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Abschied mit Wehmut: 16-jährige Louisa Drewer darf nicht länger in Uentrop spielen

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Von: Patrick Droste

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Louisa Drewer wird von Trainer Mike Wessel (rechs) und Co-Trainer Jonas Holtsträter verabschiedet.
Louisa Drewer wird von Trainer Mike Wessel (rechs) und Co-Trainer Jonas Holtsträter verabschiedet. © Sabine Begett

Es ist ein Abschied, der ihr alles andere als leicht fällt, der aber sein muss, weil die Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihr keine andere Wahl lassen. 

Hamm - „Ich bin schon ein bisschen traurig. Aber natürlich freue ich mich auch auf die neue Herausforderung“, sagt die 16 Jahre alte Louisa Drewer, die seit ihrem dritten Lebensjahr beim TuS Uentrop Fußball gespielt hat und nun mit dem Wechsel zu den A-Junioren nicht mehr mit „ihren“ Jungs zusammen in einem Team auflaufen darf.

Eine Ausnahmegenehmigung gibt es nur, wenn eine Spielerin schon in einer DFB-Auswahl mitgewirkt hat. Und da die Schülerin der Realschule Mark dies nicht gemacht hat, ist ihre Zeit im Giesendahl vorbei, sie wird in der neuen Spielzeit in der Frauen-Mannschaft von RW Ahlen in der Bezirksliga auflaufen. „Und auch da wird sie sich nicht nur auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfen, sondern sofort eine Leistungsträgerin werden“, sagt Mike Wessel, der Louisa Drewer elf Jahre lang trainierte und daher genau weiß, welche Stärken die Innenverteidigerin mitbringt: „Sie geht ohne Kompromisse in die Zweikämpfe, da ist sie echt extrem. Der Ahlener Trainer hatte sich schon vor zwei, drei Jahren bei uns über sie erkundigt.“

Mit drei Jahren mit dem Fußball begonnen

Im zarten Alter von drei Jahren hatte Drewer zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Jan beim TuS mit dem Fußballspielen begonnen. Zwei Jahre später stieß Wessel als Coach zu dem Team, agierte zuerst als Co-Trainer, dann übernahm er das Team mit 16 Jahren als Hauptverantwortlicher. „Dadurch, dass Louisa von Anfang an dabei war, gehörte sie wie selbstverständlich dazu. Sie war einfach eine wichtige Stammspielerin in all den Jahren, das stand nie zur Debatte“, sagt Wessel und wusste, dass er sich auf die in der Abwehr spielende Tochter seines Patenonkels immer verlassen konnte: „Wie sie bei den Jungen reingegangen ist, das war extravagant.“

Louisa Drewer hatte es dabei nicht immer leicht. Es kam immer wieder vor, dass sie sich dumme Sprüche von ihren männlichen Gegenspielern oder auch von den Zuschauern anhören musste. „Da waren auch schon mal Beleidigungen dabei“, sagt sie – und fügt hinzu: „Aber es gab natürlich auch oftmals richtige Komplimente vom Gegner.“ Die kamen spätestens dann, wenn ihre Gegenspieler merkten, wie schwer es ist, sich gegen das kompromisslose und mit allen Mitteln zu Werke gehende Mädchen mit den langen blonden Haaren durchzusetzen.

Abschiedsspiel und viele Geschenke

Jetzt aber ist aufgrund der DFB-Statuten ihre Zeit mit Ende der B-Junioren in Uentrop abgelaufen. Zum Abschied gab es allerdings noch ein Abschiedsspiel und anschließend viele Geschenke. So hatten die Eltern allesamt ein T-Shirt für Louisa Drewer kreiert und dieses auch angezogen. Vom Vorstand gab es einen Blumenstrauß, von Wessel sowie dessen Co-Trainer Jonas Holtsträter ein von allen unterschriebenes Trikot mit ihrer Nummer fünf. „Das war schon ein tolles Erlebnis, was die da alle für mich gemacht haben. Aber natürlich tat der Abschied auch ein bisschen weh“, sagt sie.

Doch ganz verzichten auf ihre Mitspieler wird sie auch in Zukunft nicht, dafür hat sie in all den Jahren beim TuS zu viele gute Freunde gefunden. „Die Jungs bedeuten mir sehr viel“, stellt sie klar und betont: „Mit vielen von ihnen bin ich ja auch in meiner Freizeit zusammen. Das wird sich ja nicht ändern.“

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