Als Präsident des Westfälischen Tennisverbandes

Robert Hampe hat in seiner letzten Amtszeit noch viel vor

Der Stützpunkt in Kamen liegt Robert Hampe sehr am Herzen. Hier führt er mit einer kleinen Abordnung die Tennislegende Boris Becker über die Anlage.
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Der Stützpunkt in Kamen liegt Robert Hampe sehr am Herzen. Hier führt er mit einer kleinen Abordnung die Tennislegende Boris Becker über die Anlage.

Nach 20 Jahren als Präsident und zuvor sechs Jahren als Sportwart im Präsidium des Westfälischen Tennisverbandes wollte Robert Hampe in diesem Jahr eigentlich sein Amt niederlegen. Eigentlich...

Hamm – Der 71-jährige Hammer wurde jetzt im Rahmen der Online-Mitgliederversammlung noch einmal für drei weitere Jahre an die Spitze des WTV gewählt. „Ein letztes Mal. Eigentlich war mein Abschied mit 70 angedacht“, sagt er. Das Casting der möglichen Nachfolger hat schon begonnen.

Langsam austrudeln in der letzten Amtszeit, das ist Hampes Sache nicht. Viele Veränderungen im Kleinen wie im Großen stehen noch auf seiner Agenda. Zum Beispiel der Ausbau des Bundesstützpunktes in Kamen, die Vereinsentwicklung, die Verjüngung nebst Änderung einiger Strukturen im Präsidium, das alles bringe Arbeit mit sich. „Reichlich“, sagt Hampe, der seinen wöchentlichen Aufwand nicht in Stunden bemessen möchte. „Sonst“, sagt er mit einem hörbaren Schmunzeln, „schrecke ich die Leute noch ab.“

Zwei, drei mögliche Nachfolger im Kopf

Namen möglicher Nachfolgerinnen oder Nachfolger nennt er nicht. „Ich habe natürlich zwei, drei Leute im Kopf, die ich in den nächsten Monaten gezielt ansprechen werde. Und dann müssen wir schauen, wer sich noch ins Spiel bringen möchte“, sagt Hampe, der konkrete Pläne hat: Im Verlauf des zweiten Jahres sollen die Kandidatin oder der Kandidat vorgestellt werden, im dritten Jahr die Einarbeitung erfolgen. Auch hier ist eine deutliche Verjüngung vorgesehen. „Es nützt ja nichts, wenn ein 69-Jähriger mein Nachfolger wird“, sagt der WTV-Präsident.

Eine Verjüngung im Vorstand ist mit Wahl der drei Vizepräsidenten bereis eingeleitet. Mit Jan-Henning Janowitz (Dorsten), Michael Stichling (Neubeckum) und Jürgen Eilert (Kamen) rücken drei neue Vizepräsidenten in das Gremium, die zwischen 41 und 55 Jahre alt sind. Mit Rolf Hüttermann (Bielefeld), Elmar Schlüter (Salzkotten) und Christiane Pollmeier (Arnsberg) kandidierten drei langjährige Mitglieder nicht mehr.

Online mehr Leute an der Basis erreichen

Vor allem die Besetzung des Ressorts Jugendsport und Jugendbildung, das ist Hampe anzumerken, ist für ihn wichtig, denn: „Das ist einzigartig in Deutschland.“ Er selbst hatte es vor sechs Jahren eingeführt. Am Herzen liegt ihm auch die Vereinsentwicklung. „Wir müssen noch mehr online anbieten, um Funktionäre und Vereine an der Basis zu erreichen“, sagt der Präsident, „denn sonst finden wir dort bald keine Leute mehr, die im Ehrenamt arbeiten wollen.“ Eine Aufgabe für Norbert Krusch, der als Vizepräsident Vereinsentwicklung wiedergewählt worden ist.

Erstaunlich: Stefan Klett, Vorsitzender des Landessportbundes, überbrachte in der Online-Versammlung die Kunde, dass sich nach Jahren des Mitgliederschwundes wieder eine positive Entwicklung eingestellt hat und ein leichter Zuwachs für das Tennis in NRW ergeben hat. Es gehe zwar nur um ein Plus von knapp 480, aber – sagt Robert Hampe – „wir sind, weil wir Einzelsport machen können, tatsächlich kleine Gewinner in der Pandemie.“

LSB-Chef Klett lobte in der Versammlung noch einmal die Kommunikation des Verbandes und der IG Tennis NRW, die in den vergangenen Monaten „klar ihre nachvollziehbaren Forderungen für das Ausüben des Sports unter Corona-Bedingungen artikuliert haben“.

Kaum Hoffnung auf Saisonstart Ende Mai

Große Hoffnung, dass die Saison für Mannschaftswettbewerbe oder Turniere ab Ende Mai oder Anfang Juni tatsächlich beginnen kann, hat Hampe allerdings nicht. „Ich sehe das nicht so positiv. Was wir jetzt haben ist schon der Plan B, also brauchen wir einen Plan C. Aber da sehe ich im Infektionsschutzgesetz des Bundes zu viele Vorgaben. Ich glaube nicht, dass wir das durchziehen können“, sagt er. Möglich sei aus seiner Sicht eine Verschiebung der Spiele nach hinten heraus mit einem anderen Modus. „Der WTV beobachtet die Entwicklung genau und wird alle Vereine schnellstmöglich über diese informieren“, sagte Hampe im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung, die von 126 Personen und insgesamt 57 stimmberechtigten Vereinen verfolgt wurde.

Ausbau des Stützpunktes in Kamen

Ein großes Ziel Hampes ist der weitere Ausbau des Landes- und Bundesleistungsstützpunktes in Kamen – nicht nur räumlich, sondern auch strategisch. So wurde ein externer Beobachter herangezogen, um die Trainerstrukturen umzustellen oder Aufgaben neu zu verteilen. „Um uns effektiver aufzustellen“, sagt Hampe, „jetzt müssen wir das nachhaltig beobachten.“ Der Versuch, einen überdachten Hartplatz und eine Kombihalle zu bauen, scheiterte bisher an fehlender Förderung. Auch eine Erweiterung des Gästehauses ist weiter im Gespräch.

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