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ASV Hamm-Westfalen: Kein Spiel wie jedes andere

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Von: Günter Thomas

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Spielt gegen den Klub aus der Heimatklub: Stefan Bauer.
Spielt gegen den Klub aus der Heimat: Stefan Bauer. © Reiner Mroß/Digitalbild

Das zweite Heimspiel des ASV Hamm-Westfalen in der aktuellen Saison der Handball-Bundesliga ist für Stefan Bauer ein besonderes. Schließlich spielt man nicht jede Woche gegen den Heimatverein.

Hamm – Ein Spiel wie jedes andere? Nö. Stefan Bauer macht kein Geheimnis daraus, dass der nächste Gegner in seinem Fall nicht nur der schwerste ist. „Die Vorfreude ist bei mir schon viel größer als sonst“, sagt der Mann, der seit dieser Saison im Kader des Handball-Bundesligisten ASV Hamm-Westfalen steht, vor dem Spiel des Aufsteigers gegen den HC Erlangen (Samstag/18.30 Uhr), „Mit ungefähr der Hälfte der Spieler habe ich noch zusammen gespielt. Und mit dem einen oder anderen bin ich auch noch in Kontakt, aber unregelmäßig.“ Vor dem Spiel ist dieser Kontakt noch ein wenig weiter heruntergedimmt, auch wenn der HCE bereits am Freitag angereist ist.

Dass die Gäste mit ihrem spanischen Trainer Raul Alonso mit 6:0 Punkten einen perfekten Saisonstart hingelegt haben, wundert Bauer nicht, der in der Nähe von Erlangen aufgewachsen ist und dort von 2019 bis 2021 im Bundesligakader gestanden hat. Die Siege über die HSG Wetzlar (31:27) beim TVB Stuttgart (29:27) und gegen FA Göppingen (34:28) kamen für ihn nicht überraschend. „Ich würde mal sagen, das sind die Mannschaften, mit denen sie sich messen wollen“, sagt der Kreisläufer. „Sie haben es gut auf die Straße gebracht, spielen keinen schlechten Handball. Der Kader scheint gut zu funktionieren. Aber es sind ja erst drei Spiele gespielt.“

-Von daher sieht er den ASV bei aller Stärke, die sein Heimatverein bislang auf die Platte gebracht hat, am Samstag nicht von vorneherein auf verlorenem Posten. „Eine Chance sehe ich auf jeden Fall – die müssten wir eigentlich gegen jede Mannschaft ab dem mittleren Feld der Liga haben“, sagt er. „Aber so etwas wie in Gummersbach darf uns nicht noch einmal passieren.“

Der Frust über die Niederlage in Gummersbach saß tief

Schon allein, weil der Frust über die verspielte Vier-Tore-Führung in der Schlussphase, in der die ersten Punkte in der Liga zum Greifen nah waren, noch über Tage groß war. „Darüber ärgert man sich schon sehr“, gibt Bauer zu. „Das trägt man noch eine Zeit in sich. Aber es hilft nichts, wir müssen jetzt weiter machen und zusehen, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert.“

Immerhin: Seine eigene Leistung steigerte sich in Gummersbach im Laufe des Spiels stetig. Hatte der 2,02-Meter-Hüne in der Startphase noch zwei freie Bälle vom Kreis verworfen, so gelangen ihm bei seinen restlichen Versuchen drei Treffer – wenn der Ball nicht im Tor war, hatte er den Siebenmeter herausgeholt – und auch in der Deckung wurde das ASV-Spiel mit Bauer im Innenblock zunehmend stabiler. „Ganz zufrieden kann man ja nie sein“; zeigt er sich selbstkritisch. „Da waren halt die zwei Fehlwürfe oder ein, zwei Aktonen hinten, die man noch besser machen könnte. Aber es funktioniert hinten schon immer besser. Gegen Gummersbach haben wir die Fehler ja mehr vorne als hinten gemacht.“

Auch sein Trainer sieht noch Potenzial in der Entwicklung des 5-Jährigen. „Letztenendes ist es augenscheinlich, dass er die Quote erhöhen muss“, sagt Michael Lerscht. „Aber da arbeiten wir dran. Und das hat er im Spiel im Zuge der Partie auch in den Abschluss umgemünzt.“

Nach der Partie vom Sonntag gönnte der Coach seinen Spielern Zeit zum Regenerieren. Schließlich hatten die gleich zum Saisonauftakt eine englische Woche zu bewältigen. Ab Mittwoch lag der Fokus dann auf der Vorbereitung des Erlangen-Spiels, zu der Lerscht bis auf den langzeitverletzten Björn Zintel den kompletten Kader zur Verfügung hatte.

Zu einem Tipp will sich Bauer nicht verleiten lassen. Nur soviel: „Wenn wir unseren Job machen, bleibt es spannend bis zum Schluss“, verspricht er. „Dann bin ich guter Dinge, dass etwas gehen kann. Dafür müssen wir aber 60 Minuten gute Deckung spielen und vorne die Sachen reinmachen.

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