Handball

ASV: Gerechtes Unentschieden in Großwallstadt

Markus Fuchs, ASV Hamm-WestfalenAls der letzt
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Viel Arbeit gab es für Markus Fuchs und den ASV in Großwallstadt.

Von lockerem Saisonausklang war bei der Partie des ASV Hamm-Westfalen beim TV Großwallstadt nichts zu sehen: In einer einmal mehr spannenden und in der Schlussphase hektischen Partie trennten sich beide Mannschaften am Ende vor 559 Zuschauern leistungsgerecht 29:29 (15:14)-Unentschieden.

Es ist mittlerweile ein gewohntes Bild, das sich den Handball-Fans in der 2. Bundesliga bietet: Vor den Sporthallen werden die Zuschauer von mobilen Teststationen erwartet. Frauen und Männer in Schutzkleidung nehmen unangenehme Abstriche von den Menschen, die Einlass in die Hallen begehren. Das war auch in Großwallstadt nicht anders – und das, obwohl sich das Corona-Virus derzeit auch in Bayern immer stärker auf Abschiedstour befindet. In der Statistik der Sieben-Tage-Inzidenz hatte die Stadt Aschaffenburg – und damit der TVG am Sonntag gegenüber den Gästen vom ASV Hamm-Westfalen die Nase mit 10,3:12,2 um knapp zwei Prozentpunkte vorne.

Leicht irritiert waren die Gäste, als sie zunächst fälschlicherweise vor der Aschaffenburger Frankenstolz Arena Halt machten – ein Patzer, der zwar 30 weitere Minuten Fahrzeit kostete, der aber ansonsten unfallfrei behoben war. Die Mannschaft betrat die Spielfläche rechtzeitig zum Aufwärmen.

Was seinen Kader betraf, gab es für ASV-Trainer Michael Lerscht keine weiteren Überraschungen: Dass die verletzten Sören Südmeier, Marian Orlowski und Jan Pretzewofsky nicht mitwirken konnten, stand schon am Freitag fest. Und auch dass es für Kreisläufer Alexander Engelhardt nicht reichen würde, war im Vorfeld als wahrscheinlich angesehen worden und bestätigte sich schließlich.

Die Gastgeber hatten am 29. Mai gegen Absteiger TuS Fürstenfeldbruck zuletzt auf der Platte gestanden. Danach sorgte ein positiver Test bei einem TVG-Spieler dafür, dass die Kollegen eine 14-tägige Trainings- und Spielpause bekamen – wie so oft im Verlauf dieser Saison war davon allerdings gegen den ASV nicht viel zu bemerken.

Zwar kamen die Hammer gut in die Partie und durch Kreisläufer Jan Brosch auch zum ersten Treffer der Partie. Doch der TVG übernahm schnell die Kontrolle über die Begegnung. Weil die Mannschaft vor allem im Angriff deutlich weniger Fehler produzierte als die Hammer, die in der Folge im Abschluss viel zu unkonzentriert wirkten. Schon nach sechs Minuten beim Spielstand von 4:2 für die Hausherren handelte sich Florian Schöße eine Zeitstrafe ein und kam danach nicht wieder zurück auf die Platte. David Spiekermann rückte in den linken Rückraum, zudem kam Jo Gerrit Genz für Jan von Boenigk in die Partie.

An der sechsminütigen Hammer Abschlussflaute änderte das aber nichts. Mit seinem ersten Tor zum 5:3 (12.) war Genz dann aber im Spiel, die Hammer Fehlerquote aber noch immer zu hoch.

Dazu kam, dass jetzt der Ex-ASVer Savvas Savvas warm lief. Bis zur 16. Minute hatte er sich mit seinem ersten Treffer Zeit gelassen, dann wurde er noch bis zur Pause mit fünf Treffern erfolgreichster TVG-Schütze – was Genz auf der anderen Seite ebenfalls schaffte. Dennoch hielt der TVG den Abstand bis kurz vor der Pause bei drei Toren. Als dann aber Merten Krings erstmals erfolgreich war und Jan Wesemann im Gegenzug einen Ball parierte, nutzte Marten Franke die Chance, den Abpraller ins verwaiste Großwallstädter Gehäuse zum 15:14-Anschluss zu befördern. Ein Ergebnis, das für die Gäste schmeichelhaft war, was auch die Mimik des fluchend in die Kabine flüchtenden Savvas unterstrich.

Zudem gab der Treffer den Gästen Auftrieb für den zweiten Durchgang. Denn Huesmann, Genz und Spiekermann sorgten bei nur einem Gegentor durch Savvas dafür, dass die Partie komplett die Richtung änderte. Plötzlich lag der ASV wieder vorn - und verteidigte diesen Vorsprung auch in den kommenden Minuten dank einer deutlich verbesserten Effizienz im Angriff.

Nach 43 Minuten nahm TVG-Coach Ralf Bader beim Stand von 21:22 die erste Auszeit im zweiten Durchgang. Doch daran, dass die Gäste jetzt Gefallen an der Partie gefunden hatten, änderte das nichts mehr.

In der Schlussviertelstunde entwickelte sich die Partie endgültig zu einem offenen Schlagabtausch - bei dem der Tabellen-14. aus Hamm sieben Minuten vor dem Ende nach einem Doppelschlag von Krings und Brosch zum 25:27 noch die Nase vorn hatte, Großwallstadt aber durch Florian Eisenträger und Frieder Bandlow vier Minuten vor dem Ende aber wieder zurück war (27:27).

53 Sekunden vor dem Ende nahm Lerscht noch einmal eine Auszeit - in der Gewissheit, dass die Zeit nicht ausreichen würde, um den Ballbesitz bis zum finalen Abschluss zu behaupten. Das Zeitspiel war bereits angezeigt, und als der Abschluss von Gerrit Genz sichere Beute von TVG-Keeper Jan-Steffen Redwitz geworden war, hatten auch die Gastgeber noch einmal die Chance zum Siegtreffer. Doch der ASV verteidigte geschickt und nahm den mittlerweile hoch verdiente Zähler mit nach Hause.

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