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ASV Hamm-Westfalen: Der erste Sommer-Neuzugang

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Von: Günter Thomas

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Philip Jungemann wechselt von Dresden nach Hamm.
Philip Jungemann wechselt von Dresden nach Hamm. © Agentur

Der eine Kreisläufer geht, der andere kommt: Während Benny Meschke den ASV Hamm-Westfalen im Sommer verlassen wird, hat der Handball-Bundesligist Philip Jungemann ab der kommenden Saison verpflichtet.

Hamm – Als 13-Jähriger saß Philip Jungemann in der Hammer Westpress Arena auf der Tribüne und jubelte Spielern wie Chen Pomeranz, Martin Ziemer oder Maik Machulla bei deren Begegnungen in der Handball-Bundesliga zu – in der kommenden Saison wird der Kreisläufer selbst das Trikot des ASV Hamm-Westfalen tragen. „Damals habe ich als kleiner Junge ja auch noch ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers spielen gesehen“, erinnert sich Jungemann, der jetzt einen Zweijahresvertrag beim Handball-Erstligisten unterschrieben hat. „Und zu der Zeit habe ich auch selbst bei der HSG Ahlen-Hamm in der C-Jugend gespielt.“

Jener Thomas Lammers hatte den gebürtigen Mendener „schon länger auf dem Radar gehabt“, versichert der im Sommer scheidende ASV-Geschäftsführer. „Und gerade die Verbindung als ehemaliger ASVer und Junge aus der Region ist ja nicht uncharmant.“ Praktisch, dass auch die Leistung des Neuzugangs passt. Denn Jungemann hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder auf Seiten der ASV-Gegner als unangenehmer Gegenspieler wärmstens für ein Engagement empfohlen. Sein aktueller Klub ist Zweitligist HC Elbflorenz Dresden, bei dem er seit 2019 unter Vertrag stand, dem er aber frühzeitig mitgeteilt hat, dass er das Angebot der Vertragsverlängerung nicht annehmen werde.

Davon hatten auch die ASV-Verantwortlichen gehört. Der Kontakt war schnell geknüpft, und das Interesse stieß bei dem 25-Jährigen direkt auf Gegenliebe. „Das waren sehr positive, ehrliche und direkte Gespräche mit Trainer Michael Lerscht und Thomas“, versichert Jungemann. „Die brauchten mich gar nicht mehr groß zu überzeugen. Die Heimatnähe war dabei gar nicht so ausschlaggebend. Ich bin jetzt zehn Jahre im Osten und fühle mich sehr wohl in Dresden. Viel mehr ist es die gute Perspektive: Was der Verein anstrebt und meine Ziele – das passt zusammen.“

Bei Abstieg: Direkter Wiederaufstieg angestrebt

Dass diese dann im Sommer wohl eher aus der Sicht eines Zweitligisten angestrebt werden, weiß Jungemann, der realistisch sagt: „Wenn sie absteigen sollten, dann wollen sie im nächsten Jahr wieder in die 1. Liga hoch – und das will ich auch.“

Dann hofft er, dass er sich „zu einer Führungskraft entwickeln“ kann – so, wie er es aktuell in Dresden bereits ist. Fast in allen Begegnungen des HC Elbflorenz stand Jungemann in dieser Saison über die vollen 60 Minuten auf der Platte, spielte sowohl im Angriff am Kreis als auch im Innenblock in der Deckung. „Früher wurde immer gesagt, dass meine Stärken eher in der Abwehr liegen“, sagt er. „Aber ich glaube, dass ich mich die letzten zwei Jahre in Dresden gut weiterentwickelt habe – mittlerweile mache ich es, glaube ich, auch ganz gut im Angriff. Sonst wäre das Interesse beim ASV sicher nicht da.“

Profitieren kann er von der hervorragenden Nachwuchsarbeit, die er im Leistungs-Internat des DHfK Leipzig genossen hat, in das er 2013 nach seiner Zeit bei der HSG Ahlen-Hamm gewechselt war. Dreimal wurde er in B- und A-Jugend Deutscher Meister mit dem Erstligisten, saß dort sogar schon auf der Bank des Bundesligateams – allerdings ohne Einsatz. Es folgten Stationen beim EHV Aue (2016 - 18) und Dessau-Roßlauer HV (2018 - 19), ehe er 2019 nach Dresden ging.

Vorzeitiger Wechsel nicht geplant

Einen vorzeitigen Wechsel im Winter hätten sich beide Seiten vorstellen können. „Wir haben in Dresden lose vorgefühlt, aber durch die Tabellenkonstellation und dadurch, dass in Dresden zwei Kreisläufer verletzt sind, war schnell klar, dass sie ihn nicht gehen lassen“, sagt Lammers, der bestätigt, dass die Verpflichtung von Jungemann auch die Zeit von Benny Meschke beim ASV im Sommer beenden wird, was der 32-Jährige selbst schon vor Wochenfrist im WA-Gespräch angedeutet hatte. „Seinen Vertrag haben wir nicht verlängert, weil wir auf der Position einen anderen Spielertyp holen wollten.“

Jungemann freut sich unterdessen auf die neue Aufgabe, befindet sich auf Wohnungssuche – besser gesagt, sein Bruder Eike. Der spielte selbst über Jahre beim ASV, ist aktuell in der Verbandsliga für den RSV Altenbögge aktiv und wohnt in Hamm. „Aber die Suche ist nicht ganz so einfach“, sagt der ASV-Neuzugang. Genauso wie die Rückserie mit Dresden. Dort war ursprünglich Platz eins bis vier als Ziel ausgegeben worden: „Jetzt soll es zumindest einstellig werden“, so Jungemann.

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