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ASV erwartet mit der MT Melsungen „eine Herausforderung“

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Von: Rainer Gudra

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Andreas Bornemann, Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen, im Spiel in Stuttgart.
Andreas Bornemann, Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen, im Spiel in Stuttgart. © IMAGO/Eibner Pressefoto / Oliver

Andreas Bornemann, Rückraum-Rechter des Handball-Bundesligisten ASV Hamm-Westfalen, kennt die MT Melsungen jetzt nicht unbedingt aus dem Effeff. Aber als Nordhesse hat der 28-jährige Neuzugang schon einen besonderen Blick auf den Gegner des neunten Spieltages, der sich am Donnerstag (19.05 Uhr) beim Aufsteiger in der Westpress Arena vorstellen wird.

„Man kriegt ja mit, wie sie einkaufen und wen sie einkaufen. Da hat sich in den letzten Jahren deutlich was nach vorne entwickelt. Sie haben auf jeder Position Top-Stars, und es wird auf jeden Fall eine Herausforderung für uns“, sagt Bornemann über den Klub aus dem knapp 14 000 Einwohner zählenden Luftkurort.

275 Spiele in der 2. Bundesliga

In dessen Nachbarschaft, in Baunatal, begann Bornemann seine Karriere, die ihn nach 275 Zweitliga-Spielen und der letzten Station beim TuS Ferndorf in diesem Sommer zum ASV brachte – und zu seiner Premiere in der Bundesliga. Beim Aufsteiger fühle er sich sehr gut aufgenommen. „Das ganze Umfeld ist sehr professionell, und auch die Teamkollegen sind sehr professionell unterwegs. Wir versuchen alles für den Klassenerhalt“, schwärmt er trotz Tabellenplatz 17. „Was das angeht und die Ergebnisse, sind wir unter Wert, aber es wird immer besser in den Einheiten. Bei acht Neuzugängen braucht es einfach Zeit, alles umzusetzen.“

Abschluss an der Uni Kassel

Aus der aktuellen, mit einer Vielzahl von Nationalspielern besetzten Mannschaft des MT Melsungen kennt Bornemann lediglich Dimitri Ignatow noch aus seiner Baunataler Zeit persönlich. „Klar, man kennt sich über die Jahre“, sagt er. Ansonsten sei „Kassel ja jetzt nicht so weit weg von Hamm“, und die Verbindung nach Hessen nicht nur über die Eltern da, denn: „Ich habe im Frühjahr an der Uni in Kassel meinen Bachelor-Abschluss in Ingenieurswissenschaften mit Schwerpunkt Umwelttechnik abgeschlossen. Das ist mir wichtig. Mit dem zweiten Standbein kann ich mich jetzt erst einmal voll auf den Handball konzentrieren“, sagt er. Im kommenden Frühjahr, „vielleicht Februar oder März, fange sich an, meinen Master zu machen, da aber mehr in Richtung Wirtschaft“, sagt Bornemann. Was ihn nicht davon abhalten soll, auch weiterhin in der Bundesliga zu spielen – und das mit dem ASV, bei dem er zunächst einmal bis Mitte 2024 Vertrag hat. Da legt er sich fest.

Dass der ASV das Zeug dazu hat, habe sich zuletzt trotz der 20:29-Niederlage in Stuttgart gezeigt. Problem: „Unsere Chancenverwertung, wir müssen druckvoller im Angriff spielen. Das steht ganz oben auf der Agenda.“ Stuttgarts Torhüter Silvio Heinevetter habe zwar gute Paraden gezeigt, „aber oft schießen wir ihn auch nur an. Im Sechs-gegen-sechs spielen die keinen besseren Handball als wir.“

Favorit mit Top-Starbesetzung

Das sieht er im Vergleich mit der MT Melsungen schon ein wenig anders, auch wenn sie vor dem 21:19-Sieg jüngst im Hessen-Derby gegen Wetzlar vier Spiele in Folge nicht gewonnen hatte – wobei die Füchse Berlin und Meister Magdeburg zu den Gegnern gehörten. „Sie sind auf jeden Fall Favorit mit ihrer Top-Starbesetzung“, sagt Bornemann über den Tabellenzehnten, „aber wir wollen sie über die vollen 60 Minuten ärgern.“

Wenig Zeit zur Aufarbeitung

Nur wenig Zeit hatte Michael Lerscht, um mit seinen Handballern die 20:29-Niederlage beim TVB Stuttgart aufzuarbeiten und Schlüsse daraus zu ziehen. „Das geht ja alles immer wieder ganz schnell ins Tagesgeschäft über“, sagt der Trainer des ASV Hamm-Westfalen mit Blick auf das Bundesliga-Heimspiel am Donnerstag gegen Melsungen (19.05 Uhr/Sky). Klar ist, dass sein Team sich im Angriff steigern muss. „In der Vorbereitung auf die Wurfsituation müssen wir noch mehr arbeiten, um die Chancen beim Abschluss noch hochprozentiger zu machen.“ Gegen favorisierte Melsunger sei es wichtig, „dass wir auf uns gucken und schauen, wie wir agieren.“ Verzichten muss Lerscht neben Dauerpatient Björn Zintel eventuell erneut auf Innnenblocker Markus Fuchs (Knieprobleme). Zudem gebe es „den einen oder anderen Infekt“.

Noch Karten an der Abendkasse

Einlass am Donnerstag ist ab 17.30 Uhr. Karten gibt es noch an der Abendkasse, im Vorverkauf waren am Dienstag 2000 Tickets abgesetzt. Da zeitgleich zum Heimspiel des ASV auch der Maxipark seine Pforten zum „Herbstleuchten“ öffnet, wird ein höhere Auslastung der kostenfreien Parkplätze rund um die Arena erwartet. Die Stadtwerke Hamm ermöglichen aber all denjenigen, die eine Eintrittskarte zum Spiel gegen Melsungen vorweisen können, eine kostenlose An- und Abreise zum Spiel mit dem Bus.

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