Ärger über „Abzocke“ des Verbandes

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Die Ehrung der Meister beim Staffeltag in Bönen.

BÖNEN - Recht leer war die Aula des Marie-Curie-Gymnasiums zum Staffeltag des Fußballkreises Hamm/Unna am Dienstagabend. Dafür war das Publikum, dass nicht im Urlaub war, umso redefreudiger.

Während die Vereinsvertreter sonst meist schweigend den Ausführungen des Kreisvorsitzender Horst Weischenberg und seiner Vorstandsmitglieder lauschten, sorgten diesmal vor allem die „Abzocke“ des Verbandes und eine merkwürdige Regeländerung bezüglich Spielsperren für Diskussionsstoff.

Für erste Fragezeichen auf der Stirn der Anwesenden sorgte Holger Bellinghoff. Der Vorsitzende des Jugendausschusses stellte die Spielsperre nach fünf Gelben Karten in ein neues Licht. „Es ist ein sehr komplexes Feld“, sprach er das Hochschreiben von A-Junioren in den Seniorenbereich und die Wertung dort erhaltener Verwarnungen an. „Die haben je nach Spielklasse der Juniorenteams unterschiedliche Auswirkungen – sprecht mich bitte in solchen Fällen an, fragt nach.“ Die Statistik im DFBnet könne zukünftig als Hilfe dienen, die Zahl der Gelben Karten überhaupt nachzuvollziehen, erläuterte Pokalspielleiter und „EDV-Spezialist“ Karl-Heinz Schulze anschließend.

Die Jugend im Kreis und die Frauen bekämen zukünftig Nachwuchsprobleme, warnten Bellinghoff und Helmut Wagner. „Wir werden Grundschul- und Kindergartenturniere anbieten“, stellte der Jugendausschussvorsitzende ein Konzept gegen den dramatischen Schwund im F-Junioren-Bereich vor. Wagner appellierte an die Vereine mit Frauenfußball, für Mädchennachwuchs zu sorgen: „Eine Alte Damen analog zu den Alten Herren, gibt es nicht“, blickte er in die düstere Zukunft des Frauenfußballs.

Widerspruch erregte diesmal die neue Gebührenordnung des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. Betreuer, die aus dem Innenraum verwiesen werden, kosten den Verein mit überkreislichen Mannschaften künftig 100 Euro. „Wir ermahnen die Schiris, sensibel zu sein“, erklärte Michael Allery für den Schiedsrichterausschuss, „aber es ist auch an euch, die Heißsporne unter den Betreuern und Trainern zu bremsen.“ Für die ärgerlichen Fälle – „es kam in der abgelaufenen Saison mehrfach vor“ – dass Schiedsrichter überhöhte Kilometerabrechnungen stellen würden, sollten sich die Vereine direkt an den Ausschuss wenden.

„Abzocke“ war auch das Thema von Thorsten Carow. „Der Verband wird jetzt dreimal 100 Euro wegen Nichtantretens abbuchen und dann noch einmal wegen des Ausschlusses aus der Liga, in der wir gar nicht antreten wollten“, erklärte der Fußballabteilungsleiter des Hammer SC seinen Ärger. Der Hintergrund: Seit Jahren tritt der HSC trotz formellen Abstiegs in der Frauen-Bezirksliga, weil andere Teams zurückzogen. Aktuell stellt der Verein aus Spielerinnenmangel nur ein Team. Das wollte in die Dortmunder Bezirksliga wechsel. Dieser Wunsch wurde abgelehnt, weshalb die die Mannschaft nur in der Kreisliga antreten wollte. LEtztlich wurde das Team sowohl in der bisherigen Bezirksliga als auch ind er Kreisliga angesetzt. Weischenberg intervenierte erfolglos. - ml

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