Sieg gegen Gummersbach

ASV feiert vor prächtiger Kulisse eine vorgezogene Silvesterparty - Fuchs fühlt sich betrogen

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Oliver Milde und der ASV gewannen das Topspiel gegen Gummersbach in der Westfalenhalle.

Der ASV Hamm-Westfalen machte aus dem Topspiel gegen Gummersbach in der Westfalenhalle eine vorgezogene Silvesterparty. Nur Markus Fuchs haderte.

Dortmund - Als kurz vor Ende auch der letzte der 9270 Zuschauer in der Dortmunder Westfalenhalle keine Zweifel mehr am 25:21 (10:10)-Sieg des ASV Hamm-Westfalen im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen den VfL Gummersbach hatte, war aus der Partie längst eine vorgezogene Silvesterparty geworden. Prickelnd, überschäumend – so wie es die 60 Minuten zuvor auf der Platte gewesen waren.

Werbung für den Handballsport – nicht weniger war das Spiel, in dem sich beide Mannschaften lange Zeit auf hohem Niveau beharkten. Und zudem eines, in dem der Gastgeber das bessere Ende für sich hatte und damit auf dem zweiten Tabellenrang in die EM-Pause geht. „Die Spieler waren angesichts der Kulisse euphorisiert“, freute sich ASV-Trainer Kay Rothenpieler. „Jeder wollte dieses Spiel unbedingt zu einem ganz besonderen machen.“

Pyro-Effekte auf der Platte und tausende Feuerzeuge – schon der Gänsehauteffekt während der Einlaufzeremonie war das Eintrittsgeld wert. Und der Start des ASV in die Partie stand dem in nichts nach. Die Gastgeber fühlten sich von Beginn an in der ungewohnten Umgebung wohl, stellten Gummersbach mit einer sehr beweglichen Deckung vor große Probleme – und hatten in Felix Storbeck einen überragenden Rückhalt zwischen den Pfosten. Acht Paraden allein in den ersten 20 Minuten, darunter zwei Siebenmeter, machten den Hammer Schlussmann zum Spieler der Anfangsphase. Und ermöglichten der Mannschaft eine 5:2-Führung (13.).

Zwei schnelle Zeitstrafen für Fuchs

Allerdings handelte sich Abwehrstratege Markus Fuchs auf der anderen Seite bereits nach neun Minuten seine zweite Zeitstrafe ein – Rothenpieler musste reagieren, um nicht vorzeitig die dritte Hinausstellung seines Innenblockers zu riskieren und stellte die Abwehr fortan um. „Die erste Zeitstrafe war okay, die zweite allenfalls eine Gelbe Karte“, ärgerte sich Fuchs. „Da habe ich mich um Spielzeit betrogen gefühlt. Aber im Gegensatz zu Bietigheim lag uns die Spielweise von Gummersbach mehr, so dass wir doch gewonnen haben.“

Gummersbach kam auf der anderen Seite immer besser in die Begegnung, stellte die Hammer vor allem in der Defensive vor Probleme. In der Abwehr war der ASV zwar weiter auf dem Posten, musste nun aber zunehmend Siebenmeterpfiffe gegen sich hinnehmen. Bis zur Pause kam der VfL auf sieben Strafwürfe – gut für den ASV, dass Storbeck und Oliver Krechel viermal in diesen Torhüter-Schütze-Duellen Sieger blieben.

Doch die Gäste hielten ihre Fehlerquote im Aufbau gering – so kamen die Hammer während des ersten Durchgangs überhaupt nicht dazu, ihre stärkste Waffe, den Tempogegenstoß, einzusetzen. Bis zum 9:7 (25.) hielt der Vorsprung dennoch, zur Pause war er allerdings beim Stand von 10:10 aufgebraucht – zu Beginn von Halbzeit zwei starteten beide Teams wieder bei Null. „In der ersten Hälfte waren wir gefühlt, was die Chancen angeht, im Plus“, urteilte VfL-Trainer Torge Greve. „Darum haben wir gesagt, dass wir so weiter spielen – es war ja gar nicht so verkehrt.“

ASV erhöht Risiko und Tempo

Fünf Minuten später sah sich Greve allerdings Lügen gestraft. Zweimal Papadopoulos per Siebenmeter, Merten Krings und Jan von Boenigk hatten einen Drei-Tore-Vorsprung herausgespielt, weil „wir uns vorgenommen haben, mit mehr Risiko, schneller zu spielen“, sagte Rothenpieler.

In der Folge blieb es eine umkämpfte Begegnung, in der der ASV seinen Vorsprung verteidigte. Als dann Jan von Boenigk erstmals auf vier Treffer stellte (45.), schallten die ASV-Sprechchöre aus allen Richtungen der Halle, denen Sören Südmeier mit dem 20:15 zusätzlich einen ohrenbetäubenden Nachhall verschaffte.

In den letzten zehn Minuten versuchte Gummersbach noch einmal alles. Greve brachte den siebten Feldspieler, stellte auf 5:1-Deckung um, was „bei uns für kurze Irritation gesorgt hat“, monierte Rothenpieler. Die Betonung lag auf kurz. Denn in der Schlussphase hielt der ASV die Gäste auf Distanz.

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