Handball

ASV möchte gegen Rimpar mit einem Rückkehrer zur Leichtigkeit

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Mittelmann Merten Krings (links) steht gegen Rimpar vor der Rückkehr in den Kader des ASV Hamm-Westfalen.

Die bislang überraschend starke Zweitliga-Saison wollen die Handballer der Rimpar Wölfe auch am Sonntag (17 Uhr) in Hamm bestätigen. Doch der ASV muss Wiedergutmachung leisten.

Hamm - 2146 Zuschauer sahen am vergangenen Wochenende die 23:26-Niederlage ihrer Wölfe gegen Bundesliga-Absteiger Bietigheim. Für Rimpar bedeutete das eine Rekordkulisse in der Arena in Würzburg. Zugleich war es erst die zweite Pleite im achten Saisonspiel. Das ist etwas Besonderes für diesen Klub, der Jahr für Jahr als Außenseiter startet. 

„Wir wollen möglichst lange auf dieser Welle schwimmen“, sagte Trainer Ceven Klatt, der vor einigen Jahren selbst noch als Kreisläufer in der zweiten Liga aktiv war, der „Süddeutschen Zeitung“. Vor dem Bietigheim-Spiel hatte seine Mannschaft aus dem 7645-Einwohner-Dorf vier Siege in Serie eingefahren, das Selbstbewusstsein dürfte weiter intakt ein.

Die Zutaten des Wölfe-Höhenflugs: eine starke Abwehrarbeit – kein Team hat weniger Gegentore kassiert –, Routinier Max Brustmann (36) zwischen den Pfosten, eine austrainierte Mannschaft. „Es werden auch andere Zeiten kommen. Deshalb müssen wir jetzt alles mitnehmen, was wir mitnehmen können“, sagte Klatt. Das kann auch als Zielvorgabe für den Auftritt in Hamm verstanden werden. Doch der 36-Jährige betont gegenüber der „Main-Post“: „Diesmal sind wir klarer Außenseiter.“ Und: „Das ist eine ganz anspruchsvolle Aufgabe.“

Lob für Wölfe-Keeper Brustmann

ASV-Coach Kay Rothenpieler bezeichnet Rimpar als „eine Mannschaft, die immer gefährlich ist“. Das Team profitiere davon, eingespielt in die Saison gestartet zu sein. „Und Max Brustmann ist sicher eine der stärksten Torhüter der Liga.“

Wer sich aber auf der Homepage der Wölfe auf das Verfolger-Duell am Sonntag einstimmt, kann sich nicht nur schnell die Favoritenfrage beantworten. Es liest sich so, als sei der ASV bereits uneinholbar enteilt. Die Torhüter Felix Storbeck und Oliver Krechel werden als „eines der besten Gespanne“ der Liga bezeichnet. Die Abwehr sei „bärenstark“. Kreisläufer Jan Brosch in der Offensive „eine echte Waffe und von den Abwehrreihen kaum zu bremsen“. Spielmacher Sören Südmeier leite das ASV-Spiel „mit seiner Erfahrung“ und sei „selbst noch sehr torgefährlich“. Rothenpieler verfüge „über eine sehr breite Auswahl an Rückraumspielern“, der ASV sei „sehr schwer auszurechnen“. Und die Flügelzange Fabian Huesmann und Vyron Papadopoulos „ligaweit für ihr Tempospiel gefürchtet“.

"Wir haben einfach scheiße gespielt"

Für einige Hammer Auftritte in dieser Saison stimmt all das sogar. Die klaren Siege in Bietigheim und Hamburg, der haushohe Derby-Erfolg gegen Emsdetten und das 31:24 gegen Lübeck-Schwartau haben bei der Konkurrenz Eindruck hinterlassen. Doch es gab auch die anderen, teils gar enttäuschenden Auftritte: das unnötige Remis in Konstanz, die Niederlage beim heimstarken ThSV Eisenach, vor allem aber die Pleite im Topduell vergangene Woche bei Tusem Essen.

„Wir haben einfach scheiße gespielt“, fand Brosch nach dem 21:28 deutliche Worte. Rothenpieler sprach von einer „desolaten Angriffsleistung“ des Tabellendritten, der mit Rimpar nach Punkten (11:5) gleichauf ist und einen Zähler Rückstand auf das Spitzenduo Essen und Coburg hat.

Selbstvertrauen für Auswärtsaufgabe in Coburg

Unter der Woche quälte der Trainer seine Akteure noch mit einigen Videoaufzeichnungen der Auswärtspleite. Viele neue Erkenntnisse brachte das nicht. „Der Angriff war ganz klar die Schwäche“, wiederholte Rothenpieler. „Unsere Effektivität muss deutlich besser werden.“ Zu sehr hadern möchte der ASV-Coach aber nicht mehr. „Auch das Spiel hat nur zwei Punkte gebracht. In Essen kann man unterm Strich verlieren. Tusem spielt eine starke Saison. Über die Art und Weise haben wir gesprochen. Egal, was wir taktisch probiert haben. Nichts hat funktioniert. Alle Spieler waren sehr einsichtig. Es war einfach ein gebrauchter Tag. Damit ist es auch gut jetzt.“

Gegen Rimpar solle die Mannschaft zurück zur Leichtigkeit finden, nicht mehr in Angst verfallen und immer wieder den Querpass suchen. Rothenpielers Ansage: „Klar, wir haben Respekt vor dem Gegner. Aber wir wissen von unserer Qualität. Wir wollen das Heimspiel unbedingt gewinnen. Wir wollen von Anfang an zeigen, dass es in Hamm nichts zu holen gibt.“ Zumal sich ein Heimsieg nicht nur überaus schmuck in der Tabelle machen würde. Eine Portion Selbstvertrauen könnte der ASV ebenfalls gut gebrauchen. Das nächste Auswärtsspiel am Samstag, 2. November (19.30 Uhr), führt die Hammer nämlich zum Aufstiegsmitfavoriten HSC Coburg.

Mittelmann Merten Krings ist zuletzt schmerzlich vermisst worden im Kader des ASV Hamm-Westfalen. Der 30-Jährige, der vor der Saison vom TV Emsdetten gekommen war, hatte sich einen Anriss des Syndesmosebandes im rechten Knöchel zugezogen. Die vergangenen drei Begegnungen verpasste Krings dadurch komplett. Vor dem Heimspiel am Sonntag gegen die Rimpar Wölfe äußert sich Hamms Trainer Kay Rothenpieler aber zuversichtlich: „Merten befindet sich auf dem Weg der Besserung.“ Voraussichtlich werde er sogar in den Spieltags-Kader zurückkehren. Eine endgültige Entscheidung könne Rothenpieler aber erst nach dem Abschlusstraining am Samstag treffen. „Wieviel er dann spielen wird, müssen wir abwarten. Merten fehlt natürlich der Rhythmus.“ Nicht zur Verfügung steht Linksaußen Vyron Papadopoulos (Knieödem).

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