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ASV Hamm-Westfalen: Starke Schlussphase gegen die Rhein-Neckar Löwen reicht nicht

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Von: Günter Thomas

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Stark nach der Pause: Yonatan Dayan.
Stark nach der Pause: Yonatan Dayan (links). © Reiner Mroß

Ausverkauftes Haus, prächtige Stimmung, aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber - aber keine Punkte. Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen war auch zur Heimpremiere in der Handball-Bundesliga gegen die Rhein Neckar Löwen chancenlos. Mit 30:35 (11:21) unterlag das Team von Trainer Michael Lerscht dem deutschen Spitzenteam. Die Köpfe durften dennoch oben bleiben.

„Das wird das deutlich schwerere Spiel“, hatte Sebastian Hinze, neuer Trainer der Gäste im Vorfeld der Partie beim ASV gewarnt - und meinte die Partie in Hamm im Vergleich zum klaren 36:25-Auftaktsieg gegen die MT Melsungen am ersten Spieltag. Eine Aussage, mit der er wohl die Sinne seiner Spieler schärfen wollte – und darauf hinweisen, dass ein Aufsteiger zur Heimpremiere immer gewisse Gefahren birgt. Dass sein Team klar in der Favoritenrolle sein würde, dürfte auch ihm klar gewesen sein.

Die Kulisse in der fast ausverkauften Westpress Arena war jedenfalls prächtig. Die Stimmung auch. Die Überraschung lag dagegen nicht in der Luft. Zu fokussiert begannen die mit Nationalspielern gespickten Gäste, um auch nur den Hauch der Witterung einer Sensation zuzulassen.

Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als es schon 0;3 stand – die Gäste drückten ordentlich auf das Gaspedal, spielten die Hausherren schwindelig und ließen dem Aufsteiger kaum Zeit zum Luft holen. Dazwischen lag die Chance für Fabian Huesmann per Siebenmeter zum 1:2-Anschluss – doch scheiterte der Kapitän am stattlichen Mikael Appelgren im Löwen-Tor.

Als dann Tim Wieling der erste Hammer Treffer gelang, wurde es zum ersten Mal richtig laut in der Halle.

Doch die Gäste hielten auch in der Folge das Tempo hoch. Angetrieben von Nationalspieler Juri Knorr auf der Spielmacherposition legte der Deutsche Meister von 2016 und 2017 Treffer um Treffer nach.

Bis zum 2:8 (9.) ließ der ASV-Coach sie gewähren. Dann nahm Michael Lerscht seine erste Auszeit der Partie, um den Rausch, in den sich die Gäste gespielt hatten, zu unterbrechen. Laut und deutlich versuchte er, seine Spieler an den Matchplan zu erinnern – und tatsächlich gelang es dem Team anschließend den Fluss der starken Mannheimer ein wenig zu bremsen.

Ein besseres Ergebnis wäre zur Pause möglich gewesen – doch zwei unkonzentrierte Phasen des ASV ermöglichten Mini-Serien der Gäste – zunächst von 5:10 (14.) auf 5:14 (16.), dann in den Sekunden vor der Pause von 11:18 auf 11:21.

Nach dem Wechsel wurde die Partie ein wenig ruhiger. Die Löwen legten zwar noch zwei Treffer nach, nahmen aber spürbar an Tempo heraus. Zudem gelang Hamm jetzt die eine oder andere gute Abwehraktion. Vorne hatte die Mannschaft dagegen Pech – gleich dreimal landete der Ball an der Latte des weiter von Appelgren gehüteten Tores.

Vor allem Savvas Savvas ärgerte sich maßlos, als er völlig frei den Ball vor das Gebälk knallte (37.). Mit der entsprechenden Wut im Bach war er es dann, der seinen Frust abließ, indem er die nächsten drei Hammer Treffer ins Netz drosch.

Auch nach 50 Minuten belief sich der Vorsprung noch auf zehn Treffer (20:30). Den Zuschauern, die jetzt für ihr Team aufstanden, gefiel es trotzdem. Und die Gastgeber lieferten bedankten sich auf ihre Weise. Sechs Treffer in Folge ließen den Vorsprung der Löwen, die zwischenzeitlich viele Wechsel vorgenommen hatten, auf vier Tore schrumpfen - am Ende warten es fünf. Die Halle stand Kopf - und der ASV hatte sich trotz des schwierigen Starts auch im zweiten Spiel achtbart aus der Affäre gezogen.

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