Fußball

Warum Alan Bezhaev weiter fest an die Hammer SpVg glaubt

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Alan Bezhaev strahlt trotz der prekären Situation weiter viel Zuversicht aus.

Alan Bezhaev will mit der Hammer  SpVg aus dem Negativstrudel ausbrechen. "Wir lassen die Köpfe nicht hängen", sagt er trotz der prekären Lage am Tabellenende.

Hamm - Innerhalb weniger Wochen hat Alan Bezhaev eine unfreiwillige und unvermutete Entwicklung mitgemacht, die er in diesem Tempo nie erwartet hätte. 

In der vergangenen Saison gehörte er noch zu den jüngeren Spielern im Kader des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg, jetzt ist er mit seinen 25 Jahren einer der ältesten und erfahrensten. 

Unser Trainer René Lewejohann hatte mir gesagt, dass die HSV in dieser Spielzeit auf junge Leute setzen wird. Und ich wollte diesen Weg mitgehen“, erklärt der defensive Mittelfeldspieler, der im Sommer 2017 den 1. FC Gievenbeck in Richtung Hammer Osten verlassen hatte – und der den Wechsel trotz der aktuell prekären Situation nicht bereut hat: „Von Lewe bekommt man viel Vertrauen. Und das gleiche wollte ich ihm auch zurückgeben. Ich hätte Lewe und die HSV nicht im Stich gelassen. Daher wäre ich auch geblieben, wenn wir in der vergangenen Saison in die Westfalenliga abgestiegen wären. “

Fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz

In der Spielzeit 2018/19 hatte die HSV diesen Super-Gau noch am letzten Spieltag verhindern können, jetzt ist die Lage erneut überaus bedrohlich. Die Hammer haben noch keinen einzigen Sieg eingefahren, rangieren mit drei mageren Pünktchen auf dem letzten Platz und haben auf das rettende Ufer schon fünf Zähler Rückstand – eine Bilanz, mit der Bezhaev trotz des Umbruchs im Sommer nicht gerechnet hatte. 

„Dass wir nach neun Spieltagen immer noch auf den ersten Sieg warten, das hatte ich nicht gedacht“, gibt er ehrlich zu und fügt hinzu, dass diese Tatsache vor allem mental nicht so leicht zu verkraften ist: „Wir sind zuletzt so oft an einem Dreier dran gewesen und bekommen dann so späte Gegentore. Das ist für den Kopf schwer und muss man erst einmal verarbeiten.“

Unerfahrene Mannschaft

Bezhaev macht die für die HSV unerfreulichen Resultate vor allem an der Unerfahrenheit der jungen Mannschaft fest. In den entscheidenden Situationen, so betont er, würden dem Team immer wieder die nötige Cleverness und Abgebrühtheit fehlen. „Wir haben eben viele Spieler in der Mannschaft, die ihr erstes Seniorenjahr bestreiten. Das braucht nun mal Zeit“, erklärt er und verrät, dass er daher immer wieder auf die Nachwuchsleute zugeht und ihnen Tipps gibt, was sie besser machen können – so wie er in seinen ersten beiden Jahren bei der HSV viel von älteren Akteuren wie Moritz Kickermann oder Ralf Schneider profitiert hat. 

„Von solchen Leuten muss man sich einfach was abgucken. Wenn man das nicht macht, kann man auch nichts dazu lernen“, sagt Bezhaev, der weiter große Zuversicht ausstrahlt, dass sich das Blatt demnächst zugunsten der Hammer SpVg wenden wird.

Rückendeckung für Trainer Lewejohann

Dabei setzt er auf drei verschiedene Dinge: So hätten die jungen Akteure schon eine Menge gelernt und eine positive Entwicklung genommen, was sich an den guten Vorstellungen zuletzt ablesen lassen würde. „Die Ergebnisse passen noch nicht, aber die Mannschaft hat sich stetig verbessert“, beteuert er. 

Zudem könne das Team in Ruhe arbeiten, Stress und Hektik würden nicht von außen hereingetragen: „Wir sind auch in der vergangenen Saison cool geblieben, als es eng wurde. Und dafür sind wir am Ende belohnt worden.“ Und zu guter Letzt würde Lewejohann „einen richtig guten Job“ abliefern. „Er tut und macht und genießt unser volles Vertrauen. Es sind ja zuletzt nur Kleinigkeiten gewesen, die uns um den Lohn gebracht haben“, meint Bezhaev.

Weiter große Motivation

Daher hat der 25-Jährige neben viel Zuversicht auch noch weiter die allergrößte Motivation, fährt weiter mit viel Lust zu den Trainingseinheiten in den Hammer Osten. 

„Wir lassen den Kopf nicht hängen, haben einen tollen Charakter in der Mannschaft und puschen uns gegenseitig“, stellt Bezhaev klar und geht davon aus, dass die HSV am Ende der Saison genauso wie in der vergangenen Spielzeit wieder über dem Strich stehen wird: „Es ist ein dummer Spruch: Aber wenn es einmal nicht läuft, dann läuft es nicht. Wir müssen einfach nur mal aus diesem Negativstrudel ausbrechen. Dann werden wir auch wieder bessere Ergebnisse holen.“

Hoffen auf Verstärkung

Allerdings gibt er auch zu, dass die personelle Lage bei der Hammer SpVg nicht die beste sei und dass es im schweren Kampf um den Klassenerhalt von Vorteil ist, wenn der Verein in der Winterpause noch für die eine oder andere Verstärkung sorgen könnte. 

„Derzeit ist es schwierig. Wenn Leute wie zuletzt Dennis Klossek, Nils Kisker, David Loheider oder ich ausfallen, müssten wir schon etwas breiter aufgestellt sein. Das wäre sicherlich besser“, meint er, ehe er hinzufügt: „Aber darum kümmern sich andere Leute bei uns im Verein. Und die werden das schon regeln.“

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