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„Conni“ Reimann ist angekommen beim ASV Hamm-Westfalen

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Von: Günter Thomas

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Alexander Reimann, Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen, hier im Spiel gegen Großwallstadt.
Alexander Reimann, Neuzugang des ASV Hamm-Westfalen, hier im Spiel gegen Großwallstadt. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Alexander „Conni“ Reimann ist im Sommer zum Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen gewechselt. Zunächst saß der 20-Jährige häufig auf der Bank. Jetzt winkt ihm mehr Spielzeit.

Hamm - Der lange Sprint an der Außenlinie hatte sich gelohnt: Abwehr-Ass Jan Brosch hatte den Ball im Mittelblock abgefangen, gedankenschnell auf Spielmacher Dani Baijens weitergeleitet, der Alexander Reimann von der linken Seite heranrauschen sah. Ein präziser Pass, ein selbstbewusster Abschluss – dann breitete der 20-Jährige jubelnd beide Arme aus. Reimann war angekommen. In der Partie gegen die SG BBM Bietigheim, in der er diesem Treffer zum 17:14-Zwischenstand in der 36. Minute noch zwei weitere folgen ließ. Aber vor allem beim ASV Hamm-Westfalen. Bisher hatte der Linksaußen, der im Sommer vom Handball-Bundesligisten TBV Lemgo-Lippe in die zweite Liga zum ASV gewechselt war, meist auf der Bank sitzen müssen, sobald es um Punkte ging.

Schon im Pokalspiel am vergangenen Mittwoch gegen den TV Großwallstadt hatte Trainer Michael Lerscht den Jungspund eine Halbzeit lang anstelle von Kapitän Fabian Huesmann auf die Platte geschickt, „weil wir wollten, dass alle Spieler diesen Touch bekommen, fester Bestandteil der Mannschaft zu sein. Dann wirst du nicht komplett ins kalte Wasser geworfen, wenn du reinkommst und gebraucht wirst, sondern bist gleich präsent. Und Alex hatte vorher ja noch nicht so viel Spielzeit, was auch an Fabis Leistung lag.“

„Ein schönes Gefühl, auf der Platte zu stehen“

Als sich Huesmann dann am Samstag in der Partie kurz vor der Pause am Knöchel verletzte, war die Zeit für Reimanns Einsatz gekommen. „Großwallstadt war ja schon mein Debütspiel zuhause“, sagt Reimann. „Aber natürlich war es ein schönes Gefühl, auf der Platte zu stehen.“

Die Umstände, unter denen sein Einsatz zustande gekommen war, drückten allerdings die Stimmung des schnellen Linksaußen. „Es tut mir natürlich leid, dass Fabi umgeknickt ist. Ich hoffe, dass er schnell wieder zurückkommt“, versichert Reimann. „So will ich mir meine Spielanteile nicht erkämpfen, aber es gehört zum Leistungssport dazu, dass man Verletzungen in Kauf nimmt. Um so schöner, wenn man dann bereit ist und ein gutes Spiel macht.“

Reimanns Leistung überzeugt den Trainer

Dass es gegen Bietigheim gut war, bescheinigte sein Trainer gerne – nicht nur wegen seiner drei Treffer. Sondern auch, weil er in der Defensive seine Seite gut beackert hat, aufmerksam war „und den einen oder anderen Steal dabei hatte“.

Dass er beim ASV hinter Huesmann zweiter Mann sein würde, war „Conni“, wie ihn die Kollegen rufen, schon vor seinem Wechsel klar. „Das ist als junger Spieler so, wenn du in einen neuen Verein kommst, musst du dich erst einmal integrieren. Und ich habe da einen erfahrenen Linksaußen vor mir“, zeigt er sich geduldig. Zumal: „Mich freut es, dass ich mit Fabi so ein gutes Verhältnis habe, dass wir uns gegenseitig unterstützen – in guten und schlechten Zeiten. Ich finde, das gehört im Leistungssport dazu. Es können halt nicht beide Linksaußen spielen.“

Reimann, der in Bitterfeld-Wolfen im Osten der Republik geboren worden ist und in der Jugendakademie des SC Magdeburg seine handballerische Ausbildung genossen hat, ist nach Hamm gekommen, um weiter zu lernen – auch vom Positionskollegen. „Wenn ich irgendwas nicht verstehe, das Fabi besser macht als ich, frage ich ihn. Mir bringt es nichts, einfach nur zuzugucken. Und Fragen kostet nichts. Er gibt mir gute Hilfen, unterstützt einen. Deswegen ist er auch zurecht unser Kapitän. Der für die Mannschaft da ist, sagt, wo es lang geht, wann ein lockerer Spruch sein kann, wann es aber auch mal ernst sein muss. Das macht er super.“

Große Vorfreude auf die Partie in Coburg

Nun ist es wahrscheinlich, dass Reimann sein erstes Spiel für den ASV über die vollen 60 Minuten bestreitet. „Natürlich ist es anders, wenn du weißt, dass du wahrscheinlich spielst“, ist die Vorfreude auf die Partie, die am Samstag um 19.30 Uhr in der Coburger Arena beginnt, noch gewachsen. Die war ohnehin schon enorm, „weil da sehr viele Freunde von mir spielen“, sagt er. „Wir haben jetzt einen super Lauf, wir kommen viel selbstbewusster nach Coburg. Wir sind nicht die Underdogs, auch wenn sie ein paar Leute dabei haben, die letztes Jahr noch in der ersten Liga gespielt haben. Wir fahren mit breiter Brust da hin, um zu gewinnen.“

Mit Kreisläufer Justin Kurch und Rechtsaußen Paul Schikora hat Reimann viele Jahre im Magdeburger Handball-Internat zusammengespielt, mit Schikora wurde er 2019 sogar gemeinsam U19-Vize-Weltmeister. „Kontakt werden wir vorher haben, und Sprüche wird es da auch schon geben, selbstverständlich“, sagt Reimann. „Aber nur gute. Wir sind seit 2013 super Freunde, haben die ganze Magdeburger Jugend zusammen verbracht, treffen uns regelmäßig dort, wenn wir mal frei haben. Und ein paar andere Freunde wollen auch kommen. Das wird ein super Spiel.“

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