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Abschied nach 16 Jahren: SG Bockum-Hövel und Sportlicher Leiter beenden Zusammenarbeit

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Von: Günter Thomas

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Und Tschüss: Die SG Bockum-Hövel und ihr Sportlicher Leiter gehen nach der Saison getrennte Wege.
Und Tschüss: Die SG Bockum-Hövel und ihr Sportlicher Leiter gehen nach der Saison getrennte Wege. © Reiner Mroß / Digitalfoto

16 Jahre lang war Markus Matzelle in verantwortlicher Position als Spieler oder Trainer bei Fußball-Landesligist SG Bockum-Hövel tätig. Jetzt trennen sich die Wege.

Hamm – Die SG Bockum-Hövel ohne Markus Matzelle – klingt, wie Fußball gucken ohne Bratwurst. Unmöglich. Eigentlich. Und doch werden der Hammer Fußball-Landesligist und sein Sportlicher Leiter zum Ende der Saison die Zusammenarbeit beenden. Nach dann 16 gemeinsamen Jahren. In einem Vier-Augen-Gespräch hatten sich der 1. Vorsitzende der SG, Egbert Homann, und Matzelle Ende der Woche ausgetauscht. Die Initiative ging von Homann aus, am Ende waren sich beide jedoch einig. „Nach so einer langen Zeit kommt immer einmal die Situation, dass man als Verein etwas Neues ausprobieren will“, sagt Homann. „Wir hatten ein super nettes Gespräch. Seine Meinung ist uns immer noch wichtig, und wir bleiben ja auch in Kontakt.“

Matzelle selbst hat sich schnell mit dem Gedanken angefreundet. „Wir trennen uns ja nicht, weil wir keinen Erfolg haben. Ich bin jetzt seit 16 Jahren mit verantwortlich für die 1. Mannschaft. Daher finde ich das in Ordnung, wenn der Verein auf frische Impulse in der Sportlichen Leitung setzen will“, sagt er. „Man muss auch loslassen können – so wie ich es getan habe, als ich bei der SG nicht mehr an der Linie gestanden habe und das Traineramt abgegeben habe.“

Wer auf Matzelle im Amt folgen könnte, steht noch nicht fest. „Ich wollte erst mit dem jetzigen Sportlichen Leiter sprechen und danach mit Personen, die ich im Kopf habe“, so der Vorsitzende. „Wir sind ja in der Saisonplanung relativ weit. Zum Teil war Markus noch eingebunden. Hauptsächlich hat das unser Trainer David Schmidt gemacht, weil er das Netzwerk hat. Und ich habe auch ein paar Sachen übernommen.“

Auch in Zukunft Stammgast bei der SG

Matzelle wird künftig zum Adolf-Brühl-Stadion gehen. „Ich wohne ja nur ein paar Meter vom Sportplatz entfernt, kann da mal eben mit dem Fahrrad rüber fahren“, sagt er. Selbst als Sportlicher Leiter war der 54-Jährige, der auch beruflich als Vollzugsdienstleiter im Vollzugskrankenhaus Fröndenberg stark eingebunden ist, in den vergangenen Jahren bei jedem Training der Mannschaft, hat sogar seinen Urlaub an den Spielplan der Mannschaft angeglichen. „Das habe ich gerne gemacht. Aber gerade während der Corona-Zeit habe ich gemerkt, dass es auch andere Dinge neben dem Fußball gibt, für die ich jetzt mehr Zeit habe.“

Mit dem Kicken hatte Matzelle in der Jugend beim SVA Bockum-Hövel begonnen, wechselte aber zur C-Jugend nach Heessen, „weil ich da höher spielen konnte“. Als Spieler sollte er es bei den Senioren bis zur Bezirksliga schaffen. „Mein Hauptfokus lag aber früh auf dem Trainerjob und weniger auf dem eigenen Erfolg“, erinnert er sich. Mit 17 Jahren wagte Matzelle den ersten Schritt als Co-Trainer der Heessener C-Jugend in der Bezirksliga. 20 Jahre lang war er anschließend als Jugendtrainer und später als Jugendleiter in Heessen tätig. 2005 wurde er dann Trainer der ersten Mannschaft, die damals in der Kreisliga kickte.

Nach 20 Jahren in Heessen zurück zum Heimatverein

Nach der Heessener Fusion im Jahr 2006 lockte ihn Eddy Chart, damals Cheftrainer des SVA Bockum-Hövel, als Co-Trainer zurück zu seinem Heimatverein. Beim gebürtigen Bockum-Höveler lief er mit seiner Anfrage offene Türen ein. Nur ein Jahr später trat Matzelle die Nachfolge Charts als Cheftrainer an. Zehn Jahre lang – vor und nach der Fusion der Bockum-Höveler Vereine – war der heute 54-Jährige als Coach verantwortlich für die 1. Mannschaft, stieg direkt im ersten Jahr mit dem Team in die Landesliga auf, wo es sich fünf Jahre hielt – dann stieg es im Fusionsjahr wieder ab.

Eine erste Zäsur in Matzelles Karriere war der Wechsel von der Trainerbank in die Sportliche Leitung 2016. „Ich habe mich immer mehr bei der Praxis gesehen“, sagt der dreifache Großvater. „Und einen Sportlichen Leiter gab es ja noch gar nicht – das haben unser damaliger Vorsitzender Michael Schwennecker und ich damals alles alleine gemacht.“

Schwennecker ging 2017, jetzt wird ihm Matzelle folgen. „Wir haben immer gesagt, dass wir zusammen aufhören – jetzt gehe ich halt ein paar Jahre später“, sagt Matzelle. Ob es ein Abschied für immer ist? „Das kann ich nicht sagen“, wägt er ab. „Der Fußball wird immer mein größtes Hobby bleiben, ich werde weiter zum Sportplatz gehen. Und ich bin dem Verein dankbar, dass er mir diese Zeit ermöglicht hat.“

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