhelmshaven erzielte er fünf Tore bei fünf Versuchen. „Ein feiner Spieler, der viel Verantwortung übernommen hat für einen ganz jungen Spieler“, lobt Schmidtmeier, der auf der einen Seite ungern auf den ehemaligen Jugend-Nationalspieler verzichten würde, sich auf der anderen Seite aber für den 20-Jährigen freut: „Das ist ja meine Aufgabe: diese Leute an das Niveau der ersten Mannschaft heranzuführen.“

Eine weitere ist es, mit dem eigenen Team den Klassenerhalt in der 3. Liga zu schaffen. Denn das ist trotz des überragenden dritten Rangs in der vorherigen Serie das höchste Ziel für den Coach. „Viele bei uns denken, das geht so weiter. Aber das ist der falsche Ansatz“, warnt Schmidtmeier, für den es in der wieder nach regulärem Spielmodus ausgetragenen Saison erneut nur um den Klassenerhalt geht: „Klipp und klar: Ich möchte nicht absteigen.“

Dritte und A-Jugend helfen

Die Ausfälle kompensiert der Coach über Spieler aus der dritten Mannschaft und der A-Jugend, die regelmäßig mit dem Team trainieren. „Mein Sohn Nick ist fast seit der gesamten Vorbereitung bei uns und macht das ordentlich“, lobt der Trainer den gerade der A-Jugend entwachsenen Linkshänder. Und auch die anderen, wie Kreisläufer Niko Klein oder die Linksaußen Finn Stratmann und Denisz Holetzek, „sollten eigentlich nur bei uns reinschnuppern. Jetzt müssen sie ins kalte Wasser geworfen werden.“

Die verbliebenen Stammspieler gehen derzeit aufgrund der strammen Belastung auf dem Zahnfleisch. „Ich hoffe, dass es in den nächsten Wochen besser wird, wir uns einpendeln und die Erfolgserlebnisse dann kommen werden“, bleibt der Coach optimistisch.

Eine maximal schwere Aufgabe

Beim TV Emsdetten geht es am Samstag für die Hammer los – eine maximal schwere Aufgabe, hat der Aufstiegsfavorit doch fast den kompletten Zweitligakader zusammengehalten und mit Ex-Nationalspieler Tobias Reichmann (Rechtsaußen) zudem einen namhaften Akteur verpflichtet. Doch Schmidtmeier geht die Aufgabe kämpferisch an. „Der Sportler fährt da nicht hin, um mal in Emsdetten zu duschen, sondern um Leistung zu bringen“, sagt der Coach, der mit Krefeld, Spenge und LIT weitere Topteams im Meisterrennen auf der Rechnung hat. „Wir wollen die 60 Minuten ärgern – und die größte Möglichkeit, da zu gewinnen, ist doch am Anfang der Saison und nicht, wenn sie eingespielt sind.“

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