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ASV Hamm-Westfalen: Im Stil einer Spitzenmannschaft

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Von: Günter Thomas

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Bärenstark und abgeklärt: Jan Brosch und der ASV in Coburg.
Bärenstark und abgeklärt: Jan Brosch und der ASV in Coburg. © Stache

Diesen Siegestanz hatten sich die Spieler des ASV Hamm-Westfalen mehr als verdient: Nach einem souveränen Auftritt im Spiel der 2. Handball-Bundesliga beim HSC Coburg feierte die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht einen deutlichen 32:26 (15:12)-Erfolg.

Im Vorfeld der Partie hatte es bei den Gastgebern einen Trainerwechsel gegeben. Alois Mraz wurde nach einem Start von 4:8 Punkten und zuletzt drei Niederlagen in Folge von seinem Amt enthoben, Brian Ankersen, gekommen von der SG BBM Bietigheim, übernahm Mitte der Woche. „Das war natürlich eine Nachricht für uns unter der Woche“, sagte ASV-Coach Michael Lerscht. „Aber wir müssen das beeinflussen, was wir können – und das ist unsere Leistung.“

Auf der anderen Seite räumte Ankersen ein, dass „ich erstmal Gespräche geführt habe. Den ganz großen Einfluss hatte ich bis jetzt noch nicht. Aber heute wird auch die eine oder andere Überraschung kommen.“

Bereits am Freitagmittag nach dem morgendlichen Abschlusstraining hatte sich der ASV-Tross auf den Weg in Richtung Coburg gemacht – bis ins thüringische Gotha, das als Zwischenstation diente. Matej Mikita war als einziger Spieler des Kaders zuhause geblieben. Nicht wegen einer Verletzung, sondern, weil er Vaterfreuden entgegenblickt. „Wir haben bis zum letzten Moment abgewartet, ob das Kind schon vorher kommt“, sagt ASV-Coach Michael Lerscht. „Dann haben wir ihm aber frei gegeben.“

Fabian Huesmann wieder dabei

Während der Neuzugang die Reise also nicht mit antrat, war Fabian Huesmann an Bord, als sich der Bus in Richtung Coburg aufmachte. Die Knöchelverletzung, die sich der Kapitän beim Heimspiel gegen Bietigheim zugezogen hatte, erwies sich als nicht so schwerwiegend wie befürchtet – und Huesmann begann in Coburg direkt wieder in der Startformation.

Dort erlebte er zunächst das erwartet offene Spiel. in dem Coburgs Merlin Fuss den ersten Treffer setzte. Jo Gerrit Genz und Jan Brosch drehten das Ergebnis zwar bis zur fünften Minute zum 1:3, danach blieb es aber lange völlig ausgeglichen.

Auf beiden Seiten gingen die Angriffe oft ins Zeitspiel, weil die Defensivreihen gut standen und beide Teams durch gut vorbereitete Möglichkeiten versuchten, dem Kontrahenten die Chance zum Tempogegenstoß zu nehmen. So stand es nach 20 Minuten immer noch unentschieden – auch, weil beide Torhüter noch kein Faktor geworden waren.

Starke Phase vor der Pause

Das sollte sich allerdings ändern. Vladimir Bozic, nach 16 Minuten für Felix Storbeck in die Partie gekommen, gelang in der 20. Minute mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Milos Grozdanic seine erste von drei wichtigen Paraden bis zur Halbzeit. Er verhinderte damit die erneute Führung für Coburg, und auf der anderen Seite ließen die Gäste bis zur Pause einen 5:2-Lauf folgen. Hamm lag plötzlich mit 15:12 perfekt im Rennen.

Der ASV knüpfte nach dem Wechsel nahtlos an die gute Vorstellung des ersten Durchgangs an. Baijens vergab zwar zunächst noch zu siegessicher einen Tempogegenstoß, danach legten aber Sören Südmeier und der bärenstarke Jan Brosch zum 17:12 nach.

Hamm beeindruckte weiter, trumpfte stark auf. Und hielt Dank der guten Defensive und der Abgeklärtheit im Angriff den Vorsprung bis zur 40. Minute bei sechs Treffern (22:16). Und musste direkt danach einen 0:4-Lauf zum 22:20 hinnehmen, weil Coburg jetzt konsequent im Angriff den Torhüter herausnahm und auf den siebten Feldspieler setzte.

Doch die Gäste überstanden die kurze Unsicherheit, stellten sich auf die neue Situation besser ein – und profitierten von leichten Fehlern des HSC. Nach 48 Minuten war der Vorsprung wieder bei sechs Treffern (27:21). Die Gäste hatten alle Trümpfe in der Hand. Und spielten sie in der Schlussphase souverän aus.

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