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Ambitionierte Aufgabe in Aue für den ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Konzentriert nach Aue: Den ASV mit Trainer Michael Lerscht (rechts) erwartet eine anspruchsvolle Aufgabe.
Konzentriert nach Aue: Den ASV mit Trainer Michael Lerscht (rechts) erwartet eine anspruchsvolle Aufgabe. © Bruse

Als Favorit fährt Handball-Zweitligist zur Auswärtspartie beim EHV Aue (Mittwoch/19 Uhr). Doch Vorsicht: Fünf der vergangenen sechs Aufeinandertreffen endeten unentschieden.

Hamm – Als sich der Tross des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen bereits am Dienstagmittag nach dem Abschlusstraining auf den Weg Richtung Aue machte, nahm er die Favoritenrolle gleich mit. Schließlich treten die Hammer am Mittwoch (19 Uhr/Erzgbirgshalle Lößnitz) als aktueller Tabellendritter beim Drittletzten EHV Aue an. Was kann da schon schief gehen?

Viel, sagt zumindest die Statistik. Denn die bietet einige Argumente, die dafür sorgen, dass ein Hammer Sieg im tiefen Sachsen durchaus in den Wettbüros Quote bringen kann. Der bisher letzte Erfolg des ASV in der Erzgebirgshalle datiert vom 10. Februar 2017. Damals war es Julian Krieg, der in der letzten Sekunde für den 29:28-Sieg der Gäste gesorgt hatte. Ohne Drama ging es auch danach nie ab: Es folgten fünf Unentschieden zwischen beiden Teams, egal, in welcher Halle – nur unterbrochen vom 28:25-Heimsieg der Hammer in der coronabedingt abgebrochenen Spielzeit 2019/20.

Michael Lerscht misst solchen Zahlenspielen trotz seiner Vergangenheit als Mathematik-Lehrer zwar wenig Bedeutung bei – dass die Partie für seine Mannschaft alles andere als ein Selbstläufer werden wird, steht für den ASV-Trainer aber fest. „Das wird eine große Herausforderung für uns“, ist er auf eine Abnutzungsschlacht bis zur letzten Sekunde vorbereitet. „Aue ist taktisch gut, sehr leidenschaftlich, kämpferisch – und mit Publikum im Rücken eine maximale Herausforderung.“

Die Gastgeber starteten nach der Winterpause mit einer starken Vorstellung in eigener Halle gegen den Tabellenvierten TV Hüttenberg, verloren aber unglücklich 27:28. Danach wurden sie allerdings von Covid-19 ausgebremst. Zunächst fiel die Partie bei Tusem Essen aufgrund einiger Coronafälle in den eigenen Reihen aus. Dann war es am vergangenen Spieltag Gegner VfL Lübeck-Schwartau, der aufgrund von Infektionen passen musste. Die Vorbereitung auf das Spiel wurde für den Hammer Trainer dadurch nicht leichter, da er kaum aktuelles Video-Material zur Analyse hatte.

Allein die Erfahrung aus dem Hinspiel, das durch einen Treffer von Aues Aki Egilsnes in letzter Sekunde 24:24-Unentschieden endete, reicht aber, um zu wissen, dass „der EHV mit der 5:1 und der 6:0 zwei gleichwertige Deckungssysteme spielen kann. Da gilt es für uns, Mittel und Wege zu finden, um das Spiel schnell umstellen zu können“, erwartet Lerscht taktische Flexibilität seiner Spieler.

Nach dem starken Auftritt gegen Tusem Essen liegt der Fokus aber darauf, erneut die eigenen Stärken effektiv auszuspielen. „Die Thematik ist ja im Grunde immer die gleiche“, sagt Lerscht. „Wir wollen die Emotionalität annehmen und für uns selbst finden. Dann müssen wir in allen Belangen ein gutes Spiel machen, Akzente im Ballbesitz haben. Alle klassischen Themen, die es zu bearbeiten gilt.“

Die personellen Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gegeben. Denn der ASV trat die Reise nach Aue mit demselben Kader an, der zuletzt gegen Tusem Essen überzeugt hat. Am Dienstag absolvierte das Team den Löwenanteil der Anreise bis nach Jena, wo eine Übernachtung anstand. Am Mittwoch geht es dann auf die letzten 100 Kilometer zur Spielstätte.

Dass der EHV tief im Abstiegskampf steckt, verwundert: „Vergangenes Jahr sind sie mit dem Kader noch Sechster geworden. Das dokumentiert ihre Qualität“, sagt Lerscht. „Aber eine Saison kann auch aufgrund von Verletzungen oder Corona so laufen. Die werden sich sicher noch da unten rausarbeiten – wir müssen nur sehen, dass wir sie davon noch abhalten.“

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