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ASV muss nach Wetzlar-Frust Wunden lecken - wann gibt es die ersten Punkte?

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Von: Günter Thomas

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Ausgebremst: Bisher hatten die ASV-Spieler – hier Stefan Bauer – noch keinen Grund zum Jubeln.
Ausgebremst: Bisher hatten die ASV-Spieler – hier Stefan Bauer – noch keinen Grund zum Jubeln. © mross

Während die Spieler der HSG Wetzlar nach dem 29:23-Erfolg beim ASV Hamm-Westfalen ausgiebig ihren ersten Saisonsieg mit den mitgereisten Fans feierten, richtete ASV-Kapitän Fabian Huesmann am Mittelkreis ein paar eindringliche Worte an seine Teamkollegen.

Hamm – Die Botschaft Huesmanns war zu erahnen – auch ohne, dass ein Mikrofon sie übermittelt hätte. „Einschwören. Nicht aufgeben. Weitermachen.“

Was bleibt dem Aufsteiger auch sonst übrig. Die Erkenntnisse, die Trainer und Spieler nach den ersten sechs Begegnungen im Handball-Oberhaus gesammelt haben, kommen der Einschätzung vor Saisonstart eben ziemlich nah: Es wird brutal schwer in der ersten Liga, um für Punkte infrage zu kommen.

Das neu formierte ASV-Team steht nicht unerwartet mit 0:12 Punkten im Tabellenkeller. Immerhin waren die Niederlagen meist mit freundlich lobenden Worten der Gegner garniert. „Hamm steigert sich von Woche zu Woche in der Arbeit, im Deckungsverband“, sagte zuletzt Wetzlars Trainer Benjamin Matschke, der froh war, dass es nicht sein Team war, das die ersten Federn gegen den Aufsteiger lassen musste – obwohl es nah dran war. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine Zeit braucht, um sich an alles zu gewöhnen. Man sieht einfach die Handschrift von Michael Lerscht, der das auf den Punkt bringt, die Jungs immer besser einstellt – und dass sie es immer besser verstehen.“

Die Aussetzer müssen abgestellt werden

Punkte gibt es dafür nicht. Das weiß auch Lerscht, der die tröstenden Worte in der Rubrik „nett gemeint – aber bringt uns nicht weiter“ abhakt. Für ihn kann es in der weiteren Arbeit nur darum gehen, die gravierenden Aussetzer, die das Team von Woche zu Woche aus der Bahn werfen, abzustellen. „Grundsätzlich sehen wir, dass die Zahl der technischen Fehler, die wir im Spiel haben, viel zu hoch ist. Die müssen wir abstellen“, sagt der ASV-Coach. „Die Deckung ist im Sechs-gegen-Sechs in Ordnung. Wir ermöglichen aber zu viele Gegenstoßtore.“

Gegen Wetzlar hat er aber immerhin auch einen Fortschritt gesehen: „Da haben wir es schon mehr geschafft, dem Gegner Aufgaben zu geben. Das war der richtige Schritt. Aber speziell mit Ballbesitz müssen wir uns weiter entwickeln – plus aggressiv mit viel Enthusiasmus verteidigen. Aber das ist keine Erkenntnis, die wir erst seit gestern haben.“

Das erhoffte Erfolgserlebnis muss her

Dennoch: Zeit und Spiele streichen ins Land. Und das erhoffte Erfolgserlebnis wird immer dringlicher gebraucht. Einerseits für die Stimmung in der Mannschaft, die der Trainer aktuell aber nicht als Problematik empfindet. „Den Jungs geht das Verlieren genauso auf den Keks wie jedem, der es mit dem ASV hält“, sagt Lerscht. „Wir müssen die Energie ins Training packen, um das nicht mehr zu haben – um die Stimmung mache ich mir erstmal keine Gedanken.“ Andererseits für die Tabelle. Denn auch die direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt sammelt nach und nach ihre Punkte. Auch GWD Minden, mittlerweile neben dem ASV das einzige Team in der Liga ohne Erfolgserlebnis, war zuletzt am Donnerstag beim 26:27 im Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf nah am Punktgewinn. Dass der Respekt seiner Spieler vor der Liga noch zu groß sei, glaubt Lerscht indes nicht. „Wir müssen einfach unser Spiel optimieren, das Umschaltspiel entwickeln, besser werden – das sind die wichtigen Punkte. Und die haben nichts mit Respekt zu tun.“

Dreimal waren die ASV-Spieler bisher nah am Punktgewinn. Bei der 28:29-Niederlage in Gummersbach, beim anschließenden Heimspiel gegen den HC Erlangen (29:32) – und eben beim jüngsten Auftritt in der heimischen Arena gegen die HSG Wetzlar.

Dass es in allen drei Fällen nicht geklappt hat, erhöht den Frust – denn so viele Gelegenheiten, zu Punkten zu kommen, wird es auch künftig in der Bundesliga für den ASV nicht geben.

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