„Arrogante“ Westfalia blamiert sich in Iserlohn

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Westfalia-Trainer Holger Wortmann warf seiner Mannschaft einen arroganten Auftritt beim Pokalaus in Iserlohn vor.

ISERLOHN - Nach null Siegen in der Fußball-Regionalliga wollte sich der SV Westfalia Rhynern in der zweiten Runde des Westfalenpokals neues Selbstvertrauen holen. Das Vorhaben geriet gründlich daneben. Rhynern verlor beim Schlusslicht der Westfalenliga, dem FC Iserlohn, völlig verdient mit 1:4 (0:3). „Das war ein Komplettversagen“, ließ Trainer Holger Wortmann kein gutes Haar an seiner Mannschaft, die sogar zwei Elfmeter verschoss.

Der Coach hatte durchgewechselt und Pascal Beilfuß, Exauce Adzouana und Sven Ricke gebracht. Zudem kehrte der zuletzt gesperrte Michael Wiese zurück ins Team. Doch die Neuen bekleckerten sich genauso wenig mit Ruhm wie die anderen Westfalia-Spieler. „Das war ein arroganter Auftritt, absolut überheblich“, ging Wortmann scharf mit seiner Mannschaft ins Gericht: „Das war komplett ernüchternd.“

Das Debakel nahm schon in der fünften Minute seinen Lauf. Da vermutete Rhynerns Torwart eine Flanke von Raphael Gräßer im Toraus, unterschätzte die Hereingabe daher und musste den Ball hinter sich aus dem Netz holen. Noch war aber genug Zeit, das Ergebnis zu korrigieren. Und keine zehn Minuten später lief Lennard Kleine nach einem Foul an Kempes Tekiela im Strafraum vom Punkt an – und verschoss. Seinen lockeren Lupfer in die Tormitte fing FC-Schlussmann Daniel Dressen weg.

Wie es besser geht, zeigte Gräßer nach einer knappen halben Stunde. Exauce Andzouana ließ sich auf der Außenbahn übertölpeln und leistete sich ein Foul im Sechzehnmeterraum. Gräßer verwandelte zum 2:0.

Doch die Rhyneraner hatten wohl nicht hingeschaut, denn fast im direkten Gegenzug zeigte der Schiedsrichter erneut für die Westfalia auf den Punkt. Diesmal lief Tekiela an – wieder parierte Dreesen. Iserlohn musste weiter lediglich auf Fehler der Gäste warten, um den Ball aus der eigenen Gefahrenzone herauszuhalten. Und dann spielten die Gastgeber im Hemberg-Stadion auch noch mit. Beim dritten Treffer entblößten sie die linke Defensivseite der Westfalia. Den Pass von der Grundlinie nach innen brauchte Kingsley Kanayo Nweke nur einschieben. „Das war die absolute Krönung“, war Wortmann bedient, der zur Pause Gambino und Lukas Homann einwechselte.

Die Westfalia fand nun zwar mehr Ordnung, agierte aber auch nicht zwingend. Eine der wenigen Möglichkeiten nutzte der von Wiese freigespielte Gambino in der 71. Minute zum 3:1. Rhynern machte zusehends weiter auf und fing sich in der Nachspielzeit sogar noch den vierten Gegentreffer der Iserlohner durch Nweke.

„Wir hatten nicht die Einstellung für einen Sieg. So etwas können wir uns nicht erlauben“, war Wortmann verärgert. Die Rhyneraner haben damit auch das mögliche Aufeinandertreffen mit der Hammer SpVg in der dritten Runde des Westfalenpokal platzen lassen.

Rhynern: Hahnemann – Wiese, Neumann, Polk, Cieslak – Beilfuß, Arenz (85. Michler) – Ricke, Tekiela (46. Gambino, Andzouana (46. Hoffmann) – L. Kleine

Tore: 1:0 Gräßer (5.), 2:0 Gräßer (27./Foulelfmeter), 3:0 Nweke (41.), 3:1 Gambino (71.), 4:1 Nweke (90.+5)

Bes. Vorkommnisse: Dreesen pariert Foulelfmeter von L. Kleine (14.) und Tekiela (29.)

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