Handball

ASV Hamm-Westfalen II: Neustart mit neuem Modus in der 3. Liga

Neuzugänge für den ASV Hamm-Westfalen II
+
Drei Neue für den ASV II: Trainer Dirk Schmidtmeier (rechts) begrüßte Noah Moussa (von links/THW Kiel), Lars Kooij (TM Tønder) und Julian Fulda (TBV Lemgo). Im August kommt noch Sebastian Loos (SG Menden Sauerland Wölfe) dazu.

Mit neuem Personal und der Hoffnung, eine komplette und normale Saison spielen zu können, startet Handball-Drittligist ASV Hamm-Westfalen II in die Saisonvorbereitung.

Hamm – Es ist eine unwirkliche Zeit, die die Spieler des ASV Hamm-Westfalen II hinter sich haben. Die abgelaufene Saison war für den Handball-Drittligisten Corona-bedingt schon nach zwei Spielen beendet. Der luftleere Raum, in dem sich der Aufsteiger sportlich befand, nur schwer zu ertragen. Zwar genoss der Kader von Trainer Dirk Schmidtmeier das Privileg, auch nach dem Abbruch im November weiter regelmäßig trainieren zu dürfen – Meisterschaftsspiele hat das Team aber seit dem 38:34-Erfolg über die SG Menden Sauerland Wölfe am 18. Oktober nicht mehr bestritten. Zuletzt hatten die Spieler ein paar freie Wochen – jetzt hat die Vorbereitung auf den zweiten Anlauf in Liga 3 begonnen. „Es ist schön, wieder ein Ziel vor Augen zu haben“, sagt Schmidtmeier in der Hoffnung, „dass wir dann im September richtig in die Saison starten können.“

Die beginnt erst am 4./5. September und den Modus betreffend muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es zum zweiten Mal in Folge zwar Auf- aber keine Absteiger gegeben hat (siehe Kasten). „Ich bin aber guten Mutes, dass wir am Ende nicht zu den 26 Mannschaften gehören, die in die Oberliga absteigen werden“, zeigt sich Schmidtmeier optimistisch.

Im Training ließ er es langsam angehen, „Ich trainiere generell in der ersten Einheit nicht volles Rohr, damit die Jungs nicht auf den Brustwarzen nach Hause kriechen – die sollen sich langsam wieder gewöhnen.“

Neuzugang vier kommt Anfang August

Gewöhnung steht auch für die Neuzugänge an erster Stelle: Der Rückraumlinke Noah Moussa (19 Jahre/THW Kiel), Linksaußen Julian Fulda (19/TBV Lemgo) und Kreisläufer Lars Kooij (20/TM Tønder) aus den Niederlanden sollen sich erst einmal an die neue Umgebung und ihre Teamkollegen gewöhnen. „Noah und Julian habe ich ja schon zwei Tage jeweils im Training gehabt. Das sind sehr sympathische, ruhige Leute, die aus der Jugend kommen und für die das auch Neuland ist“, hat Schmidtmeier einen guten Eindruck von den Neuzugängen. „Ich glaube aber, dass sie sich gut einleben. Und Lars ist sehr offen, redet viel.“ Der Niederländer hat bereits 2019 mit der A-Jugend der SG Flensburg-Handewitt die Deutsche Meisterschaft gewonnen und will wie seine Kollegen durchaus noch höher hinaus kommen.

Ein weiterer Neuzugang wird ab dem 1. August zum Kader stoßen: Rechtsaußen Sebastian Loos kommt aus Menden, wo er zehn Jahre lang bis zur 3. Liga in der ersten Mannschaft gespielt hat. „Wir sind der Meinung, dass gerade die ganz Jungen im Kader noch ein wenig Führung brauen“, erklärt der Sportliche Leiter Christof Reichenberger. „Und Sebastian kann diese Rolle mit seinen 30 Jahren gut ausfüllen.“ Zumal auf Linksaußen auch Bedarf bestand, weil Dominik Wolak studientechnisch in den nächsten zehn Wochen nicht trainieren kann. „Er wird daher eventuell in die 3. Mannschaft gehen und soll dann in der 3. Liga unterstützen, wenn es brennt“, so Reichenberger. Dazu wird der Rückraumlinke Max Miebach aus der A-Jugend regelmäßig mit dem Drittligateam trainieren, „und zwei weitere, wenn sie kein Training mit der A-Jugend haben“, erklärt der Trainer.

Gut besetzt auf der Torhüterposition

Damit sieht Schmidtmeier den Kader trotz der Abgänge von Melf Krause, Magnus Aust (pausieren beide) und Keeper Patrick Krömer (zum HC TuRa Bergkamen) gut aufgestellt. „Ich bin zufrieden“, sagt er. „Wir haben sehr viele Leute, sind in der Breite besser aufgestellt als letztes Jahr und haben auf jeden Fall ein sehr gutes Torhütertrio, weil ja einer aus der ersten Mannschaft zu uns kommen wird.“

Das Ziel bleibt für den Aufsteiger der Saison 2019/20 der Klassenerhalt. „Wir haben eine interessante Liga bekommen, in der man etliche Teams schlagen kann, es kann aber auch ganz schnell in die Hose gehen“, sagt Schmidtmeier, der „sieben, acht Testspiele“ vereinbart hat, diese jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten will. „Aber ich will nicht pessimistisch sein. Alle anderen fangen ja auch bei Null wieder an.“

Zuversichtlich ist er auch, was den Ablauf der kommenden Serie angeht: „Ich hoffe schon, dass wir durch- und wieder mit Zuschauern spielen können, habe allerdings keine Ahnung, was passiert“, sagt Schmidtmeier, dessen Team auf jeden Fall mit einem Heimspiel beginnen wird – der Spielplan steht ansonsten noch nicht. „So eine Saison wie die letzte möchte ich jedenfalls nicht noch einmal erleben. Das zieht einen schon runter, und du verlierst die Lust am Sport, wenn du nur ins Nirwana hinein trainierst.“

Der Modus:

Die 3. Liga der Spielzeit 2021/2022 der Männer wird mit 82 Mannschaften in sieben Staffeln ausgetragen. Zwei Teams steigen in die 2. Bundesliga auf, 26 steigen in die Oberligen ab. Der ASV Hamm-Westfalen II wurde der Staffel B zugeteilt, der zudem die Ahlener SG, ATSV Habenhausen, LiT 1912, OHV Aurich, Team HandbALL Lippe II, TSV GWD Minden II, TuS Spenge, TV Cloppenburg, TSG A-H Bielefeld, Wilhelmshavener HV und TV Bissendorf-Holte zugeteilt sind. Innerhalb der Gruppen wird es eine Runde mit Hin- und Rückspiel geben. Die beiden erstplatzierten Mannschaften kommen in die Aufstiegsrunde, für Rang drei bis sechs ist die Saison beendet und die Teams von Rang sieben bis elf (oder zwölf in den größeren Gruppen) spielen in einer weiteren Runde in sieben Gruppen um den Klassenerhalt. Dabei werden die gegen einen direkten Konkurrenten erzielten Punkte aus der Vorrunde mitgenommen. Die Teams auf Platz eins und zwei dieser Gruppen bleiben in der 3. Liga, alle anderen steigen ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare