Handball

Dramatischer Saisonstart vor leeren Rängen

Sören Südmeier ASV Hamm-Westfalen gegen TV Emsdetten
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Starker Auftritt: Sören Südmeier erzielte acht ASV-Treffer.

Volle Ränge - tolle Stimmung? Fehanzeige. Der Start des ASV Hamm-Westfalen in die Saison 2020/2021 der 2. Handball-Bundesliga hätte, was die äußeren Umstände betrifft, trister nicht sein können. Das Westfalen-Derby gegen den TV Emsdetten fand coronabedingt ohne Fans statt. Die Partie hätte dennoch einige Sektspritzer verdient gehabt, nachdem der 25:24 (15:11)-Erfolg der Gastgeber in einem spannungsgeladenen Match feststand.

Der ASV hatte nichts unversucht gelassen, um auch ohne Zuschauer ein wenig Atmosphäre in die Halle zu zaubern. Die komplette Gegentribüne hatten die Fans mit einer überdimensionalen ASV-Fahne geschmückt, wie üblich wurde vor der Partie laut Musik eingespielt und Hallensprecher Thomas Scharschmidt bemühte sich, die leeren Ränge im Rahmen der trotz leerer Tribünen stoisch zelebrierten Einlaufzeremonie zu ignorieren.

Nicht zu übersehen war allerdings, dass der ASV stark ramponiert in die Partie gehen musste. Denn wie angekündigt standen die verletzten Marian Orlowski (Rücken) und Merten Krings (Daumen gebrochen) erst gar nicht auf dem Spielbogen. Marten Franke (Muskelfaserriss) machte sich nur ein wenig warm. Immerhin: Der Rückraumrechte Jan von Boenigk absolvierte das komplette Aufwärmprogramm und wurde später sogar zu einer der entscheidenden Figuren der Partie.

Emotionaler Fight von beiden Seiten

Diejenigen, die auf der Platte standen, versuchten, die von außen fehlenden Emotionen durch eine sehr ausgeprägte Körpersprache zu kompensieren. Und mit einer äußerst konzentrierten Vorstellung. Sören Südmeier, vor einer Woche im Test gegen Hagen gerade erst ins Team zurückgekehrt, eröffnete den Torreigen mit dem ersten Treffer der Saison - es sollten noch sieben weitere des überragend auftrumpfenden Mittelmanns folgen. Doch auch die Gäste hatten sich viel vorgenommen. Immer wieder stand die Bank bei guten Aktionen der Spieler. Und so dauerte es bis zur sechsten Minute, ehe ein verworfener Siebenmeter von TVE-Akteur Dirk Holzner gegen Hamms Keeper Felix Storbeck beim Stand von 3:3 für den ersten Bruch im Spiel der Gäste sorgte. David Spiekermann, Jo Gerrit Genz und Jan Pretzewofsky mit dem ersten Tempogegenstoß nutzten die Phase, um eine Drei-Tore-Führung für den ASV herauszuwerfen (11.).

Doch auch nach dem 8:4 durch Fabian Huesmann (14./Siebenmeter) wurde Emsdetten nicht nervös und erwies sich weiter als zäher Kontrahent. Tor um Tor holte der Gast auf, und nach 25 Minute schien die Partie wieder offen, als Julian Damm zum 12:11-Anschluss traf. Ein Steal durch Jan von Boenigk mit folgendem Tempogegenstoß-Treffer des Linkshänders (27.), ein Foul von TVE-Akteur Tomas Urban in der nächsten Szene gegen von Boenigk, das die Rote Karte zur Folge hatte (28.), und zwei weitere Treffer durch Kapitän Jakob Schwabe und Huesmann sorgten jedoch für den nächsten Höhenflug der Hammer - und eine beruhigende 15:11-Pausenführung.

Vorentscheidung verpasst

Als der ASV nach der Pause zum 20:13 nachlegte, sah das Team wie der sichere Sieger aus (41.). Doch ein, zwei schludrige Aktionen im Gefühl des sicheren Sieges sorgten dafür, dass ein Ruck durch die Gäste ging. Und die Hausherren zunehmend den Faden verloren. Es folgte ein 2:9-Lauf, bei dem vor allem Konstantin Madert im TVE-Tor unüberwindbar wurde, sowie Alvis Jurdzs und Marcel Schliedermann überragten. Nach 54 Minuten war plötzlich alles wieder offen (22:22).

Als dann Felix Storbeck den Wurf zum möglichen 22:23 parierte, wendete sich das Blatt erneut. Auf der anderen Seite traf Südmeier zum wichtigen 23:22 (57.), und als der Spielmacher eine Minute später auch noch den 24. Treffer erzielte und Huesmann die Führung 30 Sekunden vor dem Ende auf zwei Tore erhöhte, lag Hamm plötzlich wieder mit zwei Treffern vorn. Der Anschluss war nur noch Makulatur. Die Kabinenparty konnte beginnen.

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