Handball

ASV Hamm-Westfalen bangt gegen Dresden um seinen Spielmacher

SönSüdmeier ASV Hamm-Westfalen
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Einsatz fraglich: Sören Südmeier (links, mit Trainer Michael Lerscht) verletzte sich in Ferndorf am Knie.

Mit der Niederlage bei seinem Ex-Klub TuS Ferndorf am Mittwoch kann sich Michael Lerscht, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen nicht lange aufhalten. Schon am Samstag (19.15 Uhr/Westpress Arena) geht es für sein Team in der 2. Handball-Bundesliga mit der Partie gegen den HC Elbflorenz Dresden weiter.

Das Videostudium zur Nachbereitung der Partie des ASV Hamm-Westfalen beim TuS Ferndorf hatte sich Michael Lerscht im Vorfeld ein wenig anders vorgestellt. Schließlich hatte der Hammer Trainer bis zum Sommer 16 Jahre lang als Spieler und seit 2015 als Trainer in der Kreuztaler Sporthalle „Stählerwiese“ seinen Arbeitsplatz gehabt und hätte gerne etwas Zählbares von der Dienstfahrt in die Heimat mitgenommen. Doch die 21:27-Niederlage des Tabellendritten der 2. Handball-Bundesliga beim TuS ließ die Arbeit für den ASV-Trainer zur notwendigen Routine werden, mit der er sich ansonsten nicht mehr groß beschäftigen wollte. „Aufgrund der Thematik, dass wir am Samstag weiter machen müssen, gibt es keine Möglichkeit, das Spiel groß mit der Mannschaft zu analysieren“, hakte der Coach die Partie schnell ab. „Jetzt gilt es, die Mannschaft auf den HC Elbflorenz Dresden vorzubereiten.“ Die findet am Samstag (19.15 Uhr/Westpress Arena) wieder in der Hammer Heimspielhalle statt – natürlich einmal mehr ohne die Unterstützung der Zuschauer.

In der Vorbereitung auf die Begegnung dürfte das Thema Ferndorf zumindest kurz noch einmal auf die Agenda kommen – vor allem die Aufarbeitung der entscheidenden Phase zwischen der 38. und 51. Minute, in der der ASV zunächst die Chance verspielte seine zwischenzeitliche 16:14-Führung auf drei Treffer auszubauen, um anschließend von einem Ferndorfer 8:2-Lauf überrant zu werden. „So etwas kann in Ferndorf schon einmal passieren“, hat Lerscht solche Phasen als Coach des TuS schon öfter erlebt. „Wir hatten alle Karten in der Hand. Der Angriff zum 17:14, bei dem es Stürmerfoul gegen Sören Südmeier gab, tat einfach weh, weil wir einen guten Fluss hatten. Dann können wir leider nicht auf drei stellen – und Ferndorf bekommt einen Lauf, bei dem wir es nicht geschafft haben, uns wieder zu befreien.“

Weil hinten der kurz zuvor eingewechselte Torhüter Tim Hottgenroth „viele Bälle gefunden hat“ und vorne der Rückraumrechte Andreas Bornemann heiß lief und in dieser Phase fünf seiner acht Tore erzielte „und wir ihn nicht verteidigt bekommen haben“, stellte Lerscht fest.

Ähnliches möchte er gegen den HC Elbflorenz tunlichst vermeiden, wohl wissend, dass die Dresdner seinem Team deutlich mehr abverlangen werden als es ihr derzeit 13. Tabellenplatz vermuten lässt. Vor allem die Niederlage beim Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck, der seine ersten Punkte gegen Elbflorenz einfuhr, ließ aufhorchen. „Das haben sich die Dresdner sicher auch anders vorgestellt“, sagt Lerscht, der Überraschungen mittlerweile schon fast als den Normalfall wahrnimmt. „Die Spieltage zeigen ja noch und nöcher, dass jeder Sieg in der Liga etwas Besonderes ist. Man darf das nicht als selbstverständlich sehen – jedes Spiel bedeutet harte Arbeit, gerade im Dreitages-Rhythmus. Da sollte sich niemand durch die Tabelle in eine oder andere Richtung verleiten lassen.“

„Dresden wird uns viele Aufgaben stellen“

Nur zwei Tage blieben Lerscht aufgrund der englischen Woche, um sein Team auf den HC Elbflorenz vorzubereiten und seinen Matchplan zu erstellen. „Dresden wird uns viele Aufgaben stellen“, hat der Coach in der Vorbereitung auf die Partie festgestellt. „Sie spielen Abwehrsysteme, gegen die es unterschiedlicher Lösungen bedarf. Da muss man viel Ruhe am Ball haben und Tiefe bekommen.“

Im Angriff erwartet er einen Gegner, der „ähnlich wie Ferndorf viele Zweikämpfe mit Buschmann oder Vidauskas eingehen wird. Da wird es drauf ankommen dass wir sehr eng bei den Gegnern sind und sie vom Tor weghalten. Aber das ist ja ein grundsätzliches Thema, das immer wiederkehrt.“

Dass die Gäste nach den vergangenen drei Niederlagen unter Druck stehen und besonders motiviert sein werden, weiß Lerscht. „Aber wir werden auch kampflustig sein und darauf brennen, zuhause wieder eine gute Leistung zu zeigen.“

In welcher Besetzung das geschehen wird, ist noch offen. Denn während Merten Krings nach seinem Daumenbruch weiter an der Rückkehr auf die Platte arbeitet und noch keine Option darstellt, sind mit Linksaußen Fabian Huesmann und Mittelmann Sören Südmeier zwei weitere Akteure der Hammer angeschlagen aus der Partie in Ferndorf gegangen. Huesmann wurde auf dem Spielfeld am Auge behandelt. Nach eingehenden Untersuchungen erhielt er aber grünes Licht. „Er wird spielen“, atmete Lerscht auf. Was für Südmeier final noch nicht gilt. „Da sind die Ergebnisse der MRT-Untersuchung noch nicht durch“, musste der Coach gestern noch auf das Prinzip Hoffnung setzen, dass es sich bei der Knieblessur seines Spielmachers nicht um eine ernstere Verletzung handelt. „Schmerztechnisch hat sich das erst einmal gebessert. Letztlich muss wohl wieder das Warm-up entscheiden, ob er spielen kann.“

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