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ASV Hamm-Westfalen: Achterbahnfahrt der Gefühle in Gummersbach

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Von: Günter Thomas

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Spielte in Gummersbach von Beginn an: Linksaußen Alexander Schulze.
Spielte in Gummersbach von Beginn an: Linksaußen Alexander Schulze. © Mathias M. Lehmann

Achterbahnfahrt der Gefühle in Gummersbach: Als VfL-Torhüter Fabian Norsten den letzten Wurf der Begegnung pariert hatte, jubelten die Spieler des VfL Gummersbach, als hätten sie gerade den Klassenerhalt geschafft - die des ASV Hamm-Westfalen verließen die Schwalbe Arena mit gesenkten Köpfen. 28:29 (12:17) hieß es nach 60 vor allem in der Schlussphase dramatischen Minuten aus Sicht der Hammer, die am Ende eine Vier-Tore-Führung verspielt hatten.

Für den langjährigen ASV-Geschäftsführer Franz Dressel, der die Mannschaft im Bus begleitet hatte, stand schon vor der Partie fest: „Das wird ein richtig schweres Spiel für uns!“ Schließlich hatte der VfL in den ersten beiden Begegnungen der Saison mit dem 30:26-Sieg in Lemgo und der denkbar knappen 28:30-Niederlage gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg am Donnerstag einen hervorragenden Start in die Saison geschafft und bewiesen, dass er Bundesliga kann.

Auf der Platte war der Unterschied zwischen beiden Mannschaften in den ersten Minuten nicht groß – aber entscheidend. Denn während der Gastgeber zu Beginn mit Ole Pregler und Julian Köster zwei Akteure in seinen Reihen hatte, die immer wieder frei zum Wurf und bis zum 7:3 (8.) auf eine 100prozentige Trefferquote kamen (4 Köster, 3 Pregler), ließ der ASV gleich reihenweise klarste Chancen liegen. Zweimal brachte Stefan Bauer den Ball frei vom Kreis nicht im Tor unter, ein verworfener Siebenmeter von Savvas Savvas und ein Lattentreffer sorgten dafür, dass es nach zehn Minuten nicht 8:7 sondern 8:3 stand.

Als sich dann in der Folge auch noch erste technische Fehler bei den Gästen einschlichen, wurde es nicht leichter, den Rückstand zu verkürzen. Gummersbach erarbeitete sich weiter seine Möglichkeiten als der Ex-ASVer Lukas Blohme nach 22 Minuten mit seinem ersten Tor zum 15:8 traf, war der Vorsprung auf sieben Tore angewachsen. Von einem Duell auf Augenhöhe war nicht mehr die Rede.

Immerhin hatte der ASV nach dem Wechsel vom glücklosen Felix Hertlein auf Vladimir Bozic zwischen den Pfosten nun auch einige Paraden zu verbuchen. Und nachdem Marian Orlowski und Andreas Bornemann kurz vor der Pause zweimal in Folge trafen, ließ zumindest der Pausenstand noch etwas Raum für Fantasie (15:10).

Nach der Pause starteten die Gäste erneut gut, hatten gleich mehrfach die Möglichkeit, den Rückstand bis auf zwei Tore zu verkürzen – was dann nach 37 Minuten auch gelang, als Tim Wieling von Rechtsaußen erfolgreich war.

Der ASV war wieder im Spiel, tat sich gegen die nun mit Julian Köster in der vorgezogenen Position praktizierte 5:1-Deckung der Gummersbacher schwer, Chancen zu kreieren. Dazu kam erneut Pech bei einem Pfostentreffer durch Jan von Boenigk und einem abgefangenen Pass zum Tempogegenstoß – und der VfL lag nach 44 Minuten noch immer relativ sicher vorn (21:18).

Doch als dann nach einer Doppelparade von Vladi Bozic auch bei Stefan Bauer der Knoten mit zwei Treffern in Folge geplatzt war, hatten die Gäste das Spiel, das sie von Beginn an wollten. Es stand nur noch 21:20 (45.) – jetzt wurde die Partie zum Nervenspiel.   

Als Blohme dann nur die Latte traf, nutzte Wieling auf der anderen Seite die erste Möglichkeit, um auszugleichen – es stand 22:22. Und der Sieg wurde endgültig zur Option, als Wieling per Gegenstoß zur ersten Hammer Führung traf und der überragende Bozic mit zwei Treffern ins verwaiste Gummersbacher Tor auf 25:22 erhöhte (50.).

Als Bauer zum 24:28 traf, sah alles nach einem ASV-Sieg aus. Doch Gummersbach kam noch einmal zurück. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Dominik Mappes für die Hausherren wieder ausgeglichen - und 20 Sekunden vor dem Ende für den Siegtreffer gesorgt.

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