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ASV Hamm-Westfalen geht in der Dessauer Atmosphäre unter

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Von: Günter Thomas

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Jubeln durften nach dem Spiel nur die Gastgeber.
Jubeln durften nach dem Spiel nur die Gastgeber. © Günter Thomas

Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen durfte sich im Kampf um den Aufstieg in die 1. Bundesliga nur eine Nacht lang über die Niederlage des ärgsten Konkurrenten HSG Nordhorn-Lingen am Samstag in Eisenach freuen. Das Team von Trainer Michael Lerscht ging vor 1015 Fans der Gastgeber in der hitzigen Atmosphäre der Anhalt-Arena des Dessau-Roßlauer HV mit 34:29 (16:12) unter.

Lerscht musste weiter auf seinen verletzten Vize-Kapitän Markus Fuchs verzichten, und auch Linksaußen Alexander Reimann, dem „es in den Fingern kribbelt“ (Lerscht), hatte es verletzungsbedingt nicht in den Kader geschafft. Dafür war Spielmacher Sören Südmeier wieder dabei – nicht nur im Kader, sondern auch auf der Platte bekam der zuvor lange verletzte Mittelmann seine Spielzeit.

Der ASV begann ordentlich, mit viel Tempo und auch zunächst erfolgreich. Lerscht hatte Matej Mikita auf Halblinks im Angriff beginnen lassen, und der Rückraumakteur dankte es seinem Trainer mit einer starken Leistung in der Startphase. Drei der ersten fünf Hammer Treffer gingen auf sein Konto und halfen dabei, die knappe ASV-Führung bis zum 5:6-Zwischenstand zu behaupten (13.).

Doch auch Dessau-Coach Uwe Jungandreas hatte seiner Mannschaft höchstes Tempo verordnet. So erlebten die Zuschauer in der Halle zu Beginn ein ähnlich atemberaubendes Tempo wie im Hinspiel. Und wieder war es ein akteur, der der Begegnung seinen Stempel aufdrückte: Vincent Sohmann, selbst einst für ein Jahr im ASV-Trikot unterwegs, zeigte sich nicht nur hoch motiviert – der quirlige Mittelmann und Kapitän der abstiegsbedrohten Gastgeber war von der Hammer Defensive nicht in den Griff zu bekommen. Sohmann war Dreh- und Angelpunkt im Dessauer Aufbauspiel, bereitete Tore vor, holte Siebenmeter heraus und sammelte selbst Treffer um Treffer auf seinem Konto. Sieben waren es bereits zur Pause. Und so hatte der Spielmacher einen großen Anteil daran, dass der DRHV aus dem anfänglichen Rückstand eine komfortable 15:10-Führung der Gastgeber herausschoss (27.). Und auch zur Pause lagen die Hausherren noch mit 16:12 vorn. Ein Rückstand, den es erst einmal aufzuholen galt.

Schwere Hypothek zur Pause

Wonach es auch nach dem Wechsel lange nicht aussah. Dessau behielt zunächst, frenetisch von seinen Fans angetrieben, die Oberhand, behauptete bis zur 38 Minute einen Fünf-Tore-Vorsprung.

Als dann Fabian Huesmann zunächst per Siebenmeter und anschließend durch Tempogegenstoß zum 22:20 verkürzte, loderte noch einmal ein Hoffnungsfunke bei den Gästen auf, um zurück ins Spiel kommen zu können.

Als ASV-Kreisläufer Benjamin Meschke dann nach einem Schubser gegen Sohmann eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte und Huesmann im Gegenzug beim Tempogegenstoß nur die Latte traf, sah es schon wieder schlechter aus. In der 44. Minute war der Vorsprung der Dessauer wieder auf vier Treffer gewachsen (24:20), und die Partie steuerte ihrem hitzigen Höhepunkt entgegen.

Nach 47 Minuten hatte Huesmann per Siebenmeter die Chance, erneut auf zwei Tore zu verkürzen – unter den Pfiffen der Zuschauer, die jede Entscheidung zu Gunsten der Gäste mit Schieber-Rufen quittierten, knallte sein Ball nur ans Gebälk. Die Zeit lief den Hammern davon.

Als dann auch noch ein von Wesemann zunächst gehaltener Ball im Nachfassen doch noch die Torlinie überquert haben soll und von den Schiedsrichterinnen zum 30:25 gegeben wurde (55.), war die Partie endgültig entschieden.

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