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ASV Hamm-Westfalen: Aufgeben ist keine Option

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Von: Günter Thomas

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Für Thomas Lammers, Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen, ist Aufgeben keine Option.
Für Thomas Lammers, Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen, ist Aufgeben keine Option. © Mross

Die deutliche Niederlage des ASV Hamm-Westfalen im Kellerduell der Handball-Bundesliga in Minden tat weh - für ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers ist aufgeben aber keine Option.

Hamm – Es waren dunkle Minuten, die Thomas Lammers in der Mindener Kampa-Halle erlebte. Mit großen Hoffnungen waren der Geschäftsführer und die Mannschaft des Handball-Bundesligisten ASV Hamm-Westfalen zum Duell des Tabellenletzten beim Vorletzten gefahren, hatten auf eine enge Partie gehofft – im besten Fall mit einem erfolgreichen Ende. Was sie erlebten war eine 23:32-Demontage, nach der die Erkenntnis blieb, dass die Trauben selbst gegen die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller enorm hoch hängen.

Die zahlreich nach Minden mitgereisten Fans nahmen die erneute Pleite zunächst mit Humor – skandierten „Wir reisen weit, wir reisen viel – und wir verlieren jedes Spiel“ – dann machten sie ihrem Unmut Luft, indem sie die Mannschaft zu mehr Einsatz aufforderten: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Dabei waren dem Team mangelnder Kampf und Einsatz nicht vorzuwerfen – was fehlte, war einmal mehr die nötigen Qualität im Abschluss. Eine Erkenntnis, die es doppelt schwer machte, die Mindener Pleite zu verdauen: „Richtig verkraftet habe ich das noch nicht“, sagt Thomas Lammers im WA-Gespräch. „In der Deutlichkeit beim Tabellen-17. zu verlieren, tut weh.“

14 Ligaspiele sind absolviert – nur einmal verließ der ASV die Halle als Sieger. Schwindet da nicht langsam der Glaube?

Darüber, dass das Selbstbewusstsein mit jeder Niederlage schwindet, brauchen wir nicht zu reden. Gerade nach Minden herrschte schlechte Stimmung in der Kabine. Aber am Samstag beim Training waren zwar immer noch alle sauer – die Stimmung war aber wieder optimistisch.

Der Ton im Umfeld wird rauer. Die Mannschaft musste sich nach dem Spiel in Minden der Kritik der Zuschauer stellen.

Nicht musste – die sind da freiwillig auf die Tribüne gegangen. Markus Fuchs und Felix Hertlein waren die ersten. Dass die Fans enttäuscht sind, ist klar. Ob die Lieder so passend sind, weiß ich nicht. Dass man Kritik üben kann und soll, versteht sich. Aber jetzt hat es einmal gerasselt – danach muss es weitergehen. Es bringt nichts, wenn die Fans uns das Leben bei den eigenen Spielen zur Hölle machen.

Müssen Sie vielleicht mehr kommunizieren, dass der ASV eben doch nur Gast in der Bundesliga ist?

Gast? Das passt ja nicht. Dass wir aufgestiegen sind, war nicht unbedingt geplant. Und wir konnten nicht so nachlegen, um in jedem Spiel die nötige Qualität auf die Platte zu bringen. Aber wir schenken nicht ab, um danach wieder in den Alltag 2. Liga zurückzugehen – so gehen wir die Sache nicht an.

Der Klassenerhalt ist noch nicht abgehakt?

Das wird mit jedem Ligaspiel schwerer. Ich stelle mich nicht hin und sage, ich plane für die 1. Liga. Die Flinte ins Korn werfen wir aber auch nicht. Das Ziel ist nach wie vor, zwei Mannschaften hinter uns zu lassen – es sind noch 20 Partien zu spielen, daran ziehen wir uns hoch.

Einer, der helfen könnte, verletzungsbedingt bisher aber keine Rolle spielte, ist Mittelmann Björn Zintel. Zu den wichtigen Spielen gegen den Bergischen HC und in Minden sollte er im Optimalfall zurückkehren. Wann kommt er wieder?

Ich bin da vorsichtig mit Aussagen. Er hat in dieser Woche noch Untersuchungen, ist aber im Training, macht vieles mit. Spielen wird er aber nicht, bevor wir das Go der Ärzte kriegen.

Seit Zintels Verletzung wird über eine Nachverpflichtung nachgedacht.

Wir gucken weiter, was machbar ist, werden aber keinen verpflichten, nur um einfach Geld rauszuwerfen. Wenn wir absteigen sollten, geht das Leben ja weiter. Dann werden wir eine Mannschaft für die 2. Liga zusammenstellen, die oben mitspielt. Entsprechend gehen die Planungen los. Wir wollen es aber jetzt nicht so laufen lassen, sondern alles machen, um das Bestmögliche rauszuholen. Wenn es eine passende Konstellation mit Perspektive gibt, machen wir es auch.

Wie sieht es generell mit der Kaderplanung aus?

Es gibt erste lose Gespräche – aber aufgrund der aktuellen Situation steht das nicht im Fokus. Der Großteil der Mannschaft, etwa der ganze Rückraum, Torwart Felix Hertlein oder Kreisläufer Stefan Bauer hat noch Vertrag –es ist nicht so, dass 80 Prozent auslaufen, eher umgekehrt.

In so einer Situation ist es nicht leicht, die Stimmung positiv zu halten. Befürchten Sie, dass das Interesse am ASV mit jeder weiteren Niederlage nachlässt?

Nein, die Halle wird auch gegen Hannover am Sonntag gut besucht sein, über 2100 Karten sind im Vorverkauf weg, es gibt fast nur noch Stehplätze. Auch in Minden waren ja viele, die uns unterstützt haben. Wichtig ist, dass wir die Stimmung gut halten – dafür wäre ein Sieg das beste Rezept.

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