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ASV II will Wilhelmshavenern die „Oktoberfestsause“ vermiesen

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Von: Günter Thomas

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Lars Gudat freut sich auf das Spitzenspiel in der 3. Liga beim Wilhelmshavener HV.
Lars Gudat freut sich auf das Spitzenspiel in der 3. Liga beim Wilhelmshavener HV. © Robert Szkudlarek

Die nächste Auswärtsaufgabe führt die Drittliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen an die Nordseeküste – als aktuell Ligazweite zum Spitzenspiel beim Tabellenführer Wilhelmshavener HV.

Hamm - Passend zum Topspiel der Liga laden die Gastgeber am Samstag (19.30 Uhr/Nordfrost-Arena) zu einer „Oktoberfestsause“ rund um die Halle ein. Weißbier und Brezeln haben die Hammer dennoch nicht vor, am Jadebusen zu konsumieren. Und die Lederhosen würden sie dem Liga-Topfavoriten allenfalls gerne ausziehen. „Wir wollen denen das Oktoberfest nach dem Spiel möglichst vermiesen“, zeigt sich ASV-Akteur Lars Gudat vor der Partie kämpferisch, weiß aber auch, dass „bei uns alles passen muss, wenn das klappen soll. Wir müssen da einen Bombentag erwischen. Wilhelmshaven ist ja in der vergangenen Saison aus der 2. Liga nur abgestiegen, weil denen am Grünen Tisch Punkte abgezogen worden sind. Das ist schon der klare Favorit.“

„Wir können befreit aufspielen“

Eine Situation, die die Gäste in dieser Liga gut kennen, und die sie bereits so oft zu ihren Gunsten genutzt haben, dass sie wohl kaum noch in einer Halle der 3. Liga unterschätzt werden dürften – wenn das überhaupt jemals der Fall gewesen sein sollte. „So, wie die Saison bis jetzt für uns gelaufen ist, können wir wirklich zufrieden sein“, sagt Gudat schlicht zu der bisherigen Ausbeute von 13:3 Punkten aus den ersten acht Liga-Begegnungen, die das Team bis auf Rang zwei gespült haben. Und wäre das unglückliche 26:26-Unentschieden am vergangenen Samstag gegen die TSG A-H. Bielefeld nicht gewesen, bei dem Gudat es war, der den Siegtreffer am Ende in der Hand hatte, dann wären die Hammer sogar noch punktgleich mit den Gastgebern angereist. „Wir können befreit aufspielen“, sagt Gudat daher. „Wilhelmshaven steht sicherlich mehr unter Druck. Und wir scheinen im Moment viel richtig zu machen.“

„Bei uns kann jeder Topspieler sein“

Aber was macht den ASV II in dieser Saison so stark, dass er statt des erwarteten harten Abstiegskampfes ganz gelassnen den Rest der Liga von oben grüßen kann? „Das ist schon ein Phänomen“, hat Gudat eine einfache Erklärung parat. „Bei uns kann durch die Bank weg jeder der Topspieler sein, derjenige, der einer Begegnung seinen Stempel aufdrückt. Wir haben nicht den einen, der immer zehn Tore wirft.“

In Lemgo war es zuletzt Torhüter Jan Wesemann, der als überragender Rückhalt den Sieg festgehalten hat, gegen Bielefeld ging Noah Moussa vorne weg. „Dann ist es mal der Halblinke, mal der Halbrechte, mal der Kreisläufer oder Außen. Mit Florian Schöße und Moritz Eigenbrodt haben wir starke Leute auf Rückraum-Mitte“, sagt der Linkshänder. „Anderswo ist das nicht so. Da gibt es meist zwei, drei Spieler, auf die du aufpassen musst. Und deswegen stehen wir da, wo wir jetzt stehen – das macht einfach Spaß.“

Euphoriewelle möglichst lange reiten

An den Zielen will Gudat dennoch nicht rütteln, selbst wenn in Wilhelmshaven die nächste Überraschung gelingen sollte. „Wir haben noch viele Spiele und halten am Saisonziel fest, mindestens Sechster zu werden.“

Die Euphoriewelle, die das Team nach ganz oben gebracht hat, will er mit den Kollegen möglichst lange reiten. „Ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass wir nach acht Spielen so weit oben stehen würden, weil ich die Liga nicht einschätzen konnte“, sagt er. „Ich dachte eher, wir müssen um jeden Punkt kämpfen, damit wir in die Nähe von Platz sechs kommen. Doch selbst der Dämpfer gegen Spenge hat uns nicht aus der Bahn gebracht. Es ist eine große Begeisterung im Team da. Wilhelmshaven wird schon ein Brett. Aber das haben wir gegen Aurich und andere Mannschaften ja auch gesagt.“

Neuzugänge echte Verstärkungen

Das Geheimnis des ASV II in der aktuellen Saison liegt wohl in der Ausgeglichenheit des Kaders. Die Neuzugänge haben sich perfekt ins Team integriert und sind zudem echte Verstärkungen. „Ein Noah Moussa, der mit 19 Jahren noch ziemlich jung ist, macht das richtig gut“, lobt Gudat. „Über kurz oder lang ist das sicher einer für die erste Mannschaft. Genau wie Lars Kooij am Kreis. Und Julian Fulda, der Startschwierigkeiten auf Linksaußen hatte, wird jetzt auch immer sicherer.“

Kurzum, es läuft beim ASV II. Was auch ein Verdienst von Dirk Schmidtmeier ist, wie Gudat versichert. „Der Trainer macht das richtig gut, hat eine gelungene Trainingssteuerung“, sagt Gudat, der am liebsten nach den 22 Spielen der Hauptrunde in die vorzeitige Sommerpause gehen würde. „Das ist mir lieber als noch in die Abstiegsrunde zu rutschen, wo wir dann Erster oder Zweiter werden müssten, um nicht abzusteigen.“

„Können ganz entspannt hinfahren“

Zwei Punkte beim WHV würden den nächsten Schritt dahin bedeuten. Und sollte es tatsächlich soweit kommen, wäre sicher auch noch das eine oder andere Weißbier in Wilhelmshaven drin. „Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, das Spitzenspiel am neunten Spieltag heißt Wilhelmshaven gegen Hamm, dann hätte ich gesagt, der hat einen Nagel im Schuh“, sagt Dirk Schmidtmeier, Trainer der Zweitliga-Reserve des ASV Hamm-Westfalen, vor dem Auftritt in der 3. Liga am Samstag beim Tabellenführer, und: „Wir können da ganz entspannt hinfahren, haben nichts zu verlieren.“ Personell sieht es passabel aus. Fehlen wird erneut der Rückraum-Rechte Matthias Zimny sowie auch Kreisläufer Lars Kooij.

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