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ASV Hamm-Westfalen schnuppert an der Sensation gegen den SC Magdeburg

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Von: Günter Thomas

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Überragte im ersten Durchgang: ASV-Spielmacher Dani Baijens.
Überragte im ersten Durchgang: ASV-Spielmacher Dani Baijens. © Reiner Mroß

30 Minuten lang hoffte Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen gegen den Klub-Weltmeister SC Magdeburg auf eine Pokalsensation - am Ende hatte sich die Mannschaft im Achtelfinale des DHB-Pokals vor 1495 erlaubten Zuschauern in der Westpress Arena bei der 26:31 (14:13)-Niederlage mehr als teuer verkauft.

Hamm – Das Déjà vu blieb Bennet Wiegert und Yves Grafenhorst erspart. Im Jahr 2008 hatte das Trainergespann des SC Magdeburg – damals als Spieler – im DHB-Pokal eine bittere 32:37-Niederlage beim ASV Hamm einstecken müssen und war aus dem Wettbewerb ausgeschieden. 13 Jahre später brauchte es zumindest eine wach rüttelnde Kabinenansprache der Beiden, um die erneute Sensation zu verhindern. Nach einer berauschenden ersten Halbzeit schnupperte der ASV Hamm-Westfalen auch 13 Jahre später im Achtelfinale des Wettbewerbs an der Sensation – dieses Mal nutzte der aktuelle Klub-Weltmeister allerdings die zweiten 30 Minuten, um das Ergebnis zu begradigen.

Die Vorfreude bei Fans und Spielern des ASV auf die Partie war groß. Auch ohne coronabedingte Zuschauerbeschränkungen wäre die Kapazität der Arena wohl an ihre Grenzen gestoßen – so waren es zumindest die erlaubten 1495 Zuschauer: Ausverkauft. Dass Torhüter Vladimir Bozic aufgrund einer Muskelverletzung nur zusehen würde, war im Vorfeld bereits klar. Aber auch Alexander Reimann musste passe´n, nachdem er sich am Samstag beim 34:31-Sieg in der Liga gegen den TV Emsdetten eine schwere Prellung zugezogen hatte.

Beiden dürfte beim Zuschauen zunehmend das Herz geblutet haben. Denn der erste Durchgang verlief für den Zweitligisten wie im Traum: Statt der erwarteten Dominanz des Klub-Weltmeisters aus Magdeburg entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Zwar brauchten die Gastgeber zweieinhalb Minuten, um im Spiel anzukommen. Dann boten sie dem mit 30:0 Zählern verlustpunktfreien Tabellenführer der 1. Handball-Bundesliga einen mitreißenden Fight.

Selbst, als Magdeburg nach zehn Minuten erstmals mit zwei Toren in Führung gegangen war (6:8), blieben die Hausherren cool, spielten weiter ihren Streifen – und hatten damit Erfolg. Angeführt von einem überragenden Strategen Dani Baijens war vier Minuten später der Ausgleich wieder hergestellt (8:8).

Mehr noch: In der Folge gelang es, durch Baijens und Genz sogar wieder, zum 11:10-Zwischenstand vorzulegen (20.). Wiegert wurde langsam ungeduldig, nahm beim 13:13-Ausgleich, den Huesmann per Gegenstoß erzielte, eine Auszeit, in der er missmutig das Fernsehmikrofon zur Seite schob, mit dem den Zuschauern Einblick in die taktischen Vorgaben gegeben wird.

Als dann Alexander Engelhardt wenige Sekunden vor der Pause zur Krönung dieses ersten Durchgangs nach schönem Anspiel von Baijens auch noch der 14:13-Führungstreffer gelang und der überragende Felix Storbeck den anschließenden Verzweiflungswurf mit der Halbzeitsirene parierte, war die Pausen-Sensation perfekt.

Mit einer deutlichen Ansage in der Kabine und neuem Schwung begann der Favorit den zweiten Durchgang – und mit drei Treffern in Folge zum 15:17 (34.). Die Partie nahm den erwarteten Verlauf mit 30-minütiger Verspätung.

Einmal verkürzte Hamm noch auf 16:17 (36.), dann legte der SCM einen 4:1-Lauf zum 17:21 nach (40.) – und nach dem folgenden Team-Timeout von Lerscht vier weitere zum 17:25 (45.). Die Luft war binnen zehn Minuten raus aus der Partie – jetzt ging es nur noch darum, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Und das gelang.

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