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ASV Hamm-Westfalen: Entscheidung in Ludwigshafen in letzter Sekunde

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Von: Günter Thomas

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Dani Baijens kam mit dem ASV in Ludwigshafen gut ins Spiel.
Dani Baijens kam mit dem ASV in Ludwigshafen gut ins Spiel. © Moray

Sieben Minuten vor dem Ende hatte der ASV Hamm-Westfalen beim Spiel der 2. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen alle Trümpfe in der Hand - am Ende unterlag er durch einen Treffer in letzter Sekunde mit 25.26 (14:14).

Ludwigshafen – Die Fassungslosigkeit wich nur langsam aus den Gesichtern der Spieler des ASV Hamm-Westfalen. 60 Minuten lang hatten sie eine bärenstarke Vorstellung im Nachholspiel der 2. Handball-Bundesliga bei den Eulen Ludwigshafen geboten. Hatten trotz der durch zahlreiche Corona-Infektionen quasi ausgefallenen Vorbereitung beim Tabellennachbarn gute Chancen gehabt, um als Sieger aus der Halle zu gehen. Am Ende entschied ein Treffer in der letzten Sekunde durch Eulen-Spieler Stefan Salger die Partie – 1000 Ludwigshafener Fans bejubelten den glücklichen 26:25 (14:14)-Sieg der Eulen, die anderen waren bedient.

„Wir hatten über die 60 Minuten gefühlt das Zepter länger in der Hand“, befand ASV-Coach Michael Lerscht. „Am Ende hatten wir zwei, drei Fehler zu viel, um das Spiel hier zu ziehen. Trotzdem: Dass wir schon wieder so präsent sind, ist einfach überragend.“ Ludwigshafen-Coach Ceven Klatt hatte ebenfalls ein „emotionales Spiel“ gesehen. „Am Ende war es Glück, dass Stefan den letzten Ball trifft – wenn nicht, wäre e auch okay gewesen.“

Am Freitag hatte Neuzugang Benny Meschke erstmals mit seinen neuen Teamkollegen trainiert – am Mittwoch stand er bereits in der Startaufstellung. Und der 31-Jährige zeigte keine Berührungsängste. Sowohl am Kreis im Angriff als auch in der Defensive im Innenblock war der Routinier gleich auf der Höhe. „Er war sofort da“, lobte Lerscht.

Bewusst langer Spielaufbau

Mit bewusst langsamem Spielaufbau versuchten die Gäste von Beginn an, mit ihren Kräften zu haushalten. Schließlich hatten sie aufgrund zahlreicher Corona-Infektionen keine geregelte Vorbereitung gehabt.

Auf der Platte entwickelte sich das erwartet offene Spiel, dem zunächst beim ASV Dani Baijens und Jan von Boenigk mit ihren Treffern den Stempel aufdrückten – und auf der anderen Seite Jung-Nationalspieler Hendrik Wagner. Wenn der 24-Jährige zum Wurf ansetzte, herrschte Alarm in der Hammer Deckung. „Wir können ihn nicht ausschalten“, hatte Lerscht im Vorfeld gemutmaßt. Und er sollte Recht behalten. Achtmal traf Wagner.

Dennoch war es der Gast, der fast durchgehend die Nase vorn hatte und gleich mehrfach die Möglichkeit, sich mit zwei Treffern ein kleines Polster zu erarbeiten. Das gelang dann – allerdings erst in vierten Versuch, weil der gut aufgelegte Eulen-Keeper Matej Asanin zuvor mehrfach auf der Höhe war.

Pech für den Tabellenfünften aus Hamm, dass Meschke direkt nach der ersten Zwei-Tore-Führung (5:7/12.) die erste Zeitstrafe des Spiels kassierte und Ludwigshafen postwendend wieder ausglich.

Dennoch machte der Gast weiter einen präsenten und aufmerksamen Eindruck. Der Lohn war eine erneute Zwei-Tore-Führung nach 24 Minuten. Doch auch die war zur Pause wieder aufgebraucht. Das 14:14 hinterließ den Eindruck, dass durchaus mehr drin gewesen war.

Unangenehmer Gegner

Auch nach dem Wechsel blieb die Lerscht-Truppe ein unangenehmer Gegner. Was de Eulen besonders im eigenen Angriff zu spüren bekamen. Denn immer wieder schaffte es die bewegliche ASV-Deckung, die Hausherren ins Zeitspiel zu zwingen.

Im Angriff war das Bild jedoch ähnlich, so dass es folgerichtig nach 45 Minuten noch immer unentschieden stand (18:18). Was allerdings auffiel: Hamm machte zu wenig aus seinen Tempogegenstößen. So gelang es wie im ersten Durchgang mehrfach nicht, sich abzusetzen.

Sieben Minuten vor dem Ende leßen die Gäste dann die große Chance aus, die Partie zu entscheiden, als bei eigener Führung (23:22/53.) zwei Eulen-Akteure eine Zeitstrafe erhielten. Doch die Gastgeber nutzten die Phase, um die Partie zu drehen – erst nach einem Baijens-Fehlpass, per Gegenstoß, dann durch Wagner zum 24:23 (58.). Wir machen das nicht an einer Aktion fest“, sagt Lerscht. „Die Truppe ist intakt genug, dass sie das auffängt.“

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