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ASV: Souveräne Vorstellung in Lübeck

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Von: Günter Thomas

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VfL Luebeck-Schwartau vs. ASV Hamm-Westfalen, Handball, 2. Bundesliga, 01.12.21
Lufthoheit: Marian Orlowski. © 54° / Felix Koenig

50 dominante sowie zehn kribblige Minuten und unter dem Strich ein verdienter Auswärtssieg: Der ASV Hamm-Westfalen hat sich in der 2. Handall-Bundesliga nach der Heimniederlage gegen Eintracht Hagen eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit 34:29 (17:12) gewann die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht beim VfL Lübeck-Schwartau und bleibt damit auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze.

Lübeck – Mit dem kompletten Kader hatte der ASV-Tross mittags um zwölf Uhr die Fahrt nach Lübeck angetreten. Doch erst eine Stunde vor Spielbeginn war Coach Michael Lerscht noch einmal mit Co-Trainer Jens Gawer in die finale Besprechung gegangen, um die letzten offenen Fragen zur Startaufstellung des Teams zu klären. „Auf zwei Positionen waren wir noch nicht sicher, wer beginnen sollte“, sagte Lerscht. „Und es hat sich mittlerweile so eingespielt, dass wir uns kurz vor dem Spiel noch einmal final besprechen.“

Heraus kam dabei keine große Überraschung – einzig im Tor gab es einen Wechsel im Vergleich zum Hagen-Spiel: Felix Storbeck begann für Vladimir Bozic. Eine Entscheidung, die sich vor allem im Verlauf des ersten Durchgangs auszahlen sollte. Denn der Hammer Keeper war von Beginn an im Spiel und kam in den ersten 30 Minuten bereits auf neun Paraden.

Auch die anderen ASVer waren gleich auf Betriebstemperatur – aufgeweckt durch einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen zu Beginn. So machte Lerscht seinem Unmut lautstark Luft, als eine Aktion gegen Jan von Boenigk nicht mit einem Freiwurf geahndet wurde (6.). Das 3:2 im Gegenzug für Lübeck und die Gelbe Karte gegen den Hammer Trainer waren die Folge.

Der VfL legte noch zwei Treffer zum 5:2 nach. Doch Hamm blieb in dieser Phase cool – und schlug mit einer abgeklärten Vorstellung zurück. Denn nach dem Treffer zum 6:3-Zwischenstand durch Finn Kretschmer ließ die Abwehr um Jan Brosch und Markus Fuchs gegen den 4:2-Angriff der Gastgeber lange Zeit nichts mehr zu. Konsequent wurden Schwartauer Angriffe unterbrochen, und wenn ein Spieler der Hausherren zum Abschluss kam, war Storbeck meist zur Stelle.

Acht Hammer Treffer in Folge waren das ansehnliche Resultat dieser Phase – insgesamt ein 10:1-Lauf zum 13:7-Zwischenstand. Die zuvor noch zuversichtlichen Lübecker Zuschauer, skandierten nun verzagt: „Kämpfen, Schwartau, kämpfen“.

Doch der ASV behielt das Kommando in der Halle, hatte die Schaltstationen mit dem wendigen Matej Klima, Markus Hansen oder Niels Versteijnen gut im Griff. Auf der anderen Seite zog Dani Baijens in der Angriffs-Schaltzentrale umsichtig die Fäden, forcierte das Tempo, im richtigen Moment – und so belohnte sich sein Team mit einer komfortablen und verdienten 17:12-Pausenführung.

Genauso souverän, wie sich die Gäste in die Pause verabschiedet hatten, kamen sie auch wieder raus. Drei schnelle Treffer durch Fabian Huesmann per Kempatrick und Gegenstoß, sowie Baijens zum 20:12 (33.) ließen bei den Hausherren zunächst keine Hoffnung darauf aufkommen, noch einmal in die Partie zurückzukommen.

Kurz darauf begann das ASV-Gebilde doch noch einmal zu wackeln. Mit vier Treffern in Folge verkürzte der VfL zwischen der 34. und 42. Minute auf 22:18 – Zeit für den Hammer Trainer, um eine Auszeit zu nehmen.

Deutlich offenere Deckung

Und die Spieler setzten die Vorgaben um. Ein 5:1-Lauf zum 26:19 (46.), und die Hoffnung er Gastgeber kochte wieder auf Sparflamme. Noch waren allerdings 14 Minuten zu spielen. Und der VfL versuchte noch einmal alles. Mit einer deutlich offeneren Deckung begegnete das Team nun den Gästen, zudem hielt nun auch Torhüter Silas Schramm einige Bälle.

Als dann Kretschmer den Rückstand fünf Minuten vor Schluss auf drei Tore verkürzte, war die Halle plötzlich wieder da. Jetzt hieß es doch noch Nerven bewahren. Und das taten die Gäste. Enger wurde es nicht mehr. Und am Ende freute sich Hamm über die zwei Punkte.

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