Rollhockey

Abschied in Corona-Zeiten? Christian Zarod überlegt es sich anders

Christian Zarod gibt auch in Zukunft die Richtung vor beim deutschen Meister SK Germania Herringen.
+
Christian Zarod gibt auch in Zukunft die Richtung vor beim deutschen Meister SK Germania Herringen.

Dass die Corona-Pandemie sogar etwas Gutes mit sich bringen kann, ist kaum zu glauben. Beim SK Germania Herringen hat das Virus allerdings geholfen, die Trainerfrage deutlich schneller und einfacher zu klären.

Hamm - „Eigentlich war geplant, dass diesen Sommer Schluss ist. Die Jungs wollten mich aber so nicht gehen lassen. Und ich wollte mich so auch nicht verabschieden“, sagt Erfolgscoach Christian Zarod angesichts der Tatsache, dass er mit seinen Schützlingen das angepeilte Ziel Double in diesem Jahr nicht erreichen konnte, sondern nach dem Abbruch der Saison am Grünen Tisch „nur“ zum Deutschen Meister gekürt worden war. Der Pokal-Wettbewerb wurde nicht mehr ausgetragen.

„Wir wollen um Titel spielen. Und wir waren auf einem guten Weg, beide Trophäen zu gewinnen. Das ging diese Saison aber nicht. Daher werden wir das im nächsten Jahr nachholen“, stellt der 38-Jährige klar, der dem SK-Vorsitzenden Michael Brandt jetzt die Zusage gegeben hat, auch in der kommenden Spielzeit als Coach an der Bande des Bundesligisten zu stehen.

Die fünfte Saison als Chefcoach

Damit wird Zarod in seine fünfte Saison als hauptverantwortlicher Trainer gehen, nachdem er zuvor zwei Jahre an der Seite von Chefcoach Hans-Werner „Alfredo“ Meier gearbeitet hatte. In dieser Zeit hat Zarod dreimal die Deutsche Meisterschaft sowie jeweils zweimal den Pokal sowie den Supercup gewonnen. „Wenn mir das einer zu Beginn meiner Tätigkeit gesagt hätte, hätte ich den für verrückt erklärt. Aber die Mannschaft und ich haben uns irgendwie gesucht und gefunden. Es funktioniert und passt perfekt“, sagt er – und fügt mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Es macht ja auch Spaß.“

Allerdings ist der Zeitaufwand schon enorm, zumal sich die Herringer als Deutscher Meister erneut für die Vorrunde der Euroleague qualifiziert haben und Zarod zudem noch als Abteilungsleiter Aufgaben im Vorstand der Herringer zu erfüllen hat. Daher holte er sich vor seiner Zusage auch noch das Okay von seinem Arbeitgeber – Zarod arbeitet als Bestatter – und von seiner Familie ab: „Ich bin da allen sehr dankbar, dass sie mir dies ermöglichen. Jetzt mache ich noch ein weiteres Jahr – und dann schauen wir mal.“

Die Verantwortlichen des SKG sind entsprechend erleichtert und glücklich, dass sie weiter auf ihren Erfolgsgaranten setzen können. „Christian strahlt eine enorme Ruhe nach außen aus. Davor ziehe ich immer wieder den Hut“, sagt Brandt, der zudem den guten Kontakt betont, den Zarod zu den Spielern pflegt. „Es war auch der Wunsch der Mannschaft, dass es mit Christian weitergeht. Egal, ob es die Stammkräfte oder die Jungs sind, die etwas hinten an stehen, sie alle können auf ihn zugehen und mit ihm über sportliche oder private Dinge reden. Er hat da ein tolles Händchen und löst die Probleme immer wieder über Gespräche. Er kann einen kompletten Kader durch die Saison führen. Auch das macht ihn für uns so wertvoll.“

Nur Milan Brandt verlässt den Klub

Die Herringer setzen aber nicht nur in Sachen Trainer auf Kontinuität, auch der Kader wird in der neuen Saison fast das identische Gesicht haben wie in der abgelaufenen Spielzeit. Lediglich Milan Brandt hat seine Zelte bei den Germanen einmal mehr abgebrochen.

„Durch Milan konnten wir den einen oder anderen Ausfall immer ganz gut kompensieren. Jetzt gehen wir eben mit einem recht kleinen Kader in das nächste Jahr“, betont Michael Brandt, der darin für die Bundesliga kein Problem sieht. Anders stellt sich die Situation schon bei den Auswärtsspielen auf internationalem Parkett dar, wenn der unter Flugangst leidende Kevin Karschau passen muss. „Da kann es dann schon mal eng werden. Aber wegen der Corona-Sache muss man vorsichtig planen und eher sicher denken. Daher locken wir auch keine externen Spieler mit irgendwelchen Versprechungen, die war dann vielleicht nicht einhalten können“, so Brandt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare