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ASV Hamm-Westfalen ist bereit für das Topspiel gegen Gummersbach

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Von: Günter Thomas

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Gegen Gummersbach gefordert: Jan Brosch.
Gegen Gummersbach gefordert: Jan Brosch. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Vorfreude beim ASV Hamm-Westfalen: Am Freitag (19.15 Uhr) kommt der VfL Gummersbach, Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga, zum Topspiel in die Westpress Arena.

Hamm – VfL Gummersbach: Der Name elektrisiert – auch in den Hallen der Gegner. Als Heimat des Handballs bezeichnen sich die Oberbergischen auf ihrer Internetseite selbst. Und den Fans des VfL muss es wie eine Majestätbeleidigung vorgekommen sein, als das Team im Sommer 2019 zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte aus der ersten in die zweite Bundesliga absteigen musste. Zwei vergebliche Anläufe unternahm der VfL danach, um den Betriebsunfall zu korrigieren und wieder ins Oberhaus zurückzukehren. Vergeblich. In der vergangenen Saison fehlte ein Punkt zu Platz zwei und dem damit verbundenen Aufstieg. Vor dem Spiel beim ASV Hamm-Westfalen am Freitag (19.15 Uhr/Westpress Arena) grüßt die Mannschaft von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson von der Tabellenspitze – zwei Minuspunkte vor den Gastgebern.

Ein Umstand, den der aktuelle Tabellendritte aus dem Hammer Osten im direkten Duell gerne mit einem Sieg zu seinen Gunsten ändern möchte. Das Team von ASV-Coach Michael Lerscht geht dennoch mit dem größten Respekt in diese Partie. „Für uns ist das ein Bonusspiel“, sagt Lerscht. Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen es als Wertschätzung ihrer Arbeit sehen, dass wir Teil dieses Spitzenspiels sind. Aber wir wollen unsere Arena natürlich verteidigen. Dafür haben wir einen Plan, den wir durchbringen wollen.“

Die Stärken der Gäste sind vielfältig: „Die Mannschaft erfordert von uns eine sehr komplexe Vorbereitung, das Spiel hat viele Facetten“, sagt Lerscht. „Die Gummersbacher verfügen mit der 5:1- und der 6:0-Variante über zwei gleichwertige Abwehrsysteme, zwischen denen sie switchen können. Und im Gegenstoßspiel haben sie zum Beispiel mit Lukas Blohme viel Tempo, was der ASV ja noch zur Genüge aus seiner Zeit in Hamm kennt. Aber es gibt eben noch genügend andere Stärken.“

Vor allem das Umschaltspiel der Gäste gilt es zu verhindern, wenn der ASV nicht Gefahr laufen will, vom Klassenprimus überrannt zu werden. Ein Szenario, das aber gegen jeden Kontrahenten drohen würde: „Technische Fehler bei sechs bis zehn Metern werden klassischerweise immer gnadenlos bestraft“, sagt Lerscht, der seinerseits auf der anderen Seite auf eben genau diese Ballgewinne für seine Mannschaft hofft, um selbst zu den erforderlichen leichten Toren zu kommen.

Zuschauer können zum Faktor werden

Zu einem Faktor, der helfen könnte, diese leichten Fehler zu provozieren, gehören die Zuschauer, auf die das ASV-Team in dieser schwierigen Partie setzt. „Wir haben ein schönes Spiel vor der Brust und hoffen da auf möglichst viel Unterstützung“, sagt Lerscht, der dieser Partie aber keinen richtungweisenden Charakter geben will. „Die tabellarische Platzierung am Ende der Saison entscheidet sich über das stetige Hamstern von Punkten, wo auch immer“, ist er sich sicher. „Über die Vergleiche mit den Topteams wird das nicht entschieden. Bei Spielen wie etwa in Aue, da musst du sauber bleiben.“

Gegen den VfL hofft der Coach, dass seine Mannschaft dennoch „technisch, taktisch und emotional einen guten Tag treffen“ wird, um am Ende für einen Sieg infrage zu kommen. Die Vorbereitung auf die Partie hat sich in dieser Woche jedenfalls normalisiert, nachdem nach der Partie in Ferndorf einige Spieler krank gewesen waren und mit dem Training aussetzen mussten. „Die Woche war ein bisschen zerrüttet“, räumt Lerscht ein. „Seit Montag haben wir aber wieder nahezu vollzählig trainiert.“

Nur Dani Baijens ist nach seinem Abstecher zur niederländischen Nationalmannschaft erst am Dienstag wieder eingestiegen. Rückraumakteur Matej Mikita ist zudem nach seiner Knöchelverletzung, die ihn schon in Ferndorf zur Pause zwang, weiter angeschlagen. Sein Einsatz ist offen.

Doch egal, in welcher Besetzung die Hammer auflaufen werden: Ein Sieg gegen den Tabelenführer würde Kräfte freisetzen für die kommenden Aufgaben, in denen bis Weihnachten allein fünf englische Wochen anstehen.

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