1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

ASV Hamm-Westfalen meldet zum Auftakt bei Meister Magdeburg fast alle Spieler an Bord

Erstellt:

Von: Günter Thomas

Kommentare

Ist nach dem Ausfall von Björn Zintel auf Rückraum Mitte gefordert: Yonatan Dayan.
Ist nach dem Ausfall von Björn Zintel auf Rückraum Mitte gefordert: Yonatan Dayan. Foto: Lehmann © Mathias M. Lehmann

Am Sonntag beginnt für Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen das Abenteuer Handball-Bundesliga - ausgerechnet beim Meister SC Magdeburg muss die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht ihre Ligatauglichkeit beweisen.

Hamm – Vorfreude? Natürlich groß. Auch wenn diese den Gesichtern von Thomas Lammers und Michael Lerscht nicht auf den ersten Blick anzusehen ist. Denn der Geschäftsführer und der Trainer des ASV Hamm-Westfalen haben noch viel Arbeit vor der Brust, bis am Sonntag das Abenteuer Bundesliga endlich beginnt. „Die Vorfreude ist seit dem 3. Juni da, als feststand, dass wir aufsteigen werden“, versichert Lammers im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag zur Auftaktpartie des Teams am Sonntag beim SC Magdeburg (14 Uhr/Getec-Arena). „Aber gerade herrscht bei uns noch extrem viel Stress. Der Sonntag ist dann einer der ersten Tage, an denen man das genießen kann.“

Für Trainer und Mannschaft stehen unterdessen die letzten Vorbereitungen auf die Partie beim Deutschen Meister an. Lerscht hat noch einmal eine Video-Stunde angesetzt, in der er seinen Spielern die letzten Erkenntnisse – gesammelt beim Supercup am Donnerstag zwischen dem SC und dem THW Kiel (33:36) – vermitteln wird. Wie für den Großteil des Kaders feiert der Coach am Sonntag Premiere in der 1. Liga. „Natürlich ist das etwas Besonderes“, sagt er daher – unabhängig von der Liga sei die Anspannung aber zu Saisonbeginn immer besonders hoch. „Es geht am Ende der Vorbereitung darum, zu gucken, wie man die Dinge erarbeitet hat, wie man in die Saison findet. Da kribbelt es vor dem ersten Ligaspiel besonders.“

Dass sein Team beim mit Weltstars gespickten Meister nur krasser Außenseiter ist, weiß Lerscht, betont aber: „Bei allem Respekt sollten wir wissen, dass wir auch Handball spielen und einiges als Gruppe in die Waagschale werfen können. Wir haben uns durch eine gute letzte Saison dafür qualifiziert, in dieser Liga zu spielen. Jetzt wollen wir diesen Platz verteidigen. Das haben die Jungs für sich verinnerlicht. Für was das in Magdeburg am Ende reicht, steht auf einem anderen Blatt Papier.“

Bestmögliche Performance

Um die bestmögliche Performance auf die Platte bringen zu können, wird sich das Team bereits am Samstag auf die Reise in Richtung Sachsen-Anhalt machen, damit es am Sonntag zur ungewohnten Anwurfzeit um 14 Uhr möglichst ausgeruht auf die Platte gehen kann.

Auch die personelle Situation scheint sich im Hammer Lager deutlich zu entspannen. Denn Abwehrspezialist Markus Fuchs und die beiden Linksaußen, Kapitän Fabian Huesmann und Neuzugang Alexander Schulze, die zuletzt beim Pflichtspielauftakt in Wilhelmshaven allesamt fehlten, werden rechtzeitig zum ersten Saisonhöhepunkt wieder auf der Platte zurück erwartet. „Der eine oder andere Athlet schleppt leichte Blessuren aus der Vorbereitung mit“, sagt Lerscht. „Ich hoffe aber Stand jetzt, dass alle einsatzfähig sind.“

Mit Ausnahme von Rückkehrer Björn Zintel, natürlich. Der Spielmacher fällt nach seiner Schulter-Operation noch Monate aus. Um die klaffende Lücke, die sein Fehlen verursacht hat, zu schließen, haben Coach und Mannschaft während der Vorbereitung andere Modelle erarbeitet, bei denen sich in erster Linie Marian Orlowski und Yonatan Dayan die Arbeit auf Rückraum Mitte teilen sollen.

„Björn wird ein entscheidender Teil werden“

„Wir haben im Großkader 21 Spieler, jeder trägt eine gewisse Last und Verantwortung für diese Saison“, sagt Lerscht. „Jedes Puzzelteil das fehlt, macht die Last für die anderen größer und fehlt uns im Gesamtkonzept. Björn soll und wird dann nach seiner Rückkehr ein entscheidendes Teil werden. Aber auch Markus Fuchs fehlte ja in der Vorbereitung, das Einspielen und Aufbauen von Automatismen, ist daher nicht soweit wie wir das erhofft haben.“

Einer, der zu diesem erweiterten Kreis gehört, ist. Niko Bratzke. Der Neuzugang vom Zweitligisten Eintracht Hagen, der im Training und durch seinen beherzten Auftritt beim Pokalspiel mit fünf Toren Punkte gesammelt hat, wird den Kader in Magdeburg ergänzen. „Zu was es dann im Spiel reicht, ist davon abhängig, wie die anderen performen“, sagt sein Coach, der den 20-jährigen U19-Europameister behutsam aufbauen will. Denn auch der auf Rückraum Mitte und Linksaußen einsetzbare Nachwuchsmann weist nach seinem verletzungsbedingt späteren Einstieg in die Vorbereitung noch Rückstand auf.

Für diejenigen, die auf der Platte stehen, gilt vor allem: Nicht vor dem Eindruck einer voraussichtlich mit 8 500 Zuschauern ausverkauften Halle und den großen Namen in den Reihen des Gegners in Ehrfurcht erstarren. „Wir haben genauso einen Matchplan entwickelt, wie in den Jahren davor“, betont Lerscht. „Jede Mannschaft hat ein System. Wir müssen gucken, wie wir unsere Stärken damit vereinbaren können, wie wir das, was wir gut können, aufs Feld kriegen, um dem Gegner die Stärken nicht zu geben.“

Auch interessant

Kommentare